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Periodical volume 21. Januar 1914

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1914

14 ' Sitzung vom 2 . Januar r»14
zählt in vier Bezirken 864 Wähler: im Durchschnitt eine Zeit nach etwa sechs Jahren eine Nachprüfung 
sollen also auf jeden einzelnen Bezirk 216 Wähler der Einteilung für den Fall ins Auge gefaßt, daß 
entfallen. W ir sehen aber, das; in einem Bezirk sie sich durch eine Verschiebung der Bevölkerung als 
3:32» Wähler, in einem anderen aber nur 149 vor­ nötig erwiese; denn wir haben schon damals damit
handen sind. Das ist ein ziemlich großer Unterschied. gerechnet, daß in gewissen peripher gelegenen Bezirken 
Noch viel krasser tritt der Unterschied in der eine energische Vermehrung der Bevölkerung eintreten 
I I .  Wählerabteilung hervor. Tort haben wir im würde. Heute scheint mir der Antrag jedoch noch 
ganzen 7559 Wähler, die ebenfalls auf vier Wahl­ etwas verfrüht. Wir haben eben erst die letzten Er- 
bezirke verteilt sind. Der Durchschnitt beträgt hier günzungswahlen hinter uns, und die nächsten Er­
für den einzelnen Bezirk 1890 Wähler. W ir sehen gänzungswahlen finden erst Ende 1915 statt. Selbst­
aber, das; z. B. der 1. Wahlbezirk in der I I .  Ab­ verständlich würde, wenn wir für die nächsten 
teilung 779 Wähler mehr Hai, als der Durchschnitt Ergänzungswahlen eine neue Einteilung vorsehen 
beträgt. Auch der 3. Bezirk weist ein Plus auf, würden, was ich auch erwarte, doch zweckmäßig er­
während der 4. Bezirk um 619 Wähler hinter dem weise noch erst die Perstmensrändsaufnahme vom 
Durchschnitt zurückbleibt. Tie werden zugeben Oktober 1914 abgewartet werden müssen; denn es ist 
müssen, daß diese Verteilung wohl nicht als ein all­ dock, angebracht, daß wir deren Ergebnis noch bei der 
gemeiner Ausgleich angesprochen werden kann. Neueinteilung mit verwerten. Also wenn wir, was 
Viel schlimmer sieht es aber in der I I I .  Wähler­ ich wohl annehmen kann, eine Neueinteilung vor­
abteilung aus. Hier finden wir einen Wahlbezirk, der nehmen werden, so wird das erst Anfang des nächsten 
eigentlich, wie jeder zugeben muß, in mindestens Jahres geschehen können. Es ist ja dann auch immer 
zwei, vielleicht auch drei Bezirke geteilt sein müßte. noch Zeit genug, die Neueinteilung für die nächsten 
I n  der I I I .  Abteilung kommen 49 949 Wähler in Ergänzungswahlen zu erwarten.
Frage, die auf acht Wahlbezirke verteilt sind, so daß Im  übrigen möchte ich zu den letzten Ans- 
der Durchschnitt 6244 Wähler ergibt. Der 3. Wahl­ ■fiihtungen des Herrn Vorredners noch bemerken, daß 
bezirk der I I I .  Abteilung umfaßt 9931 Wähler, d. h. cs in de. Tat oft etwas schwierig ist, die Bezirke so 
ein Plus von 3687 Wählern gegenüber dem Durch­ herauszubekommen, daß sie möglichst gleich sind; 
schnitt. Der 2. Bezirk der I I I .  Wählerabteilung denn wir haben uns bisher bei der Abgrenzung der 
umfaßt 7110 Wähler, also 866 mehr, als der Durch­ Wahlbezirke möglichst an die der Stadtbezirke ge­
schnitt beträgt. Der 8. Bezirk und das ist auch halten. Es hat das ja auch etwas für sich; denn die 
recht originell — umfaßt 4304 Wähler; er bleibt also Stadtbezirke sind eine bekannte Einteilung, die wohl 
um 1940 Wähler hinter dem Durchschnitt zurück. bei allen städtischen Veranstaltungen, wo es sich um 
Meine Herren, Sie sehen an der Hand dieses die Abgrenzung von Bezirken handelt, zugrunde ge­
Materials, daß wir unter keinen Umständen mit legt werden, und es ist erwünscht, daß auch hier die 
