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Periodical volume 5. August 1914

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1914

240 Außerordentliche Sitzung vom 5. August 1914
Vorsteher Dr. Frentzel: D a s  W o r t  wird  nicht haben werden, ist nicht zu vermeiden: es liegt das 
weiter verlangt. daran, daß u n s  ein Teil der P fe rde  entzogen ist. Bei 
der M üllab fuh r  müssen w ir  u n s  auch mit einigen U n ­
Bürgermeister Dr. M aier: Ich  möchte die H erren  bequemlichkeiten abfinden, namentlich jetzt während der 
S tad tverordne ten , die gewählt worden sind, bitten, nach D a u e r  der S p e rru n g  der Schienenwege. W ir  können 
der Sitzung hierzubleiben, dam it  w ir  sofort u n s  über m om entan  nicht alles so erledigen, wie w ir  es erledi­
die Konstituierung der Unterstützungskommissionen gen möchten.
fü r  die einzelnen Bezirke unterhalten  können. I m  übrigen sind alle Ressorts, wie ich bemerken möchte, so vorbereitet, daß w ir  auf Schwierigkeiten 
nicht stoßen werden. Andererseits ha t  der M agis tra t  
Vorsteher Dr. Frentzel: W ir  kommen jetzt zu dein beschlossen, daß w ir  mit Rücksicht auf die Besonderheit 
dringlichen A n trage  zurück, und ich bitte diejenigen der Zeitlage natürlich davon Abstand nehmen müssen, 
Herren, welche diesen dringlichen A n trag  annehmen irgendwelche großen Projekte, die w ir  begonnen haben, 
wollen, die H and  zu erheben. weiter zu verfolgen.
(Geschieht.) (B ravo!  auf allen Sei ten .)
D e r  A n trag  ist einstimmig angenommen. E s  ist ausgeschlossen, daß w ir  in dieser Z eit  die P o ­
H err  Bürgermeister, wünschen S i e  noch weiter litik der Weitsichtigkeit auch n u r  nach irgendeiner Rich­
das  W o r t? tung hin fortsetzen: denn unter diesen Zeitläuften 
wissen w ir  nicht, w as  der morgige T ag  bringen kann.
Bürgermeister Dr. M aier: M eine  H erren! E s  
wird S i e  interessieren, zu erfahren, daß w ir  unseren (Z u ru f :  Hoffentlich S ieg !)
eingezogenen Beam ten  selbstverständlich d as  Gehalt 
weiter zahlen, weil w ir  dazu gesetzlich verpflichtet sind, M eine  Herren, schließlich möchte ick) noch hervor­
und zwar an  diejenigen Personen , die die Beam ten  heben, daß die Beunruhigung  der Bevölkerung, die 
u n s  vorher bezeichnet haben, und so lange ohne be­ darin  zum Ausdruck gekommen ist, daß ein starker 
sondere Lebensbescheinigung, b is  u n s  etwa der Verlust Ansturm auf die Sparkasse stattgefunden hat. durch­
des betreffenden M a n n e s  nachgewiesen ist! a u s  unbegründet war, weil w i r  auch in dieser B e ­
A n  u n s  wird aber die weitere F rage  herantreten, ziehung in der Lage gewesen wären, den Anforderungen 
wie w ir  u n s  gegenüber unseren Privatdienstverpflich­ des Pub likum s zu entsprechen. Diese B eunruhigung, 
teten und Privatangestellten  zu verhalten haben. Ich  hat sich auch G o t t  sei T an k  in den letzten T agen  ge­
möchte hier schon der S tadtverordnetenversam m lung legt, und ich kann feststellen, daß die E inzahlungen 
die Erklärung abgeben, daß ich mich an  die S t a d t  bereits wieder in sehr schöner Weise vor sich gehen.
B er l in  gewandt habe, um ein einheitliches Vorgehen 
in  G ro ß -B er l in  zu erzielen, und, wenn B eunruhigung  (B ravo!  auf allen  S e i te n . )
auf G ru n d  irgendwelcher Gerüchte un te r  den P r i v a t ­
