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Periodical volume 6. Mai 1914

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1914

186 Sitzung vom 6. Mai 1914
Unterricht dieser vier Schüler geben w ir 10 000 Ji und künftig zur Verfügung stehen werden, nämlich 
aus. Das sind Zustände, die nicht vorauszusehen die drei Klassen, die durch die Aufhebung der Vor­
waren, die den Magistrat mit Notwendigkeit zwin­ schule frei werden. Es findet sich nur der Hinweis 
gen, hier schnell zu handeln. JDian sieht eben, wohin darauf, daß drei andere Klassen dadurch frei werden, 
es führt, wenn ein einzelner Stadtteil, wie das wohl daß künftig die drei Oberklassen in Wegfall kommen. 
vor 12 Jahren der Fall gewesen ist, seine Wünsche Aber daraus ist in der Vorlage nicht hingewiesen, 
so stark zur Geltung bringt, daß w ir in einem so daß, was noch zu berücksichtigen ist, mit der Auf­
schmalen Zipfel der Stadt eine solche Anstalt bauen. hebung einer Vorschule des Michaeliszweiges am 
Wenn dann die Nadchargcinemben ebenfalls Konkur- Mommsengymnastum drei Lehrer frei werden. Ich 
r.nzanftalten aufmachen, ist ein Herabsinken der Fre­ glaube aber, es werden sich M itte l und Wege finden 
quenz die notwendige Folge. lasten, diese anderweitig unterzubringen, an einer 
Der Herr Vorredner hat bereits eine Reihe der andern Schule, wo noch Plätze zu besetzen sind. Da­
in der Vorlage erörterten Gesichtspunkte berührt. mit würde ein Gesichtspunkt wegfallen, der für die 
Bei meinen Freunden sind Bedenken entstanden, ob Beibehaltung der Vorschule spräche.
denn die Aufhebung einer Vorschule am Mommsen- Ich w ill jedoch, da die Ansichten über diese Ma­
gymnasium notwendig mit der Einrichtung einer terie geteilt sind, aus dieselbe nicht weiter eingehen 
Vorschule an der Leibnizanstalt zusammenhängt. Als und bitte Sie nochmals im Namen meiner Freunde, 
vor längerer Zeit hier beschloßen wurde, der Herder­ die Vorlage einem Ausschuß von 15 Mitgliedern zu 
schule eine Vorschule zu geivähren, habe ich damals überweisen.
von meinem prinzipiellen Standpunkt aus, der von 
einer Reihe meiner Freunde geteilt wird — näm­ (Die Versammlung beschließt mit großer Mehr­
lich daß man keine Vorschule errichten soll — , darauf heit die Ueberweisung der Vorlage an einen Aus­
hingewiesen, daß bald weitere Wünsche betreffs Er­ schuß von 15 Mitgliedern und wählt in diesen Aus­
öffnung von Vorschulen geäußert werden würden. schuß die Stadtv. Dr. Borchardt, Dr. Damm, Gredp, 
Jetzt haben w ir den Fall. Da aber die Ansichten Harnisch, Dr. Hubatsch, Jastrow, Mosgau, Neukranz, 
über denselben verschieden sind, so wird es auch mei­ Otto, Richter, Riesenberg, Dr. Rothholz, Schwarz. 
nen Freunden erwünscht sein, wenn die Besprechung Dr. Sladthagen und Vogel.)
der Sache in einem Ausschuß erfolgt. W
Der Wunsch, den Herr Geheimrat Stadthagen Vorsteher Dr. Frentzel: Meine Herren! Ich 
ferner geäußert hat, genauere Angaben über das Be­ muß Ihre Aufmerksamkeit noch einmal auf die Aus­
dürfnis einer Realschule in der dortigen Gegend zu schußwahl zu Punkt 6 lenken. Es scheint heute über 
erhalten, wird im Kreise meiner Freunde ebenfalls den Vorschlägen für die Ausschüsse ein gewisser Un­
geteilt. Der Magistrat hat bereits — wie mir stern zu schweben. Bei der Zusammenstellung der 