dieser Wahlbezirkseinteilung mehr operieren können, Bezirksgrenzen innegehalten werden. So kommt es 
und es ist dringend notwendig, daß hier eine Aende­ denn, daß man da hin und wieder etwas verzwickt 
rung vorgenommen wird. Diese gewaltige Ver­ abgrenzen muß, um eine möglichst g l e i c h mäß i ge  
schiebung in der Stärke der einzelnen Bezirke wäh­ und gerechte Einteilung herauszubekommen.
rend der letzten fünf Fahre mußte ja erfolgen, da 
Charlottenburgs Einwohnerschaft ziemlich stark zu­ Stadtv. Otto: Meine Herren! Ich habe im 
genommen hat. Im  Jahre 1909 haben wir insge­ Namen meiner Freunde die Erklärung abzugeben, 
samt 48 087 Wähler gehabt, während im Jahre 1913 daß wir dem Antrag zustimmen. Auch wir können 
bereits 58 362 Wähler vorhanden waren, so daß hier nicht verkennen, daß sich seit der letzten Wahlbezirks­
also ein Zuwachs von 10 275 Wählern zu ver­ einteilung Verschiebungen in Charlottenburg gezeigt 
zeichnen ist. haben, die in gewissen Bezirken eine Minderung des 
Also, meine Herren, die Zahlen selbst reden Wahlrechts zur Folge haben. Ich denke dabei vor 
ohne weiteres für unseren Antraa. so das; ich mich allem auch an den 3. Bezirk der I I I .  Abteilung, deck 
auf eine weitere Begründung nicht mehr einzulassen Herr Kollege Gebert hier besonders erwähnt hat.
brauche. Aber ich möchte noch den Wunsch aus­ Was die beiden Wünsche angeht, die Herr 
sprechen, daß, wenn unser Antrag angenommen wird Kollege Gebert ausgesprochen hat, daß einmal mög­
— und ich setze ohne weiteres voraus, daß die ganze lichst gleiche Kopfzahlen in jedem Bezirk vorhanden 
Versammlung für ihn stimmen wird —, dann aber sein mögen und daß anderseits jeder Einzelbezirk 
auch unsere Bezirkseinteilung in Bezug auf die geo­ möglichst ein in sich abgeschlossenes Ganzes darstellen 
metrische Verteilung soweit wie möglich übersichtlicher soll, so wird auch Herr Kollege Gebert nicht verkennen 
gestaltet wird. Wir sehen, daß z. B. der Wahl­ können, daß sich diese beiden Forderungen unter Um­
bezirk 5 in der inneren Stadt einen ganz unglück­ ständen gegenseitig ausschließen können. Ich glaube, 
lichen Schnitt hat. Diese Winkel und Ecken, die dort wenn man vor einem solchen Gegensatz steht, so wird 
zu einem Bezirk zusammengezogen sind, lassen sich es richtig sein, doch der gleichen Kopfzahl vor dem 
nach meinem Dafürhalten vermeiden, und der ganze geographisch abgerundeten Wahlbezirk den Vorzug zu 
Bezirk könnte bester und übersichtlicher gestaltet geben. Ob es nötig ist, daß der Magistrat den 
werden. Grundsatz befolgt, den Herr Stadtrat Seydel eben er­
Das wäre das, was ich zur Begründung unseres wähnt hat, die Stadtbezirke, wie ich ihn verstanden 
Antrages anzuführen hätte; ich möchte Sie bitten, habe, u n t e r  a l l e n  Ums t ände n  als ausschlag­
ihn einstimmig anzunehmen. gebend anzusehen, möchte mir zweifelhaft erscheinen.
Auch meine Freunde haben den Wunsch, daß 
(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) diese Wahlkreiseimeilung, wenn sie neu vorgenom­
men wird, möglichst gerecht erfolgt, und wir sehen 
Stadtrat Seydel: Meine Herren! Als wir im die größte Gerechtigkeit in einer möglichst gleichen 
Jahre 1909 das letzte Mal eine Neueinteilung der Kopfzahl der einzelnen Bezirke der betreffenden Ab­
Wahlkreise vornahmen, haben wir schon damals für teilung. Ich glaube, Herr Stadtrat Seydel hat den
        
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