angestellten herrscht, etwa nach der Richtung hin, daß Stadtv. Dr. Stadthagen: M eine  H e r r e n ! D e r  
die Zukunft  der Privarangestelltenschaft nicht sicher- H e r r  B ürgerm eis ter  hat auch von den Werken der 
gestellt sei, daß  diese Gerüchte unbegründet sind« S t a d t  gesprochen. T i e s  gibt m i r  zu folgenden B e ­
merkungen Veranlassung. E in  Kollege von  m ir  
(B ravo!  auf  allen S e i ten .) ha t  vor kurzem eine Anfrage bekommen, ob er sich 
z u r  Bewachung von Brücken hier in  der S t a d t  zur 
I ch  möchte ferner mitteilen, daß w ir  im M a g i ­ V erfügung  stellen wollte . E s  scheint m ir  hier auch die 
strat u n s  über den S t a n d  der gesamten Gemeinde- Möglichkeit der V erzettlung  v o n  K räf ten  vorzuliegen, 
Verwaltung für sämtliche Ressorts in  einer außer­ und ich glaube, daß, wenn irgend etw as Ähnliches wie 
ordentlichen S itzung  am  M o m a g  ausgesprochen und eine B  ü r  g e r  w e h r  eingerichtet werden m uß ,  ihre 
u n s  auch davon überzeugt haben, daß keinerlei A n laß  E inrich tung  dann  Sache der S ta d tv e rw a l tu n g  ist. Ich  
zu irgendwelcher B eunruhigung  hinsichtlich des G e ­ bitte daher, vielleicht im  M a g is tra t  Vorsorge zu 
schäftsganges in unserer Verw altung  vorliegt. J ns- treffen, daß die K räf te  von p riv a te r  S e i t e  nicht u n ­
besonoere können w ir  I h n e n  mitteilen, daß unsere nötig  verzettelt werden.
F inanzverw altung  den Anforderungen, die an  sie ge­ ' I c h  darf  dabei vielleicht noch a u f  e inen  P u n k t  
stellt werden, durchaus gewachsen ist, daß w ir  vor zurückkommen, der vorhin  gestreift w orden w ar ,  n ä m ­
allen D ingen  für ihre L iquiditä t,  die w i r  früher schon lich auf die V e r m i t t l u n g  v o n  u n b e z a h l ­
der S tadtverordnetenversam mlung  als  e tw a s  be­ t e n  H i l f s k r ä f t e n .  W i r  Wollten ursprünglich 
sonders Wichtiges hingestellt haben, gesorgt haben. eine sofort zu errichtende besondere S te l le  für diesen Zweck beantragen : w ir  haben aber nach Rücksprache 
(B rav o !  auf allen S e i ten .) m it dem M agis tra t  davon abgesehen, möchten jedoch hier klarstellen, w a s  w ir  wollten. —  E s  handelt sich 
d arum , eine R eihe Don S te l le n  zu schaffen, von  denen 
Insbesondere  ist die Zah lung  der ersten R a te  der a u s  die K räfte ,  die an  dieser oder jener S te l l e  helfen 
1 0 - M il l io n e n -A n le ih e  für den kritischsten T erm in , wollen —  ehrenamtlich, wollen w ir  e in m al  g ru nd ­
nämlich für den 30. Sep tem ber d. I . ,  sichergestellt. sätzlich sagen — , do r th in  befördert werden, wo sie 
F e rn e r  möchte ich bemerken, daß  auch der B e ­ nö t ig  sind. S i e  laufen setzt v on  P o n t i u s  zu P i l a t u s ,  
tr ieb  der Werke sichergestellt ist, daß  die Kohlenvor- dor th in ,  wo es überfüllt  ist, oder sie stören die be­
räte so beschaffen sind, daß wir, für absehbare Zeit treffenden S te l l e n ,  beispielsweise das  R o te  Kreuz, 
wenigstens, zu irgendwelcher B eunruhigung  keine V er­ bei den militärischen O rgan isa tionen . H ie r fü r  m uß  
anlassung haben. D a ß  w ir  bei der S traßenre in igung , die S ta d tv e rw a l tu n g  auch die nötigen O rgan isa tionen  
meine Herren, m it  kleinen Unebenheiten zu rechnen schaffen. W e n n  ich den H e r rn  B ürgerm eis te r  richtig
        
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