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Periodical volume 9. September 1914

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1914

Sitzung vom 9. September 1914 263
Stadtbaurat Bredtschneidcr: Ich kann dem, der Postverwaltung ein entsprechendes Abkommen zu 
was der Herr Vorredner soeben ausgeführt hat, nur zu­ treffen, wonach auf Gründ einer Gebühr von 5 H 
stimmen und muß auch sagen, daß es gerade kein die Gespräche geführt werden können.
Muster von Schönheit ist, was uns da vorgeführt 
worden ist; aber es ist ein Muster einer praktischen (Die Versammlung beschließt mit großer Mehr­
Einrichtung. Die Zelle muß so ausgeführt werben, heit nach dem Antrage des Magistrats, wie folgt:
daß man-den, der sich im Innern befindet, von außen Zu dem Abschluß eines Vertrages mit der 
sehen kann. Das bedingt, daß Glaswände bis auf Reichspost-Verwaltung über die Aufstellung 
den Boden angebracht werden, so daß inan durch die von Fernsprechaulomaien-Häuschen auf den 
ganze Zelle hindurchsehen kann; denn nur so kann Straßen und Plätzen der Stadt Charlottcnburg 
inan jeden erkennen, der sich im Innern zu schaffen 
macht; andernfalls würde bort viel Unfug getrieben nach Maßgabe des abgedruckten Entwurfs die 
werden können. Wenn man aber auf Glaswände an­ Zustimmung zu erteilen.)
gewiesen ist, wird sich kaum etwas Schöneres schaffen Vorsteher Dr. Frentzel: Punkt 3 der Tages­
lassen; wir werden uns jedoch bemühen, den An­
regungen des Herrn Vorredners jo weit wie möglich ordnung:
Rechnung zu tragen. Vorlage betr. Ausbau eines Teiles der Hcrschcl- 
straßc. — Drucksache 199.
Ltadtv. Dr. Borchardt: I n  den Ausführungen, 
die soeben der Herr Stadtbaurat gemacht hat, scheint (Die Versammlung beschließt nach dem Antrage 
mir doch der preußische Polizeigeist ein bißchen stark des Magistrats, wie folgt:
zum Vorschein zu kommen, daß nämlich diese Wände 
durchsichtig sein müssen, damit derjenige, der sich in Zum Ausbau der Herschelstraße in der Aus­
dem Häuschen befindet, mit jeder Handbewegung dehnung des angrenzenden Grundstücks des 
von außen vollkommen beobachtet werden kann, weil Preußischen Justizfiskus zu bewilligen:
sonst dort viel Unfug getrieben werden könnte. a) für die Regulierung 38 200 dl aus dem 
Meine Herren, ich habe in diesem Sommer in Straßenregulierungsfonds vorbehaltlich^ der 
Stuttgart eine etwas andere Einrichtung solcher Erstattung je zur Hälfte aus dem Straßen­
Häuschen gefunden, die m ir auch erwägenswert zu bauetat für 1915 und aus dem Gnmdstücks- 
sein scheint. Ich habe zwar hier in dem Vertrag nichts erwerbsfonds,
darüber gefunden, wieviel ein Gespräch kosten soll; b) für die Kanalisierung noch 600 dl aus dem 
aber ich nehme an, daß es eben ein Fernsprech­ Sonderetat Rr. 1 (Kanalisationsvcrwal- 
automat ist, in dem man für 10 H ein Gespräch tung) Extraordinarium Abschnitt 1 Nr. 3 
führen kann. Bei der in Stuttgart befindlichen Ein­ für 1914.)
richtung kann mar für 5 H ein Gespräch, ja sogar 
zwei öder drei Gespräche schnell hintereinander Das Protokoll der heutigen Sitzung vollziehen 
führen. Dort hat es sich nicht die Postbehörde, son­ die Herren Stadtv. Dr. Licpmann, Mann und Mar­
dern eine private Erwerbsgesellschaft zur Aufgabe zahn.
gemacht, solche kleinen Häuschen mit Telephonen, 
die gegen eine an die Post zu zahlende Pauschgebühr Punkt 4:
gemietet sind, aufzustellen. Der Z u tritt in dieses 
Häuschen, das durch einen Automaten verschlossen ist, Vorlage betr. Beitrag zu den Instandsetzungskosten 
ist gegen eine Gebühr von 5 H gestattet, und solange der Kirche in Seeburg. — Drucksache 200.
man sich in dem Häuschen befindet, kann ein anderer 
nicht hinein. Derjenige, der drin ist, kann nun das (Die Versammlung beschließt nach dem Antrage 
Telephon benutzen, ohne dafür eine besondere Ge­ des Magistrats, wie folgt:
bühr zu zahlen. Wenn die von ihm gewünschte Ver­
bindung besetzt ist, so kann er ein paar Minuten war­ Der Kirchengemeinde von Seeburg zur Re­
ten, und wenn er zwei oder drei kurze Gespräche stauration der dortigen Kirche einen Beitrag 
hintereinander zu führen hat, so kann er sie im Ver­ von 500 dl außeretatsmäßig zu Lasten der 
laute weniger Minuten für diese 5 H erledigen. Es Kanalisationsverwaltung zu bewilligen.)
wird auch dort gebeten, daß man die Zelle nicht über 
fünf Minuten in Anspruch nimmt; aber so streng Ist Punkt 5:
dort die Kontrolle nicht, daß jeder Handgriff des in 
der Zelle Befindlichen von außen beobachtet werden Vorlage betr. Beitrag zur Errichtung eines Denk 
kann. Die allgemeinen Umrisse sind zwar von mals für Julius Wolfs. — Drucksache 201.
außen zu sehen, aber daß man dort nun gleichsam 
unter Polizeikontrolle steht, könnte man eigentlich (Die Versammlung beschließt nach dem Antrage 
nicht sagen. Freilich sind auch diese Häuschen dort des Magistrats, wie folgt:
im Sommer, wie Herr Kollege Riesenberg sich.aus­
drückt, die reinen Blcikainmern. Vielleicht empfiehlt Zur Errichtung eines Denkmals für den Dich­
sich das schon aus dem Grunde, damit niemand ver­ ter Ju lius Wölff wird ein einmaliger Beitrag 
sucht wird, allzu lange in einem solchen Häuschen von 300 dl bewilligt, der dem Dispositions­
zuzubringen und dadurch, daß er eine ganze Reihe fonds zu entnehmen ist.)
von Gesprächen führt, andere, die dieses Telephon 
auch benutzen wollen, daran zu hindern. Ob sich Gegen die Vorschläge des Wahlausschusses sind 
die Gründung einer solchen Gesellschaft bei uns emp­ Einwendungen nicht erhoben worden.
fiehlt, kann natürlich weder hier noch vom Magistrat Ich schließe die öffentliche Sitzung.
entschieden werden. Vielleicht aber kann der Magistrat 
die Frage prüfen, ob es sich eventuell empfiehlt, mit (Schluß 6 Uhr 26 Minuten.)
        
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