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Periodical volume 10. Juni 1914

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1914

314 Sitzung vom 10. Ju»t 1914
M ündung -des O pernhauses in  dieser Hinsicht ein des M a g is tra ts  E in tr ittsp re ise  zu erheben, die
F eh ler gemacht w orden ist; die billigen  Plätze w aren  über d ie  festgesetzten P re ise  h inausgehen.
viel zu n iedrig  festgesetzt. D a s  ist auch dadurch er­ D ieser A n tra g  w urde auf A nregung  des H errn  D i ­
wiesen, daß  der B ille thandel sich gerade dieser billigen  rektors H a rtm a n n  gestellt, d e r gern wünschte, daß er 
B ille ts  bem ächtigt ha t. E r  läu ft dabei gar kein Risiko: einige T age, an  denen keine A bonnem entsvorste llun­
B ille ts , d ie  er fü r 90  P f .  erw irb t, w ird  er im m er m it gen sind —  d as sind d ie  S o n n ta g e  — , zu r vo llständi­
Nutzen los, er n im m t g la tt 1 ,40 Jl, 1,50 Jl  d a fü r, gen freien V erfügung  hätte, d am it er, w enn  einm al 
und d as P u b lik u m  zah lt doch die höheren  P re ise . e in  G ast von W eltru f in  C harlo ttenburg  w äre —  er 
D a  ist es ganz erklärlich, d a ß  die D irek tion  diesen nann te  C aruso— , vollständig frei die E in tr ittsp re ise  
Nutzen, den der B ille thandel an  sich gerissen h a t, selbst festsetzen könnte, um  die Sache lukrativ  zu gestalten. 
haben möchte, zum al diese P re ise  wie gesagt viel zu D ieser A nregung  w urde F o lge  gegeben, und der A n ­
billig  sind. D e r Vorschlag der D irek tion  ging dahin , trag  w urde bew illig t.
die Galerieplätze von 90 P f .  auf 1 Jl, bei erhöhten N u n  w ar noch ein h a rte r K am pf bezüglich eines 
Kassenpreisen aus 1,25 c k  festzusetzen, den d ritte n  w eiteren P u n k te s . E s  w ar angeregt w orden, m an  
R a n g  um  20 P f .  zu erhöhen, bei erhöhten Kaffen- möge doch fü r die G arderobe etw as nehm en, m an  
preisen um  w eitere 50 P f . ,  den zw eiten R a n g  auch möge sich auch die Z ette l bezahlen lassen. S o  w urde 
n u r  um  20  P f .  zu erhöhen und bei erhöhten Kassen­ der A n trag  eingebracht, die G arderobe auf 20 P f .  fest­
preisen um  w eitere 50 P f .  D ieser Vorschlag, der in  zusetzen m it  A usnahm e des d ritten  R an g es , wo n u r  
der M ag istra tsv o rlag e  zuin Ausdruck kam, h a t die 10 P f .  erhoben w erden sollten, und m it A usnahm e 
B illig u n g  des Ausschusses gefunden, e r  w urde gegen d er G alerie , die von der Z ah lung  der G arderobe be­
e i n e  S tim m e  im  Ausschuß angenom m en. fre it sein soll; d er Z e tte l sollte m it 10 P f .  verkauft 
D e r  Ausschuß glaubte aber, noch w eite r gehen w erden. D ie  F reu n d e  dieses A n trag es  machten gel­
zu sollen, um  fü r d ie  F o lge  möglichst g latten  Tisch tend, daß diese N euerung  etw a 100 000  Jl J a h re s -  
zu schaffen. V on  verschiedenen S e i te n  lagen A nträge  ' e innähm e dem  Deutschen O pernhause bringen  w ürde. 
aus w eitere P re ise rh ö h u n g en  v o r. Ic h  w ill sie nicht S ie  führten  nam entlich hinsichtlich d e r  Z e tte l a u s , daß  
alle anführen , n u r  d as  möchte ich erw ähnen, daß ein es ein U nfug w äre, daß jeder, der das H a u s  besuchte, 
A n tra g  eine ganz generelle, ziemlich wesentliche E r ­ einen Z ette l bekäme. E in e  F a m ilie  von v ier P e r ­
höhung sämtlicher P re ise , m it A usnahm e des ersten sonen ließe sich für jede P e rso n  einen Z ette l geben, 
R an g es , vorsah. D e r Ausschuß lehnte alle diese A n ­ w ährend sie m it einem, höchstens m it zwei Z ette ln  
träge ab, besonders auch den soeben erw ähnten, weil zufrieden w äre, wenn sie sie bezahlen m üßte . Je tz t 
die S p a n n u n g  zwischen den Kassenpreisen und m üßte  eine zu große A uflage gemacht w erden, die 
A bonnem entspreisen  zu groß geworden w äre und weil Z ettel w ürden in größerer M enge verteil!, a ls  no t­
