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Periodical volume 11. März 1914

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1914

1 *20 Sitzung vom i .  M är- 1914
Borsteher Dr. Frentzcl: D a s  W o rt w ird  nicht m obil gemacht w erden. W ie ist es dazu  gekommen, 
w eite r verlangt*, ich schließe die A ussprache. T ie  w ie haben sich die D in g e  nach der R ich tung  h in  ent- 
V ersam m lung  h a t von der M itte i lu n g  des M a g is tra ts  wickeln können? D a s  lasten S i e  mich n u n  h ie r in  
K e n n tn is  genom m en. K ürze au sfüh ren .
P u n k t 14 der T a g e so rd n u n g : M e in e  H erren , d ie öffentlichrechtlichen L ebens- V ersicherungsanstalten  sind neueren D a tu m s ;  sie 
Anfrage der Stabtu. Dr. Cs rüget und Gen. betr. haben ihren  U rsp rung  in  O stp reußen  und  haben sich 
Arbeitsgemeinschaft der Sparkasse mit Lebensver­ gew isserm aßen a u s  der landw irtschaftlichen E  n  t - 
sicherungsgesellschaften. —  Drucksache 45. s ch u l d u n  s  a k t i o n entwickelt. D ie  Entschul­dungsaktion in der V erb indung  m it der öffent­
D ie  A nfrage la u te t: lichrechtlichen Lebensversicherung ist w ohl a ls  ge­
A u f dem deutschen S parkassen tag , der in  scheitert zu betrachten. D ie  öffentlichrechtliche L e­
C h arlo ttcn b u rg  am  6. D ezem ber s ta ttfan d , ist bensversicherung, die u r s p r ü n g l i c h  r e i n  
den Sparkassen  d rin gend  der Abschluß einer l ä n d l i c h  gedacht w ar, suchte d a n n  a u f  die s t ä d t i ­
Arbeitsgem einschaft m it den öffentlichen Le­ s c h e n  G e b i e t e  hinüberzugreifen, hatte  hierbei aber 
bensversicherungsanstalten empfohlen. auch kein g roßes Glück, u n d  d ie  Sache d rohte m ehr 
G edenkt der M ag is tra t, fü r  die Sparkasse der und  m ehr im S a n d e  zu verlausen. D a ra u f  g ing  der 
S t a d t  C h arlo tten b u rg  eine solche A rb e its ­ an  der S pitze d er B ew egung stehende a u ß e ro rd e n t­
gemeinschaft m it e iner öffentlichen L ebensver­ lich rü h rig e  ostpreußische G enerallandschaftsd irekto r 
sicherungsanstalt abzuschließen? K app  w eite r n a c h  d e m  W e s t e n  vor und  g ründete in  den übrigen  P ro v in z e n  ebenfa lls öffentlich-rechtliche 
Fragesteller Stadtv. Dr. (trüget: M ein e  H erren! Lebensvetsicherun-gsanstalten, d ie  dann  zu  dem V e r ­
D ie  A nfrage , die die libera le  F ra k tio n  h ie r an  den b a n d  der öffentlichrechtlichen Lebensversicherungs- 
M a g is tra t gerichtet hat, ist vielleicht nicht so ganz ansta lten  zusammengeschlossen w u rden , der auch gleich­
einfacher N a tu r . I c h  verspreche I h n e n  aber, d aß  ich zeitig eine A rt Rückversicherung bildet. A ber auch 
nicht allzu  gründlich au f die E inze lheiten  eingehen, d i e Geschichte g ing nicht recht. D a  w urde von den 
sondern n u r  die F ra g e n  berühren  w ill, die u n te r  allen freien  Gewerkschaften in  V erb in d u n g  m it  dem 
U m ständen in  den Bereich der E rö rte ru n g en  gezogen Z en tra lv e rb an d  deutscher K onsum vereine die 
w erden müssen, um  ü berh aup t die A nfrage zu ver­ „V  o l  k s  f ü r  s o r  g e" in s  Leben gerufen. In fo lg e  
stehen. der V erb ind un g  der V olksfürsorge m it diesen beiden 
M eine  H erren , w er von  I h n e n  die V erh an d ­ O rganisa tionen  w urde diese G rü nd un g  a l s  eine solche 
lungen  in  den P a r la m e n te n  in  der letzten Z e it ver­ sozialdemokratischer N a tu r  abgestem pelt; sie kam a n ­
folg t ha t, w ird  d a ra u s  —  oder auch möglicherweise scheinend dem G enerallandschaftsd irektor K app  a u ß e r­
a u s  der Z e itun gslek tü re  —  wissen, das; zwischen den ordentlich gelegen, denn  er suchte fetzt die öffentliche 
p riv a te n  Lebensversichcrungsgesellschaften und  den rechlichen Gesellschaften z u r  G rü n d u n g  einer n a t io ­
