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Periodical volume 20. Mai 1914

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1914

194 Sitzung vom 20. Mai 1914
D ie M itg lieder des Ausschusses haben trotz dieser instanzen zu treten, um  zu sehen, ob hier nicht doch 
D arlegungen des M ag istra ts zu einem großen Teile eine Erleichterung zu erwirken wäre. T ie  mündlichen 
daran  festgehalten, daß die direkte Beleihung durch Verhandlungen, die darüber zwischen dem V ertreter 
did S tadtgem einde erwünscht sei. Um ein Zusam ­ des M ag istra ts und den V ertretern  der Aufsichts­
mengehen m it dem M agistrat zu erreichen, hat daher behörden geführt worden sind, haben das E rgebnis 
der Ausschuß an diesen das Ersuchen gerichtet, ihm gehabt, das in folgender Erklärung des M agistrats 
neben der Vorlage, die der Stadrverordnetenversam m - niedergelegt ist:
lung bekannt ist, noch einen zweiten E n tw urf vor­ D er M ag istra t n im m t davon K enntnis, daß 
zulegen, der von einer direkten Hingabe städtischer die zuständige Aufsichtsinstanz an  den E rforder­
Gelder fü r Hypotheken ausgeht. D er M agistra t hat nissen des A m ortisationszw anges der ersten 
sich darauf in  einer S itzung m it der Angelegenheit Hypothek unbedingt festhält.
befaßt und dem Ausschuss folgende A ntw ort erteilt: Nach dieser kategorischen, jeden Zweifel beseitigenden 
D er M ag istra t sieht sich nicht in  der Lage, Erklärung müssen w ir un s also hierm it abfinden. 
nach nochmaliger sachgemäßer P rü fu n g  sämt­ Infolgedessen wird nur derjenige auf die Hergabe 
licher einschlägiger Verhältnisse den E n tw ur von Geld rechnen dürfen, der sich gleichzeitig ver­
von Bestim m ungen vorzulegen, denen zufolge pflichtet, die erste Hypothek zu amortisieren oder, so­
die H ingabe zweiter Hypotheken unm ittelbar lange die Um wandlung in eine Amortisationshypothek 
von der S tadtgem einde erfolgen soll. Dieser nicht möglich ist, die M aßnahm en zu treffen, die ihm 
Beschluß w ird einstimmig gefaßt. der Vorlage gemäß auferlegt sind. Wie ernst w ir 
Nach K enntnisnahm e dieses Beschlusses sah sich der dieses Bedenken gewürdigt haben, mögen S ie  daraus 
Ausschuß vor der Frage, ob er die direkte Hergabe entnehmen, daß w ir trotzdem schließlich noch einen 
beschließen und dam it nach allem, w as m an annehmen Beschluß gefaßt haben, der wenigstens für eine G ruppe 
durfte, ein Scheitern der gesamten Vorlage herbei­ von Einzelsällen eine Entlastung ermöglicht. W ir 
führen soll, oder ob er dem Wege, den der M agistrat wollen nämlich versuchen, ob die Aufsichtsinstanz 
vorgeschlagen hat, folgen soll. I n  dem Bewußtsein, nicht wenigstens in  den Fällen, in denen die erste 
daß die S tadtverordnetenversam m lung nicht die V er­ Hypothek von der Sparkasse der S ta d t  C harlo tten­
antw ortung fü r ein Scheitern der Vorlage über­ burg hergegeben w ird, von der Pflicht der A m orti­
nehmen kann, am allerwenigsten gegenüber E rklärun­ sation absieht. W ir hoffen, daß die Auffichtsinstanz 
gen des M agistrats, deren sachliche B egründung auch hier unserm S tandpunkte Rechnung tragen wird, weil 
derjenige, der die anderen M om ente für stärker hält, ja  die G ründe, die für die Äm ortisaiionspflicht 
anerkennen m uß. ist der Ausschuß nahezu einstimmig sprechen, nämlich die Ermöglichung einer genauen 
zu der Entschließung gelangt, dem S tandpunkte des K ontrolle seitens der S ta d t ,  in  diesem F alle  ohne die 
M ag istra ts  Rechnung zu tragen und seine B eratungen Vorbedingung der A m ortisation erfüllt sind. W ir 
auf dem Boden der m ittelbaren, der indirekten schlagen also vor, daß der M agistrat noch versuchen 