m an  d a s  P ub likum , d a s  an  der Kasse die B ille ts  wendig ist. D ie  Gegner dieses A n trages aber wollten 
ö fter kaust, nicht vo r den Kops stoßen w ollte, indem  sich nicht auf eine N euerung  einlassen. G erade das 
m an  die P re ise  a u f  ein N iveau  erhöbe, wo m an  nicht sei so angenehm  em pfunden w orden, daß m an  ge­
m ehr -Wüßte, ob m an  noch den V o rte il bei nachlassen­ w isserm aßen m it einem  P assepartou t durch alle 
dem  Besuch härte . D e r  Ausschuß hat sedoch einem  Schranken hindurchkäme, n iem a ls  in  das P o r te ­
A n trag e  zugestim m t, die P re ise  fü r die G a le rie  durch­ m onnaie zu fasten brauche, um  hier 20  P f . ,  do rt 
gängig a u f  1,25 Jl  festzusetzen, sowohl bei den ge­ 10 P f .  zu zahlen. Unser P u b lik u m  sei durch das 
wöhnlichen wie bei erhöhten P re isen . D ieser A n tra g  S ch ille rtheate r be re its  d a ran  gew öhnt, und es sei u n ­
h a t auch fast einstim m e A nnahm e gefunden; S i e  m odern, h ier eine A enderung vorzunehm en. I m  
finden ihn in  dem  Ih n e n  heute gedruckt vorliegenden G egenteil, m an  solle n u r  anerkennen, wie ku lan t das 
A usschußantrage u n te r  C. E s  bestanden um  so w eni­ P u b lik u m  hier behandelt w ird ; m an  solle die Sache 
ger Be-denken, den P r e i s  von  1,25 J l  fü r sämtliche ruh ig  so lassen. B e i d e r  A bstim m ung ist d an n  auch 
V orstellungen zu bewilligen, a ls  ja die V ereine, die der A n trag  gefallen. E s  soll also so bleiben, wie es 
des S o n n ta g s  nachm ittags d as  H a u s  gepachtet haben, seither gewesen ist. E s  kam dabei auch in  B etracht, 
den E in h e itsp re is  von 1,30 Jl v o n  ih ren  M itg lied ern  daß von dieser N euerung  auch die A bonnem ents be­
fordern . D iese B ille ts  w erden bekanntlich verlost, troffen  w orden w ä ren ; die A enderung  w äre  also fü r 
u n d  w er die G a lerie  zieht, zahlt tatsächlich d a fü r be­ das J a h r  1914/15 g a r  nicht zulässig gewesen, da die 
re its  1,30 Jl, noch dazu fü r  eine N achm ittags­ A bonnem ents bere its  w eitergelaufen sind, sie könnte 
vorstellung. S o m it  scheint es doch, daß der P r e i s  erst fü r 1915/16 in  Betracht kommen. W ie gesagt, 
von 1,25 J l  durchgängig fü r alle V orstellungen Wohl a u s  allen diesen G rü n d en  w urde der A n trag  ab ­
richtig ist. gelehnt.
F erner ging der Ausschuß noch weiter bezüglich M eine  H erren , w ir  haben der D irek tion  n u n  
der erhöhten Kassenpreise. E s  wurde der A ntrag an­ die M itte l  bew illig t, und w ir  haben ih r m ehr be­
genommen: w illig t, a ls  sie v e rlan g t ha t, in  der H offnung, daß sie 
Erhöhte Preise treten ein bei allen Wagner­ auf dem beschrittenen W ege, den w ir  alle anerkennen 
opern und bei P rem ieren. B ei tantiem e­ und dessen L eistungen auch die Ö ffen tlichke it aner­
pflichtigen O pern können m it Zustimmung der kennt, w eiter fortschreitet. W ir  hoffen, daß die D i ­
zuständigen D eputation bz»v. des M agistrats rektion d a s  Deutsche O p e rn h au s  m it den bew illigten 
die festgesetzten erhöhten Preise erhoben werden. M itte ln  w eiter zu einer guten Entw icklung führen 
D a s  ist eine Ermächtigung an  die Direktion, dam it w ird . Ic h  b itte  s i e ,  die M ag istra tsv o rlag e  m it den 
sie sich freier bewegen und erhöhte Preise bei dm  er­ u n te r  B, C und D  aufgeführten  E rm ächtigungen a n ­zunehm en.
wähnten Opernvorstellungen erzielen kann.
S odann  wurde noch ein A ntrag angenommen 
(B  der gedruckten V orlage), der lautet: Stadtv. Klick: M eine H erren! Auch meine M eunde  erkennen die künstlerischen Leistungen des 
Ferner wird der Opernhausbetriebsaktien­ O pernhauses vollkommen a n ; aber trotzdem sind w ir 
gesellschaft gestattet, an  den Sonntagen in A us­ prinzip iell gegen jede E rhöhung der Preise. W enn der 
nahmefällen bei Gastspielen m it Zustimmung H err R eferent sagt, die Preise w ären seinerzeit bei Be-
        
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