öffentlichrechtlichen V ersicherungsanstalten  eine a u ß e r­ nalen  V olksfürsorge au f öffentlichrechtlicher G r u n d ­
ordentlich hitzige und lebhafte F ehde besteht. D a s  lage m obil zu machen. A u f diese W eise sollte -dem 
ist sehr bedauerlich, und diesem B ed au ern  h ier U n ternehm en  eine b re ite  G ru n d la g e  gegeben w erden, 
Ausdruck zu geben, halte  ich mich fü r  verpflichtet. E s  es sollte volkstüm lich w erden. —  M ein e  H erren , ich 
ist d as  nam entlich  bedauerlich, w eil bei diesem K am pfe kann d a s  a lle s  h ie r  na tü rlich  n u r  berühren . E s  ist 
gegen die p riv a ten  Lebensversicherungsgesellschaften, eine sehr interessante Entw ickelung. —  I n  diesen 
also gegen U n ternehm ungen , denen m e in es E rach tens n a tio n a le n  V olksfürsorgebestrebungen gerieten  die Oeffentlichrechtlichen m it den P r iv a te n  aneinander, 
die Bevölkerung D eutschlands zum  größten  D anke ver­ nachdem ein Versuch, sich zu verein igen, gescheitert 
pflichtet ist, w eil sie sich in  geradezu g länzender W eise w ar. D ie  p riv a ten  Versicherungsgesellschaften g rü n ­
bew ährt haben, sehr lebhafte und  sehr unbegründete  deten eine gemeinnützige V olksfürsorge a l s  A k tien ­
Angriffe gerichtet werden. gesellschaft —  die öffentlichrechtlichen V ersicherungs­
( S e h r  rich tig !) anstalten  organ isierten  die V olksfürsorge u n te r  sich a u f ih re  A rt.
D ieser K am pf M ischen den öffentlichrechtlichen M ein e  H erren , diese „V olksfürsorge" kann n u r  
Lebensversicherungsanstalten  und  den p riv a ten  p rosperieren , w enn sie zu den O rg an isa tio n e n  in  u n ­
Lebensversicherungsgesellschaften w ird  dadurch eigen­ m itte lbaren  B eziehungen  steht, die in  den w eiten 
a r tig  charakterisiert, daß sich dabei die p r iv a tw ir t­ K reisen der arbeitenden  B evölkerung u n m itte lb a r  
schaftliche und die öffentlichrechtliche G ru n d la g e  des w urzelt. D ie  von dem  Z en tra lv e rb an d  deutscher 
B e tr ie b e s  gegenüberstehen. M a n  sucht seitens der K onsum vereine und den freien  Gewerkschaften in s  
öffentlichrechtlichen V ersicherungsanstalt den A n ­ Leben gerufene „V  o l  k s  f ü  r  s o r  g e" h a t in  diesen 
schein zu erwecken, a ls  w enn  die öffentlichrechtlichen O rg an isa tio n e n  ihren  S tü tzpunk t, h o lt a u s  denselben 
U nternehm ungen  —  die m an  nach m einem  D a fü r ­ ih r: K räfte , und  wie die Entw icklung zeigt, gestalten 
halten ganz "gut a ls  solche agrarisch-staatssozialisti­ sich die V erhältnisse bei dieser V olksfürsorge a u ß e r ­
scher N a tu r  bezeichnen kann —  höher im  sittlichen ordentlich günstig  —  w a s  kaum w eiter überraschen 
oder erzieherischen sowie allgem einen W erte stehen a ls  kann. D ie  von den p riv a ten  V ersicherungsgesell­
die p rivatw irtschaftlichen. schaften in s  Leben gerufene „V olksfürsorge" suchte an  die christlichen Gewerkschaften und  an  einen V erband  
M eine  H erren , i n  d i e s e m  K a m p f  z w i ­ christlicher K onsum vereine Anschluß und  h a t  h ie r  mich 
s c h e n  d e n  ö f f e n t l i c h r e c h t l i c h e n  V e r ­ F ü h lu n g  genom m en. S i e  h a t  in  diesen O rg a n isa ­
s i c h e r u n g s a n s t a l t e n  u n d  d e n  p r i v a t e n  tio n en  -die K räfte , die sie fü r A gitationszw ecke, —  
L e b e n s v e r s i c h e r u n g s a n s t a l t e n  h a t  d e r  a ls  billigen A genten  der V olksfürsorge, —  braucht. 
S p a r k a s s e n  t a g  P a r t e i  g e n o m m e n ;  er N u n  stand die von  den öffentlichrechtlichen Versiche­
hat einen Beschluß gefaßt, durch den die S pa rk asten  ru n g san s ta lte n  in s  Leben gerufene Volksfürsorge vor 
fü r die öffentlichrechtlichen V ersicherungsanstalten einem  —  N ichts. S ie  ha tte  ihre Felle fort-
        
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