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Periodical volume 8. April 1914

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1914

14U Sitzung uont 8. A;>rll ldH
den fl ru ß  eii F e s ten , ca. 3 0  0 0 0  J (  p ro  T a  fl um gesetzt; den  gefü llten  M ark tkorb  nach H ause zu  schleppen. W ir  
im  S o m m e r  dagegen  sind  d ie Umsätze recht m in im a l. brauchen i n  d i e s e m  S t a d t t e i l  e inen  M a rk t, 
U eber 2 M i l l io n e n  M a rk  Umsatz kom m t m a n  nicht w enn  a n d e rs  e s  ü b erh au p t möglich ist, e inen  solchen 
h in a u s  bei ca. 1 0 0  M a rk tta g e n  im  J a h r .  W e n n  w ir  zu  errichten. D a s  haben lv ir b e re its  im  vo rigen  J a h r e  
d ie  H a u s f r a u e n  h ie r  in  d e r V e rsa m m lu n g  h ä tte n  —  durch unsere R eso lu tio n  ausgedrückt.
d a s  V e r t ra u e n  habe ich zu  ih n en , sie sind  n ich t so e n g ­ O bw o h l h ier gesagt w ord en  ist, d aß  die D iskussion  
h erz ig  — , so w ü rd e n  sie, w e n n  sie w üssten, w a s  au f ü b er die W ichtigkeit d es M a rk te s  ü b erh a u p t nicht h ie r­
d er a n d e rn  S e i te  fü r  en orm e W e rte  a u f  dem  S p ie le  her gehöre, so m u ß  ich doch u m  die E r la u b n is  b itten , 
stehen, g ern  b e re it sein, a u f  d ie B e q u e m l i c h ­ die szrage noch e in m a l zu e rö rte rn , da  sie ja  auch von  
k e i t ,  a u f  dem  W itten b e rg p la tz  zu  kaufen , zu v e r­ an deren  R e d n e rn  b e rü h rt w orden  ist. D e n n  ich b in  
zichten. fest überzeugt, d a ß  sie u n bed ing t h ie rh e r g eh ö rt; und  
I c h  schließe mich dem  A n tra g e  a n ,  d ie V o rla g e  es w äre  eine grobe N achlässigkeit von  u n s , w enn  w ir 
einem  A usschuß v o n  15 M itg l ie d e rn  zu  überw eisen . sie nicht berücksichtigen w ürden . W e n n  zwei entgegen­
stehende In te re s se n  v o rh and en  sind, so m u ß  m a n  sie 
S ta d tv . Dr. O kn zm cr: M e in e  H e rren ! M e in e  g enau  betrachten  u n d  gegeneinander abw ägen . M a n  
F re u n d e  w o llten  auch den  A n tra g  stellen, d ie V orlage  kann nicht sagen: es ist auch ein  an d e res  In te re s se  da, 
a n  e inen  A usschuß von 15 M itg lie d e rn  zu verw eisen. ich spreche n u r  v o n  dem  a n d e rn  In te re s se , dieses eine 
I m  w esentlichen stehen w ir  a u f dem  S ta n d p u n k t, den scheide ich a u s . E in e n  solchen S ta n d p u n k t  verstehe 
H e rr  C ollege B e rg m a n n  entwickelt h a t u n d  der im  ich nicht.
vo rigen  J a h r e  au f unserer S e ite  v o n  dem  H e rrn  K o l­ M e in e  H erren , der P la tz  ist jetzt dazu  bestim m t, 
legen W enzke klargelegt w orden  ist. I c h  w ill S ie  ein V erk eh rszen tru m  ersten R a n g e s  zu  w erden . Ic h  
nicht d a m it au fh a lten , das; ich a lle s  d a s  noch e inm al lebe seit ü b er 17 J a h r e n  ganz  in  der N ä h e  des P la tzes  
w iederhole, w a s  der H e rr  K ollege B e rg m a n n  gesagt un d  d a rf fü r  mich in  A nspruch nehm en, die V e rh ä lt­
h a t;  auch nicht d a m it au fh a lten , d aß  ich eilte R e ihe  nisse d o r t  zu kennen. A ber so a rg , w ie h ie r  die V e r­
d er E rw ä g u n g e n  d es H e rrn  K ollegen Dunck h ier noch­ kehrsstö rungen  geschildert w orden  sind, ist es nicht en t­
m a ls  u n te r  d ie kritische L u p e  nehm e. E s  w ürde sich fe rn t, w ie ich d a s  a u s  la n g jä h r ig e r  e igen er A nschau­
dabei ein  an d e res  R e su lta t  ergeben, a ls  bei ihm  h er­ ung  versichern kann.
ausgekom m en ist.
( S e h r  rich tig !) (L ebh afte  Z u s tim m u n g .)
I c h  »webte h ier n u r  eine c llv as neue B e trach tu n g  a n ­ D e r  städtische A p p a ra t a rb e ite t h ie r m it  g ro ß er E rak t- 
stellen u n d  die F ra g e  des M a rk te s  losgelöst vom  W it ­ h e it. U m  1 U h r ist der M a rk t zu  E n d e , u n d  u i»  
tenbergplatz e rö rte rn . 2  U h r ist der P la tz  sauber un d  gewaschen. A lle rd in g s  
M e in e  H e rren , m eine gesam te F ra k tio n  u n d  ich kom m t e s  dabei gelegentlich vo r, d aß  e in m a l ein  W agen  
