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Periodical volume 5. Februar 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

Sitzung vonl 5. Februnr 1913 61
A ndererseits ist ein D irek tor l a n g e  n i c h t  (E in  genügend unterstützter A n trag  des S ta d tv .  
a u s r e i c h e n d ,  um die In teressen  der F o r tb i l ­ Dr. S ta d th a g en  auf S ch luß  der D ebatte  w ird  a n ­
dungsschulen im  M a g is tra t und in  der S ta d tv e ro rd ­ genom m en.)
netenversam m lung zu vertre ten . I n  der D ep u ta tio n , 
im  M ag is tra t, in  den Ausschüssen, in  der S t a d t ­ Vorsteher Dr. Frcntzel: W ir kommen zu r A b­
verordnetenversam m lung m uß der D ezernent selbst stim m ung.
und m it eigenem Recht sitzen, um  das zu vertreten, 
w as d as Wesen der Schulen  verlang t. A nderseits (S ta d tv . Dr. L iepm ann : Ich  b itte  um  d as W o rt zur 
m uß er selbst in  den ganzen B etrieb  hineingehen und G eschäftsordnung!)
m uß a lles a u s  eigener Anschauung kennen lernen 
und a u s  eigener E rfah ru n g  sich ein U rte il darüber - G estatten S ie ,  daß ich zunächst e inm al ausführe, 
b ilden . D ie  E inrich tung  eines D irek to rs w ürde also w as ich zur Sache zu sagen habe, wie ich die Geschäfte 
fü r u n s  vollständig u n z w e c k m ä ß i g ,  j a  s o g a r  zu o rdnen gedenke.
g e f ä h r l i c h  s e i n . E s  liegt zunächst der M a g is tra tsa u tra g  vor, den 
M eine  H erren , ich möchte n u r  noch m it ein p aar S ie  ja  wohl alle kennen, und der in  die P o sitio n en  
W orten  au f das gute Z ureden  des H errn  K aufm ann  a, b, c und d zerfä llt. A ußerdem  liegt der A n trag  
bezüglich einer V erständigung zwischen M ag istra t und M eyer-S tad thagen  vor, den S ie  ebenfalls alle ken­
S tad tve ro rdnetenversam m lung  zurückkommen. H err nen; er b ildet ein A m endem ent zu dem P u n k t a. 
K au fm ann , w ir stehen durchaus auf demselben S ta n d ­ E s  w ird also über die M ag istra tsvo rlage  hinsichtlich 
punkt; w ir  sind im m er geneigt, u n s  zu verständigen, des P u n k te s  a  auf der einen S e i te  und der P unk te  b, 
und w ir  haben auch vielen Wünschen der S t a d t ­ c und d auf der andern  S e i te  besonders abgestim m t 
verordnetenversam m lung gegenüber, w enn sie u n s  n u r werden müssen.
e in igerm aßen  begründet erschienen, selbst gegen B e­ Ich  werde also zunächst über den A n trag  M eyer- 
denken, die w ir  ha tten , nachgegeben. A ber, m eine S ta d th a g en  abstim m en lassen: fü r den. F a l l  der A n­
H erren , die Wünsche m ußten  doch w enigstens ein iger­ nahm e der M ag istra tsvo rlage  P u n k t n dah in  zu ver­
m aßen begründet sein; hier aber liegt gar kein G rund  ändern , daß die Z ah l der M ag istra tsm itg lied e r um  
vor. H err Dr. S ta d th a g en  ist anderer Ansicht; das einen besoldeten und einen unbesoldeten S t a d t ­
ha t er ja  schon dazwischengerufen. Aber fü r den M a ­ ra t  verm ehrt w ird . F ü r  den F a ll,  daß die 
g istrat ist gar kein G ru n d  abzusehen. E s  liegt ledig­ M agistra tsvorlage  in  ih rer ursprünglichen Fassung 
lich ein gan I unbegründeter Wunsch der H erren  S ta d t ­ angenom m en w ird , w ürde dann  die R eso lu tion  
verordneten  vor. D a s  ist doch nicht genügend, um  des Ausschusses *ur A bstim m ung gelangen, die 
eine O rg an isa tio n , wie w ir sie im  M ag istra t n u r  fü r den F a l l  einen S i n n  ha t, daß die 
haben, über den H aufen  zu werfen und einen W eg P o s itio n  a unverändert b leibt. F ü r  den F a ll,  daß 
zu beschreiten, der u n s  ein gefahrdrohender zu sein die M ag istra tsvo rlage  abgelehnt w ird , w ürde dann  
scheint. der A n trag  der H erren  Zietsch und Genossen zu r A b­
D a n n  heiß t es, daß w ir u n s  hüten sollten, einen stim m ung kommen, den ich Ih n e n  vorher verlesen 
K onflik t heraufzubeschwören. W ir können nicht ledig­ habe.
