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Periodical volume 22. April 1914

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1914

Sitzung vom 22. April 1914 179
Schlußantrag zu unterstützen. Ich  stelle nun die die Möglichkeit zu größeren Umsätzen geben würde. 
Frage, ob der Schluß der Debatte angenommen Heute, wo sie nur mal a ls  N otnagd benutzt würden, 
wird. seien sie allerdings nicht in der Lage, die Lebens­
rnittel immer zu den billigsten Preisen vorrätig zu 
(D er Schluß wird m it M ehrheit beschlossen. —  Rufe: halten. Wenn aber der Markt entfernt würde, seien 
Gegenprobe!) sie dazu in der Lage. Diesen kleinen M ittelstand, dem 
wir immer erklären, daß w ir ein warmes Herz für 
—  W enn die H erren  Beisitzer erklären, daß es die ihn hätten, wollen wir doch nicht einfach übergehen.
M ehrheit ist, ist die Gegenprobe nicht notw endig. M eine Herren, der Herr S tad tbaurat hat bereits 
ausgeführt, daß die Standinhaber die Allüren der 
Stabtb. Kaufmann (zur Geschäftsordnung): Warenhäuser angenommen hätten, indem sie den 
Meine Herren! E in Antrag, der von m ir eingebracht Kunden die Waren mit ihren Wagen zuführen. S ie  
worden ist, bedürfte meiner Ansicht nach doch wohl der haben auch noch in anderer Hinsicht die Allüren der 
Begründung. Ich werde mich aber, da hier der Warenhäuser angenommen, indem sie enorm große 
Schluß herbeigeführt worden ist, bescheiden. Auslagen von Fleisch machen, so daß bedeutende Q uantitäten  m ittags wieder nach Hause gefahren 
Vorsteher-Stellv. Dr. Hubatsch: H err Kollege werden müssen, die dann in Räumen aufgehoben wer­
Kaufmann, ich möchte folgenden Vorschlag machen. den, die hygienisch nicht einwandfrei sind.
E s  läßt sich über die beiden Punkte I  und I I  nicht 
getrennt abstimmen, weil sie so innig zusammenhän­ (U nruhe und R ufe: V ollständig neues R efera t!)
gen, daß sie gar nicht getrennt werden können. 
Punkt I I I :  D ie Kostenanschläge usw. können wir ja —  Ich  spreche hier für meine Person; ich habe ver­
einstweilen weglassen. W ir werden also abstimmen säumt, das vorher auszuführen.
über: I. D er vorgelegte Entw urf usw. b is genehmigt, 
und über I I .  D er Wochenmarkt usw. bis aufgehoben. (Andauernde Unruhe und Rufe: Referent! —  A us­
D as ist der Antrag des M agistrats. Wenn dieser schuß! —  Schlußwort des Referenten!)
A ntrag abgelehnt werden sollte, würde der Antrag 
Kaufmann kommen mit den W orten: D er vorgelegte Vorsteher-Stellv. Dr. Hubatsch (unterbrechend): 
Entw urf usw. wird genehmigt, der Wochenmarkt usw. Herr Kollege Dunck, das Schlußwort haben S ie  als 
wird aufgehoben, aber erst dann, wenn seine ander­ Berichterstatter im Aufträge des Ausschusses. Jetzt 
weitige Unterbringung gesichert ist. D ann würde dürfen S ie  für Ih re  Person nicht mehr sprechen, 
noch das Amendement Jolenberg hinzuzufügen sein: sondern nur im Namen des Ausschusses.
nach dem Beschlusse der Stadtverordnetenversamm­
lung vom 23. A pril 1913. Ich glaube, dam it werden Berichterstatter Stadtb. Dunck (fortfahrend): 
sich die Herren einverstanden erklären. D ann  nehme ich davon Abstand und will nur er­
klären, daß ich von einem Antrag auf Zurückverwei­
Stabtu. Erbmannsdörffer (zur Geschäftsord­ sung der Vorlage an den Ausschuß absehe. Ich  möchte 
nung): M eine Herren! D er Schluß der Debatte hat Bitten, die Magistratsvorlage so, wie sie uns vorliegt, 
m ir die Möglichkeit genommen, die u n e r h ö r t e  anzunehmen; denn es wäre beispiellos in  der Ge­
B  e s ch i m p 's u n g e i n e s  T  e i l e s  d e r  B e r ­ schichte der städtischen Entwicklung, wenn der beste 
l i n e r  P r e s s e  seitens des H errn Kollegen Gra- Teil unserer S ta d t einem Siechtum entgegengeführt 
Nitza, die der H err Vorsteher bereits m it einem O rd­ würde,
nungsruf geahndet hat, a ls  unerhörte, frivole und be­ (Widerspruch)
weislose Behauptung
weil der Wittenbergplah ein Tummelvlatz für o rts­
(U nruhe und Zustim m ung) fremde Standinhaber und ortsfremde Hausfrauen sein soll.
hier gebührend zurückzuweisen.
Fenier hat mich der Schluß der Debatte verhin­ Stabtb. Jolenberg (zur Geschäftsordnung): 
dert, noch einige Momente anzuführen zum Beweise Meine Herren! Ich  ziehe mein Amendement zu dem 
für die Notwendigkeit der Erhaltung des Marktes Antrage Kaufmann nach der von dem H errn V or­
auf dem Wittenbergplatz. steher beabsichtigten Abstimmung nunmehr zurück, da die M ehrheit meiner Freunde alsbald gegen die V or­
Berichterstatter Stabtb. Times (Schlußw ort): lage zu stimmen genötigt ist.
Meine Herren! W ir haben uns m it einer Bevölke­
rungsschicht heute nicht beschäftigt, der w ir immer ver­ (B ravo!)
sichern, daß wir ein weites und mitfühlendes Herz 
für sie hätten. Diese Bevölkerungsschicht hat sich in Vorsteher-Stellv. Dr. Hubatsch: W ir kommen zur 
der ganzen Bewegung ruhig und anständig verhalten, Abstimmung. Ich  bitte diejenigen H erren, die die 
da sie zu Uebertreibungen nicht neigt. E in Notschrei beiden ersten Teile des M agistratsantrages, also:
aus dieser Bevölkerungsschicht ist uns aber im vo­
rigen Jah re  zugegangen. 600 kleine Geschäftsleute I . Der vorgelegte Entwurf vom 3. November 1913 
und Ladeninhaber des Ostens unserer S tad t haben für die gärtnerische und künstlerische Ausgestal­
im vorigen Jah re  geschrieben, daß sie durch den Markt tung des Wittenbergplatzes in seinen drei Teilen 
auf dem Wittenbergplatz zum Leben zu wenig und wird genehmigt.
zum Sterben zu viel hätten. S ie  haben sich bereit I I .  D er Wochenmarkt auf dem nördlichen Teile des 
erklärt, dasselbe zu bieten, was heute der M arkt bietet, Wittenbergplatzes wird zu dem ehestens mög­
wenn man den M arkt entfernen und ihnen dadurch lichen T erm in  aufgehoben.
        
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