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Periodical volume 23. September 1914

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1914

272 Sitzung vom 23. September 1914
w ürden  alle F ortsch ritte  der ind iv iduellen  A rm en ­ Stadtv. Otto: M ein e  H erren ! Ic h  glaube, nach 
pflege m it einem  Schlage ertö ten , w enn d a s  richtig den A u sfü h ru n g en  des H errn  B ü rgerm eisters  w ird  
ist, w a s  H e rr  S ta b tb .  Dr. B o rchard t au sge füh rt hat. sich auch H e rr  Kollege Dr. B o rchard t davon  überzeugt 
Ic h  w ill aber zugeben, daß ein B e d ü rfn is  best.ht, haben, daß in  der Sache n ichts W esentliches dadurch 
N o rm en  und  Grundsätze aufzustellen, d ie eine gewisse geschieht, w enn w ir  heute den A n tra g  seiner F re u n d e  
U ngleichheit, die H err S ta b tb .  Dr. B o rchard t m it einem  Ausschuß überw eisen, sondern daß w ir  keiner­
Recht gerügt hat, in  den einzelnen U nterstützung^- lei Schaden anrichten, w enn w ir diesen P u n k t, wie 
kommissionen beseitigen und  au f diese W eise d a s  er­ d as  m eine F reu n d e  bean tragen , von  der heutigen 
reichen. w as H e rr  S ta d tv .  Dr.* B orchard t und  seine T ag eso rd n u n g  absetzen und  die Besprechung wie auch 
F reu n d e  m it diesem A n tra g  anstreben. Ic h  glaube, die Beschlußfassung über den A n tra g  vertagen. Ic h  
daß  es zweckmäßig sein w ird , daß der M a g is tra t ge­ stelle also dementsprechend einen V e rta g u n g san tra g .
misst N o rm en  in  U ebereinstim m ung m it den U nter- 
stützungskom issionen u nd  ih ren  V orsitzenden e rläß t, I c h  w ill m aterie ll au f die F ra g e , die u n s  ja  
so daß  d a m it die wesentlichsten Bedenken des H e rrn  natürlich  noch des öfteren  beschäftigen w ird  und  über die außerordentlich  viel zu sagen ist, h ier nicht e in ­
S ta d tv .  Dr. B o rchard t und  seiner F reu n d e  beseitigt gehen, sondern mich d a ra u f  beschränken, allgem ein 
w erden. Ic h  b in  auch der M einu ng , d aß  es w ah r­ den drei Bedenken, die der H e rr  B ürgerm eister gegen 
scheinlich no tw endig  sein w ird , daß  der M a g is tra t in den A n trag  hervorgehoben h a t, beizutreten . H e rrn  
nicht zu ferner Z e it  m i t  einem  A n tra g  au f E rw e ite ­ K ollegen Dr. B orchard t, der ja  selbst M itg lied  des 
ru n g  des K re d its  fü r  d ie G ew ährung  d e ra rtig e r U n­ P ro v in z ia lla n d ta g e s  ist, w ird  ja die M itte i lu n g  
terstützungen an  die S tad tv ero rd ne tenv ersam m lun g  des H e rrn  B ü rgerm eisters  über die S te llu n g  des 
h e ran tre te n  m u ß : denn ich glaube, daß  die z u r  V er­ P rov inzialausschusses in  seiner heutigen  S itzun g  
fügung  gestellten M itte l  auf d ie D a u e r  nicht a u s ­ besonders interessant gewesen sein, und  ich habe zu 
reichen w erden. D a n n , m eine H erren , w ird  auch even­ ihm  d as  volle V ertrau en , daß er sich die schweren B e­
tue ll Z e it sein, daß die S a d tv e ro rd n e te n v rsa m m lu n g  denken nicht verhehlt, die sich nach dieser S te llu n g ­
die B ed ingungen  und  F o rd e ru n g e n  stellt, d ie sie im nahm e des P rov inzialausschusses fü r C h a rlo tte n ­
In te re sse  einer gleichmäßigen H an dh ab un g  der U nter- burg  ergeben, w enn w ir  den A n trag  so, wie er u n s  
stützungsangeU 'genheiten stellen zu müssen g laub t. h ier seitens der H erren  Ä hren»  und  Genossen vor­
liegt. annehm en. D az u  komm t n u n  die Besprechung, 
(B ra v o !) Die m orgen in  B e r lin  s ta ttfind e t und  die ja  erst die 
w eitere G ru n d la g e  fü r die ganze F ra g e  geben w ird .
Stadtv. Dr. Stadthagcn: M eine  H erren ! M eine  W a s  diese Besprechung angeht, an  der ja unser 
F reu n d e  ha lten  die Absicht, einen A n tra g  zu diesem M ag is tra t, wie w ir gehört haben, beteilig t sein w ird , 
