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Periodical volume 8. April 1914

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1914

Sitzung vom 8. April 1914 143
Punkt 8 der Tagesordnung: verwenden, um den Park gärtnerisch herzurichten. 
Nach dem damaligen Gemeindebeschluß sind vielmehr 
Vorlage betr. Erschließung des ehemaligen Oppen- die Kauferlöje in erster Linie zur Deckung des Kauf­
heimschen Parks. — Drucksache 97. preises zu verwenden. Ich erinnere Sie daran, daß 
w ir beschlossen haben, aus der Anleihe für dieses 
Stadtv. Mosgau: Meine Herren! Meine Grundstück lediglich so viel zur Verfügung zu stellen, 
Freunde werden für die Vorlage betr. die Erschließung als zur Deckung des Defizits nötig ist, und dieses 
des Oppenheimschen Parks eintreten. Die Einrich­ Defizit setzt sich aus dem Gesamtkaufpreis minus 
tung dieses Parks zu einem öffentlichen ist der Grund­ Erlös aus dem Verkaufe sämtlicher als Baugrundstücke 
gedanke gewesen, der seinerzeit die städtischen Be­ ausgewiesener Grundstücksteile zusammen. Der Be­
hörden bei dem Ankauf des ehemaligen Oppenheim­ trag für die gärtnerische Herstellung des Parks ist 
schen Terrains in der Scharrenstraße geleitet hat. daneben noch besonders zu decken. Ich weiß nicht, 
I n  der Motivierung der Vorlage aus dem Jahre 1911 ob ich mich deutlich ausgedrückt habe.
ist ausdrücklich gesagt, daß es nötig sei, daß die Stadt 
jenes Terrain erwürbe, da sonst die Gefahr bestände, Stadtv. Dr. Borchardt: Meine Herren! Auch 
daß der schöne große Park, der sich an der Stelle be­ meine Freunde werden der Vorlage zustimmen. Aber 
fände, zu Baustellen für Mietskasernen ausgenutzt ich kann das Bedauern darüber doch nicht unter­
würde. drücken, daß die Kosten von 37 000 vH auf drei Jahre 
Als seinerzeit das Terrain erworben wurde, hatte verteilt werden sollen. Es handelt sich um einen ver­
man sich die Zukunft des Grundstücks ja anders ge­ hältnismäßig kleinen Posten und es erscheint mir für 
dacht, als sie tatsächlich nachher geworden ist; das die Stadt Charlottenburg nicht gerade recht würdig, 
gehört aber nicht mehr hierher. Nur einen Punkt einen derartig kleinen Posten nunmehr in drei jähr­
jener Begründung möchte ich noch einmal hervorheben. lichen Raten durch den Etat aufzubringen. Ich meine, 
Es heißt dort in den Drucksachen von 1911 auf daß es doch wohl angängig gewesen wäre, da der 
Seite 268, daß vorbehalten wird, einen Teil dieses Zweck, der mit der Verausgabung des Geldes ver­
für den Park reserviert bleibenden Geländes mit folgt wird, in diesem Etatsjahre noch erfüllt werden 
einem Gebäude zu bedecken. Der Plan, der hier aus­ soll, das Geld auf dieses Etatsjahr zu übernehmen. 
hängt, steht ja auch vor, daß ein kleines Stück, welches Aber, wie gesagt, trotzdem werden meine Freunde der 
mit dem schmalen Ende an die Scharrenstraße stößt, Vorlage auch so, wie sie ist, zustimmen.
bebaut werden soll. Der Gedanke, das Grundstück 
zu bebauen, entspricht also einem Gemeindebeschluß. (Die Versammlung beschließt nach dem Antrage 
Er entspricht aber auch gleichzeitig einem Bedürfnis, des Magistrats, wie folgt:
weil durch den Erlös dieses Grundstücks die Kosten 1. Dem vorgelegten Entwürfe für die Erschließung 