scheint mit Recht —  darauf hingewiesen, daß der Liste ist ein Versehen passiert. Sie haben die Herren 
Zuzug einer Bevölkerung, die in der sich heraus­ Dr. Borchardt, Vogel und Richter gewählt. Von 
bildenden City beschäftigt ist. mit Notwendigkeit den der sozialdemokratischen Fraktion wurden aber in 
Wunsch nach einer Realschule zur Folge haben muß. Wirklichkeit vorgeschlagen die Herren Klick, Scharn- 
Die Richtigkeit dieses Hinweises erscheint einleuch­ berg und Vogel. Sie sind damit einverstanden.
tend. Indessen würde es vielleicht doch erwünscht Ferner möchte ich Ihnen mitteilen, daß Herr 
sein, durch Umfrage das Bedürfnis gerade in dieser Kollege Otto, der ebenfalls wie der Herr Kollege 
Gegend festzustellen. Rackwitz in den Ausschuß zur Vorbereitung der 
Ferner handelt es sich darum, für den Fall, daß Stadtratswahlen gewählt war, aus diesem Ausschuß 
an der Leibniz-Oberrealschule die Vorschule errichtet auszuscheiden wünscht und daß an seiner Stelle vor- 
wird —  nicht, wie Herr Kollege Stadthagen meint, gesdstagen wird Herr Kollege Wöllmer. — Wider­
Baracken zu errichten, sondern — e i n e  Baracke zu spruch erfolgt nicht; Sie sind mit diesem Tausche 
errichten, für die die M itte l in Höhe von über einverstanden.
17 000 dH vorhanden sind, so daß nur noch eine Auf­
wendung von etwa 4000 Jt entstehen wird. So­ W ir kommen nunmehr zu Punkt 8 der Tages* 
dann ist in der Vorlage errechnet — und das ist Ordnung:
wichtig — , daß w ir bei dem M od us  p ro c e d e n d i, den Vorlage betr. Ausgestaltung des Wittenbergplatzes-
uns der Magistrat vorschlägt, über 19 000 J i gegen —  Drucksache 122.
den jetzigen Zustand sparen werden. Da aber die 
technischen Schwierigkeiten dieser Vorlage hier im Stadtv. Mosgau: Meine Herren! Wenn die 
Plenum nicht erschöpft werden können, so erscheint Vorlage des Magistrats auch dasselbe Thema behan­
es auch deswegen meinen Freunden wünschenswert, delt wie diejenige, die heute vor 14 Tagen in diesem 
daß w ir die Sache in einem Ausschusse beraten. Saale verabschiedet wurde, so ist die Stellung meiner 
Insonderheit ist eins nicht zum Ausdruck ge­ Freunde zu ihr doch eine ganz andere wie damals. 
kommen. Es handelt sich nicht nur um den Raum­ Während w ir seinerzeit in zwei ungefähr gleich große 
überfluß, der dadurch vorhanden ist, daß das Momm- Gruppen gespalten waren, sind meine Freunde heute 
sengpmnasium zu wenig Schüler hat, sondern — durchaus befriedigt. Die Anhänger der Erhaltung 
es klingt ja widersinnig, wie eine contrad ictio  in des Marktes freuen sich, daß dieser bestehen bleiben wird, 
adjecto —  um den Raummangel, der hier wie bei und auch diejenigen, die Wert darauf legten, daß 
andern Anstalten darin besteht, daß nicht genug durch dieUmgestaltung des Wittenbergplatzes zu einem 
Platz für naturwissenschaftliche Sammlungen, für Schmuckplatz jene Gegend ihren Charakter veränderte, 
Schülerbibliotheken usw. vorhanden ist. Auch dieser sind mit der Vorlage zufrieden. Es herrscht Befrie­
Gesichtspunkt bedarf einer Klärung. digung bei uns, daß die Befürchtung, die man beim 
Weiter ist in der Vorlage nickt zum Ausdruck Magistrat zu hegen schien und die zweifellos bei eini­
gekommen, daß noch drei weitere Klassen frei sein gen Stadtverordneten bestand, die Befürchtung näm-
        
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