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Periodical volume 14. Oktober 1914

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1914

Sitzung vom 1 . Oktober 1914 2 8 9
erklärt: w enn die G em einden eine volle Anrechnung Punkt einnehm en nach a ll  den V orgängen, die I h n e n  
der Gewerkschaftsleistung unterlassen, dann  solle die ja  bekannt sind. Ic h  brauche n u r  a n  unsere erste 
provinzielle  Leistung, und zw ar der M aximalsatz, A rbeitslosenverstcherungsvorlage zu erinnern, die von 
dieser nicht berücksichtigten Z uw endung  um  5 0 %  ge­ der S tad tvero rdnetenversam m lung  abgelehnt worden 
kürzt werden. D a m it h a t er sich konsequent au s der ist. D a  w ar ein konsequenter und klarer B oden ge­
L in ie  bewegt, die den  A usführungsbestim m ungen  zu­ geben fü r die Z usam m enarbeit m ir den Gewerk­
grunde lieg t und die er auch a ls  A n h a lt bei der P r o ­ schaften. F ü r  die F ra g e  der P rü fu n g  der U n te r­
v inz ia lland tagsvorlage  ann im m t. I rg e n d e in  W ider­ stützungsbedürftigkeit ist es dagegen unmöglich, den 
spruch ist da nicht zu konstatieren. W eg zu beschreiben, den der H err S la d tv . Dr. B o r­
N u n  h a t der H err S ra d tv . Dr. B orchardt im m er chardt m it seinen F reu n d en  u n s  h ier weist.
davon gesprochen: die Gewerkschaftsunterstützung ist Also gegen den A ntrag  der H erren  B orchardt 
eigentlich n u r  fü r den N orm alfa ll im  F ried en  einge­ und Genossen zu l a  und b m it der A uslegung , die 
richtet; infolgedessen können die G em einden g a r nicht H err S tob te . Dr. B orchardt am  A nfange seiner A u s­
beanspruchen, dag die Gewerkschaften e tw as zahlen. führungen gegeben hat, nämlich daß die U nterstützung 
M eine  H erren , w ir beanspruchen von den Gewerk­ a ls  F rag e  d es  individuellen B edürfnisses behandelt 
schaften nichts. W enn sie nichts bezahlen w ollen, so w erden soll, w ürden  w ir nichts einw enden. Aber 
m ögen sie es unterlassen, das müssen sie m it den gegen die A nträge zu 2 und 3, die m eines E rachtens 
M itg liedern  der Gewerkschaften ausm achen. W ir die A uslegung  des A n tra g s  zu l a  und b unmöglich 
sagen n u r :  so w eit eine bare Leistung seitens der machen, die H err S ta b te .  Dr. B orchardt am  Anfange 
Gewerkschaft's ta ttfindet, ist sie nicht a u s  der W elt zu gegeben h a t, m uß ich mich nach w ie -vor wenden.
schaffen; sie ist da und  behebt d a s  B e d ü rfn is  in  
diesem Um fange. H e rr S ta d tr a t  Dr. S p iegel hat S ta d tv . Wöllmer: M eine H erren! Nach der 
schon da rau f hingewiesen, daß w ir im  M ag istra t, um um fangreichen D ebatte  zwischen M a g is tra t und 
dem Bersicherungsgedanken der Gewerkschaft en t­ H e rrn  Kollegen Dr. B orchardt m uß ich mich auf we­
gegenzukommen1, u n s  bereit finden w ollten , diese nige A usfüh rungen  beschränken. D ie  D ebatte  hätte 
L eistungen der Gewerkschaft in  dem U m fange, wie nicht um fangreicher sein können, w enn w ir  eine V o r­
sie tatsächlich geschähen, n u r m it 50 %  in Anrechnung lage über Arbeitslosenversicherung gehabt hätten . 
zu bringen. W em : aber der H err S ta o tv . Dr. B o r­ W ir  müssen die ablehnende H altung , die m ein  
chardt a u sfü h rt, d aß  die T ätigkeit der Gewerkschaften F re u n d  O tto  in  der letzten S itzung  fü r unsere F rak ­
eigentlich n u r  für den F riedensfa ll vorgesehen ist, sie tio n  zum  Ausdruck gebracht hat, beibehalten. W ir 
also im Kriege die  versicherten B eträge  nicht zu zahlen können zu unserm  B edauern  eine andere S te llu n g  
brauchen, dann m uß er m it derselben Konsequenz d as a ls  eine ablehnende dem A n trage  der H erren  A hrens 
K o rre la t der Arbeilslosenversichentng, nämlich die A r­ und Genossen gegenüber nicht einnehm en; um  so 
b e itsverm ittlung  und die K on tro lle  des A rbeite- w eniger können w ir  d as  nach der A uskunft, die H err 
M arktes durch die Gewerkschaften, auch fü r den K riegs­ S ta d tr a t  Dr. S p ie g e l u n s  über das E rg eb n is  der 