P u n k te  der T ag eso rd n u n g  zu stellen, der folgenden so habe ich im  A u fträge  m einer F re u n d e  dazu dem 
W o rtla u t h iben  sollte: zuständigen H errn  M a g is tra tsv e rtre te r  zwei B itte n  
D er M a g is tra t w ird  ersucht, in  E rw äg u n g  zu u n te rb re iten . E s  mochte e inm al in  der m orgigen 
zu ziehen, ob fü r die U nterstützung der A r­ Besprechung nicht n u r  d a rau f Bedacht genom m en 
beitslosen durch die K riegs-U nrerstutzungs- w erden, über die F ra g e  der A rbeitslosenunterstü tzung  
kommissionen bestim m te Grundsätze au fzu ­ selbst zu verhandeln , sondern erneut die ja schon so 
stellen. sind. oft geprüfte und auch von u n s  eingehend behandelte F ra g e  w eiterer A r b e i t s v e r m i t t l u n g ,  er­
Nach dem, w as  S i e  eben von dem H errn  B ü rg e r­ ö rte rt w erden. Z u m  zw eiten möchten w ir b itten , 
m eister gehört haben, hat der M a g is tra t b ereits die daß die a lle rd in g s  sehr schwer zu lösende F rag e , wie 
Absicht, sich d am it zu beschäftigen, eventuell G ru n d ­ der A r b e i t s l o s i g k e i t  d e r  g e i s t i g e n  A r ­
sätze aufzustellen und  die Schw ierigkeiten, von denen b e i t e r  auch seitens der G em einden  näher getreten 
H err Kollege Dr. B orchard t sprach, zu beheben. w erden kann, do rt eingehend geprüft w erden möchte. 
I m  übrigen  glaube ich, daß der jetzige Z eitpunk t S o llte n  diese beiden F ra g e n  im R ah m en  der m org i­
nicht geeignet ist, au f die grundsätzliche F ra g e  der gen Besprechung nicht genügend zu ihrem  Rechte 
ganzen A rbeitslosenunterstü tzung  einzugehen. M eine  komm en, so haben w ir d as  Z u tra u e n , daß unser 
F reu n d e  teilen  die Bedenken, die der H err B ü rg e r­ M a g is tra t diese beiden Gesichtspunkte in  seinen 
meister in  dem besonderen F a lle  eben g eäußert hat. w eiteren  B era tu n g en  über die F ra g e  ernsthaft in s  
Ich  möchte noch ein Bedenken hervorheben, nämlich A uge fassen w ird .
die S chw ierigkeit, die F ä lle , wo bei e iner .Kriegs- Stadtv. Hirsch: M eine  H erren ! Ic h  mochte im  
U nterstützungskom m ission K riegsfälle  m it A rb e its ­
losigkeit verbunden  sind, von denjenigen zu trennen , gegenw ärtigen M o m en t m ate rie ll au f unseren A n ­
wo n u r  A rbeitslosigkeit vorhanden  ist. D a s  re in  trag  nicht eingehen, sondern mich n u r  gegen den A n ­
schematisch zu machen, wie B e rlin  es g e tan  hat, geht tra g  des H errn  Kollegen O tto  w enden, der unseren 
sehr schwer. Ic h  glaube, w ir  w erden m it dem M o d u s , A n tra g  von der T ag eso rd n u n g  absetzen w ill. H e rr  
den w ir b isher beobachtet haben, ganz gu t w eiter Kollege O tto  sowohl a ls  auch der H e rr B ü rg e r­
kommen, vorausgesetzt, daß  derartige  allgem eine m eister sind der Ansicht, daß durch die Absetzung des 
Grundsätze aufgestellt w erden. P u n k te s  von der T ag eso rd n u n g  keine V erzögerung e in tr i t t ,  und  Der H e rr B ürgerm eister speziell füh rte  
V o rh in  hatte  H err Kollege Dr. B orchard t auch a u s , daß  ja  jederzeit eine außerordentliche S t a d t ­
davon gesprochen, daß eventuell ja  auch die V e r ta ­ verordnetenversam m lung  einberufen  w erden könne. 
gung in Aussicht genom m en w erden konnte. Ich  D ie  außerordentliche S tad tv ero rd n e ten v ersam m lu n g  
mochte mich dazu nicht w eiter äu ß e rn , sondern ab­ w ürde aber doch frühestens in der nächsten Woche zu ­
w arten , wie sich die anderen  K ollegen in der S t a d t ­ sam m entreten , und w enn w ir  dann  erst unsern  A n ­
verordnetenversam m lung zu der Sache stellen, und trag  einem  Ausschuß überw eisen, so w ürde zum  m in ­
zunächst also von einem A n tra g  absehen. desten eine V erzögerung  um  eine Woche e in tre ten .
        
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