stehen noch a u f dem  S ta n d p u n k t , d aß  ein o ffner M a rk t eine halbe oder ganze M in u te  lä n g e r a n  dieser S te l le  
in  diesem S ta d t te i l  eine N otw endigkeit ist. verzögert w ird , w eil gerade e in  M ark tw ag en  um kehrt, der, m it  V o rrä te n  beladen , ab fäh rt. D a s  ist e in  N o t ­
( S e h r  rich tig !) stand , der ab er w ahrlich im  V ergleich zu  dem  gering  ist, lv as  die H a u sh a lte  dieses S ta d t t e i l s  bedroht, w enn  
Lassen S ie  de» M a rk t eingehen, so w erben  sich alle  die S i e  den M a rk t in  jener G egend nicht belasten. E s  
S ch äd igu n g en , von  denen H e r r  K ollege Dunck eben bedeutet, w ie H e rr  K ollege J a s t ro w  im  vo rigen  J a h r e  
in  an derm  S in n e  gesprochen h a t, in  dreifacher, ja  in  gesagt h a t, die A ufhebung  d es M a rk te s  in  diesem 
zehnfacher W eise bem erkbar machen. S ta d t te i l  eine E x trab esteueru ng  der E inw ohnerschaft dieser G egend, d ie e i e  hierbei berücksichtigen w ollen . 
( S e h r  rich tig !) E s  ist ja  so, daß  d er W ittenbergp latz  e in  w enig  teu re r 
ist a ls  der W in terfe ldp la tz ; es besteht ab er nicht der 
D e r  S tr o m  der L eu te , der a u s  dieser G egend w egzieht, geringste Z w eife l fü r  den, d e r d a m it Bescheid w eiß , 
w ird  sich d a n n  in  hohem  M a ß e  verstärken. I c h  habe d a rü b e r, d aß  übera ll in  der G egend in  den Geschäften 
durch m einen  B e ru f  v iel G elegenheit, in  F a m il ie n  zu die P re ise  höher sind a ls  a u f dem  W ittenbergp latz , 
kom m en, u n d  seit M o n a te n , seitdem  m a n  m unkelt, daß  und  jede verständige H a u s f ra u  w eiß  ganz g enau , an  
d e r M a rk t eingehen soll, w erde ich g e frag t: w ie ist d a s  welchen S tä n d e n  die W a re n  a u f  dem  P la tz  m indestens 
m öglich; d a s  m üssen S i e  v e rh ind ern . I m  P u b lik u m  ebenso g u t u n d  b illig er gekauft w erden  können a ls  in  
t r a u t  m an  m ir  zu, daß  ich d a s  v e rh ind ern  k ann ; ich den L äd en . S ie ' können doch nicht an neh m en , daß  
habe so viel S e lb s tv e rtra u e n  zu m ir  nicht, d aß  ich d as  n u n  die F ra u e n  zu  ih ren  M ä n n e rn  gehen u n d  sagen, 
kann. D e r  G ro ll  wächst b e re its  w ieder, und  viele sie b rauchten  fü r  die B e s tre itu n g  des H a u s h a l ts  n u n  
L e u te  kü nd ig en  u n d  ziehen  nach W ilm e rs d o r f  un d  so u n d  so viel M ark  m ehr. D ie  F a m il ie n , d ie nicht 
S chöneberg , w eil sie sich sagen: h ier in  C h a rlo tte n b u rg  m eh r bezahlen  können, ziehen  einfach weg, u n d  es 
b leiben iv ir nicht, die L ebensvcrhältn isse sind zu  teuer. w erden  d a s  auch L eu te  sein, d ie 4  b is  6 Z im m e r und  
A u f dem  W ittenbergp latz  sind zw ar, w ie H e rr  m eh r bew ohnen.
K ollege D unck hervorgehoben h a t un d  w ie ich auch I c h  kom m e jetzt noch a u f e inen  n euen  P u n k t. 
bestätigen  kann, d ie P re ise  te u re r  a ls  a u f dem  W in te r-  W ir  haben  v o r einem  J a h r e  dem  M a g is tra t  vorgeschla­
feldplatz; w enn  aber d ie B e g rü n d u n g  der V orlag e  d es gen, er möchte doch a n  den  G edanken h e ra n tre te n , 
M a g is tra ts  a n fü h r t , e s  könne d a m it nicht so schlinint e inen  M a rk t a u f  dem  G ebiete d es G aso m ete rg ru n d ­
sein, denn  m an  könne a u f  an deren  P lä tzen  b illiger stücks zwischen A u g sb u rg e r S t r a ß e  un d  G eisbergstraße  
kaufen, so verstehe ich d a s  nicht. W ir  können doch einzurich ten. Ic h  b in  e rs tau n t, d aß  sich in  dieser V o r­
nicht nach dem  K ü s trin e r P la tz  fahren , um  d o rt e in zu ­ lage, obw ohl u n s  d a m a ls  gesagt w u rd e : ja , d e r G e ­
kaufen, auch nicht nach dem  W ilhelm sp latz, auch nicht danke ist sehr beherzigensw ert, w ir  w ollen  ihm  e in m a l 
e in m a l nach' dem  W in terfe ldp latz  können unsere n ä h e r tre te n , auch nicht die leiseste A nsp ie lung  d a ra u f  
K öchinnen  und  H a u s fra u e n  gehen, u m  von  d o rt a u s findet, w ie denn  n u n  d ie V erh an d lu n g en , d o rt e inen
        
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