H ingabe der Gelder fortzusetzen, d. h. also der H in ­ soll, diese Erleichterung bei der Aufsichtsinstanz zu er­
gabe durch einen Verein unter G aran tie  der S ta d t ­ reichen, und w ir b itten S ie , ihn zu ermächtigen, falls 
gemeinde. er hierm it Erfolg hat, eine entsprechende Klausel in 
M eine Herren, die weiteren Erw ägungen des das S ta tu t  des Hypothekenbankvereins noch h inein­
Ausschusses grundsätzlicher A rt gingen hauptsächlich zuschreiben. —  Gestatten S ie  m ir noch nebenbei zu 
dahin, den Geldnehmern die Geldenm ahm e möglichst bemerken, daß nach den Erkundigungen des M ag i­
zu erleichtern, die Bedingungen möglichst günstig zu stra ts im übrigen dam it zu rechnen ist, daß die be­
gestalten. H ier kommen namentlich in  Betracht ein­ teiligten Hypothekenbankinstitute im  allgemeinen ge­
m al die laufenden Ausgaben, die der Hypotheken­ neigt sein werden, dem durch Annahm e dieser Vorlage 
nehmer zu leisten hat, und ferner die einmaligen A us­ möglicher Weise verursachten Bedürfnisse nach G e­
gaben, die bereits bei der E ntnahm e des D arlehens währung von Am ortisationshypotheken zur ersten 
entstehen. S te lle  Rechnung zu tragen.
D ie  l a u f e n d e n  A u s g a b e n ,  soweit sie sich W as die e i n m a l i g e n  A u s g a b e n  anlangt, 
an die Verzinsung und A m ortisation der zweiten Hy­ zu denen ich mich jetzt wende, so sind auch hier zwei 
pothek in  Höhe von 5 % %  knüpfen, sind selbstver­ Ausgaben, an denen nicht zu rü tte ln  ist. D a s  eine ist 
ständlich und konnten a u s  der Diskussion völlig au s­ die Taxgebühr, die ja selbstverständlich erhoben werden 
geschaltet werden. Um so eingehender haben w ir uns m uß, und das andere ist, so lange die wirtschaftlichen 
m it der F rage beschäftigt, ob es wirklich notwendig ist, Verhältnisse leider so liegen, daß 4% ige  Pfandbriefe 
auch die A m o r t i s a t i o n  d e r  e r s t e n  H y p o ­ mehrere P rozen t unter p a r i an der Börse notiert 
t h e k  zur zwingenden Bedingung zu machen und da­ werden, der Verlust, den der D arlehnsnehm er dadurch 
m it allerdings —  darüber waren w ir u n s  alle klar —  erleidet, daß er die Pfandbriefe zu p a r i abzunehmen 
dem Hypothekennehmer eine schwere Last aufzu­ hat und bei der V eräußerung der Pfandbriefe n u r auf 
erlegen, die im allgemeinen n u r der S ta rke  zu tragen einen geringeren K urs rechnen kann. S ie  wissen, daß 
in  der Lage sein w ird und die auch für den S tarken  jeute noch die V erhältniße in  dieser Richtung sehr 
erhebliche Nachteile, beispielsweise hinsichtlich des chlecht sind, wenn sie sich auch in  den letzten M onaten  
Verkaufs seines Grundstücks, im Gefolge hat. W ir eine Kleinigkeit gebessert haben. I n  der M agistrats- 
haben u n s  bestrebt, in  dieser R ichtung eine M ilderung Vorlage ist bei einer Hypothek von 60 000 M . m it 
der Vorlage herbeizuführen, und obwohl bereits die einem V erlust von nicht weniger a ls  4200 dH durch 
zuständigen M inister in  einem Falle, nämlich der Verkauf der - entsprechenden Pfandbriefe gerechnet. 
S ta d t  Lichtenberg gegenüber, klar zum Ausdruck ge­ Hoffentlich gestalten sich die wirtschaftlichen V er­
bracht haben, daß sie eine derartige Hilfeleistung der hältnisse so, daß später dieser V erlust eine erhebliche 
S ta d t  n u r  dann genehmigen, wenn auch die erste V erringerung erfährt.
Hypothek eine Am ortisationshypothek ist, haben w ir Abgesehen von diesen beiden Positionen ein­
trotzdem an  den M agistra t das Ersuchen gerichtet, noch m aliger Kosten, an denen, wie gesagt, nicht zu ritt-, 
einm al in besondere F üh lung  m it den Aufsichts­ teln ist. kommen zwei Positionen einm aliger Kosten
        
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