für die Herrichtung des Gartens als Park aufgebracht des ehemaligen Oppenheimschen Parks wird 
werden sollen. zugestimmt.
Nun vermisse ich in der Vorlage des Magistrats 2. Die erforderlichen M itte l im Betrage von 
einen Hinweis auf die in der Parkdeputation gemachte 37 000 dl, welche zunächst vorschußweise zu 
Mitteilung, daß die Kosten von 37 000 dl —  ur­ zahlen sind, werden bewilligt. Sie sind m it 
sprünglich war etwas inehr für die Sache in Aussicht 17 000 d i aus dem Dispositionsfonds für 1914 
genommen —  durch den Erlös des Grundstücks ge­ zu zahlen und mit je 10 000 dt in den Etat 
deckt werden sollen. Jedenfalls ist die Uebernahme für 1915 und 1916 einzustellen. )
von 17 000 dt für dieses Jahr auf den Dispositions­
fonds und von weiteren je 10 000 dl, für die beiden Vorstehcr-Stellv. Dr. Hubatsch: Punkt 9 der
folgenden Jahre eine vielleicht unvermeidliche, in Tagesordnung:
diesem Moment aber nicht sehr angenehme Belastung 
der Vorlage. Wenn w ir heute bereits klar wüßten Vorlage betr. Ausgestaltung des Wittenbergplatzes.
oder mit Sicherheit annehmen könnten, daß der Stadt 
tatsächlich aus der Erschließung dieses hübschen Grund­ -— Drucksache 98.
stücks keine Kosten entständen, so würden meine 
Freunde mit noch größerer Bereitwilligkeit die Ma­ Stadtv. Bergmann: Meine Herren! I n  derSitzung vom 23. April des vorigen Jahres hat die 
gistratsvorlage annehmen. Stadtverordnetenversammlung einen Beschluß gefaßt, 
wonach der Wittenbergplatzmarkt so lange dort be­
Bürgermeister Dr. Maier: Meine Herren! Wenn stehen bleiben soll, bis in der Nähe desselben ein 
die Parkdeputation den von dem Herrn Vorredner ebenso großer Platz, der hierfür paßt, gefunden 
erwähnten Zusatz zu dem Beschluß, den Oppenheim­ wird; und noch in diesem Jahre bei Gelegen­
schen Park in der hier vorgelegten Form auszu­ heit der Etatsberatung haben wir uns unzweideutig 
gestalten, gemacht hat, so hat sie das wahrscheinlich in dahin ausgesprochen, daß der Wochenmarkt auf dem 
der Annahme getan, daß der Erlös aus der Veräuße­ Wittenbergplatz bestehen bleiben soll. Ich glaube 
rung jener Parzelle an der Scharrenstraße für die kaum, daß die Mehrheit, die damals diesen Beschluß 
Zwecke der Herrichtung dieses Parks disponibel sei. gefaßt hat, heute irgendeinen Grund hat, eine ver­
Das ist aber tatsächlich unzutreffend. Denn nach dem änderte Stellung zu dieser Vorlage einzunehmen. Nun 
Gemeindebeschluß sollen ja die Kosten des Erwerbs wir aber einmal die Vorlage haben, möchte ich doch 
zunächst einmal durch den Erlös der wiederveräußerten etwas näher darauf eingehen.
Grundstücke gedeckt werden, und da die Kosten des Ich gestehe gern zu —  und ich glaube, daß wohl 
Erwerbs natürlicherweise durch die Veräußerung auch in der Mehrheit der gleiche Gedanke vorherrschen 
einzelner Grundstücke in vollem Umfange gar nicht wird — , daß eine Notwendigkeit vorhanden ist, den 
gedeckt werden können, so würde es lediglich eine Wittenbergplatz gärtnerisch und künstlerisch auszuge­
Selbsttäuschung sein, wenn w ir sagen: w ir wollen stalten. Aber ich glaube, daß sich das auch machen 
nunmehr die Kosten des Erlöses der Baustelle dazu ließe, indem man den Fortbestand des Marktes ge-
        
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