lich a u s  Nachgiebigkeit, um  im  Augenblick über einen 
unbequem en, aber notw endigen sachlichen K am pf h in ­ Stadtv. Dr. Liepmann (zu r G eschäftsordnung): 
wegzukommen, einem  sachlich unbegründeten Wunsch Ich  w ollte hinsichtlich der A bstim m ung die A nfrage 
der S ta d tv e ro rd n e te n  nachgeben, w enn w ir dam it die stellen, ob dieser A n trag  M eyer a ls  A m endem ent zu 
Z ukun ft unserer ganzen V erw altung  und O rgan isa ­ N r. a  der M ag istra tsvo rlage  betrachtet w erden soll, 
t io n  gefährden! W ir  sehen die Sache sehr ernst an. wie es ja  der H e rr V orsteher eben ausgefüh rt ha t. 
W ir  sind h ier nicht hartnäckig, sondern fest. D a m it erledigt sich m eine A nfrage.
I m  übrigen, m eine H erren , wollen w ir u n s  
davor hü ten , sentim ental zu sein. $Benn_ H err Vorsteher Dr. Frentzel: Also w ar es doch w ohl 
S ta d tv .  K au fm ann  sagt, es w ürde ein M ißklang ganz richtig, daß ich zuerst sprach.
zwischen dem M ag is tra t und der S ta d tv e ro rd n e te n ­ W ir  kommen n u n  zu r A bstim m ung in  der 
versam m lung entstehen, so mache ich darau f aufmerk­ Reihenfolge, wie ich sie eben vorgetragen habe. Ic h  
sam, daß S ie ,  m eine H erren , wenn S ie  V orlagen des bitte  diejenigen H erren , welche fü r  den A n tra g  M eyer- 
M a g is tra ts  ablehnen, doch sonst nickt danach fragen, S ta d th a g en  stim m en w ollen, die H and  zu erheben.
ob dadurch ein M ißklang  herbeigeführt w ird . S ie  
werden ebenso darüber hinwegkommen, wie w ir es (Geschieht.)
müssen, w enn S ie  u n s  eine V orlage ablehnen. N u r  
d a s  eine freilich leidet, nämlich die Sache. W enn D a s  B u reau  ist sich da rüber einig, daß d as die große 
S ie  den A n trag  au f Schaffung einer D irektorstelle M ehrheit ist.
annehm en, dem der M ag is tra t nickt beitreten kann, Ich  b itte nunm ehr, daß diejenigen, die m it 
leidet zw eifellos die Fortbildungsschule, wenigstens dieser eben beschlosienen V eränderung  den P u n k t a  
solange, b is  S ie  sich überzeugt haben, daß es so, wie annehm en w ollen, die H and  erheben.
die D in g e  zurzeit liegen, nicht w eiter geht.
(Geschieht.)
Stadtv. Dr. Rothholz: M eine H erren! Ich  habe 
n u r  eine kurze E rk lärung  abzugeben. E ine  große D a s  B u re au  ist sich nicht e in ig ; ich b itte  um  die G e­
A nzahl m einer F reu n d e  hä lt die Schaffung einer genprobe.
unbesoldeten S ta d tra tss te lle  nicht fü r so wichtig, daß 
w ir  die ganze Vorsage an  dem W iderspruch des M a ­ (Geschieht.)
g is tra ts  scheitern lassen w ollen. D eshalb  werden w ir 
fü r die g latte  A nnahm e der M ag istra tsvorlage  D a s  B u re au  ist jetzt da rüber e in ig , daß P u n k t a  ab ­
stim m en. gelehnt ist.
        
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