fall außer K ra ft gesetzt sehen. E r  kann nicht sagen: gem einsam en B era tu n g en  in  B e rlin  gemacht hat, der 
d a s  eine E lem ent bleib t der Z uständigkeit der G e­ B era tu n g en , die in  der Hauptsache zu keinen ein­
werkschaften erhalten , d a s  andere E lem en t ist ihrer heitlichen M aß n ah m en  geführt haben, sondern n u r 
Z uständigkeit entzogen. F ü r  dieses zweite E lem ent dazu, daß gewisse einheitliche Gesichtspunkte aufge­
w ürde H err S ra d tv . Dr. B orchardt m it viel m ehr stellt w orden sind. G em einsam e, einheitliche M a ß ­
Recht die Z uständigkeit der Gewerkschaften im  Kriege nahm en in  G roßberlin  konnten ja auch nach dem, 
bestreiten; denn auch bei den O rganisierten , bei den w as vorhergegangen ist, nicht getroffen werden. W ie 
B e ru fsa rb e ite rn  w ird  die A rbe itsverm ittlung  w äh­ ausgefüh rt w urde, ist die Landesversicherungsanstalt 
rend des K rieges sich nicht zu beschränken haben led ig­ B e rlin  selbständig vorgegangen und die S ta d t  B e r­
lich auf die A usübung  der T ätigkeit in  dem speziellen lin  ebenfalls. D a  w ir ein B estandteil der P ro v in z  
B erufe —  n u r  über diesen B e ru f h a t ja die O rg a n i­ B randenbu rg  sind, so müssen w ir u n s  in  die V er­
sation die Uebersicht — , sondern der B eru fsarbe ite r hältnisse schicken, zu denen w ir gehören; w ir müssen 
w ird  genötigt sein, m it Rücksicht au f die au ß ero rd en t­ u n s  demnach auch den Beschlüssen anpassen, die die 
lichen Verhältnisse auch einm al außerhalb des B e­ P ro v in z ia lv e rw a ltu n g  gefaßt hat gemeinsam  m it der 
ru fs , auch einm al außerhalb  der S ta d t  seine T ä tig ­ L andesversicherungsanstajt B randenbu rg . D a  ein­
keit aufzunehm en. D ie  Gewerkschaften haben auch in  m al diese B edingungen  gestellt sind, so sind w ir  der 
dankensw erter Weise bei B eg inn  d es K rieges nach der M e in u n g , daß w ir den A n trag  A hrens und Genossen 
R ichtung h in  E rk lärungen  abgegeben und sich bereit schon^aus diesem G runde , a u s  re in  finanziellen 
erklärt, w enn  bestimmte K anteten  erfü llt sind, A r­ Rücksichten, nicht annehm en können. D er B etrag  
beiten in  anderen  Zw eigen, inbesondere in  der L and- b is  zu r Höhe von 50 % , der von der P ro v in z ia lv e r­
wirdschaft zu übernehm en. Auch a u s  diesem Gesichts­ w altung  w iedererstattet w ird , w ird  n u r dann zurück­
punkt ist es ungerechtfertigt, w enn  der A n trag  gew ährt, wie auch hervorgehoben w urde, w enn im  
A hrens u nd  Genossen die Entscheidung der B e d ü rfn is ­ einzelnen F a lle  die B edürftigkeit festgestellt ist und 
frage, d ie  von der F ra g e  der Ikrbeitsgelegenheit nicht ferner u n ter der B edingung , daß alle sonstigen E in ­
zu trennen  ist, den Gewerkschaften überlassen will. nahm en angerechnet werden. W ir haben ja n u n  von 
Schließlich aber, w enn  es sich nicht um  eine V er­ H errn  S ta d t r a t  S p iege l gehört, daß die letzte B e ­
sicherung handelt, sondern um  die G ew ährung  einer d ingung  durch den P rov inz ia lausschuß  m ilde a u s ­
ind iv iduellen  Unterstützung, ist es grundsätzlich a u s ­ gelegt w ird und daß die W iedererstattung auch 
geschlossen, daß die Gem einde die B ean tw ortung  der d an n  erfolgen soll, wenn w ir gewisse E innahm en  
fü r die Z ah lu n g  städtischer M itte l  m aßgebenden n u r  zu 50 %  anrechnen. Also in  gewissem S in n e  
F rag e , ob ein B e d ü rfn is  vorliegt, einem  andern über­ w ird  dam it auch schon das erreicht, ivas die H erren  
trä g t a ls  sich selbst. A ntragsteller beabsichtigt haben.
Meine Herren, -stände heute die F rage  der A r ­ Meine H erren , der A n trag  A hrens und G en. 
beitslosenversicherung zur Diskussion, dann  würde verlang t, daß die Voraussetzung der Unterstützung 
der Magistrat sicherlich einen ganz andern S ta n d - lediglich die Arbeitslosigkeit sein soll, nicht auch die
        
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