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Periodical volume 22. Januar 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

46 Sitzung vom 22. Januar 1913
bett; bettn S ie  selbst haben sa verlang t, daß die D a  können S ie  hingehen, Ivo sie w ollen, S ie  w erden 
neuen G ebäude fü r  die F ortb ildungsschulen  so schnei sie m it V ergnügen und  K ußhand  bekommen.
hergestellt werden möchten, daß  sie vielleicht in  drei D a  m ir  jetzt gesagt w urde, daß die R äu m e über­
J a h re n  bere its  bezogen werden können. N ehm en S ie  haup t n u r  fü r  drei J a h r e  gebraucht w erden sollen, 
also eine F r is t  von drei J a h re n  an , so w ird  das so m uß  ich sogar au f dem S ta n d p u n k t stehen, daß 
w ohl au f diese Z e it wirklich von den B ew ohnern  des hier eine Verschwendung m it städtischen G eldern  ge­
W ilhelm platzes zu e rtragen  sein und zu ertragen  sein trieben  w ird . D en n  w enn die R äu m e  n u r  fü r  diese 
müssen; bettn bei dem besten W illen  haben w ir  — drei J a h r e  benö tig t w erden, so ist d a s  p ro  J a h r  eine 
der H err V orredner hat auch auf die V ism arckstraß A ufw endung von über 30 000 dl.
hingewiesen weder in  der B ism arckstraße noch in 
der S p reestraß e  noch in  irgendeiner anderen  S t a d t ­ (W iderspruch.)
gegend, wo w ir  städtischen Besitz haben, ein  Grundstück 
finden sönnen, d as  sich auch n u r  annähernd  so gu t —  Ja w o h l, 50 000 dl kostet der U m bau, ein  J a h r  
fü r diese Zwecke eignet wie gerade d a s  Grundstück stehen die R äu m e w ieder leer, um  sie fü r  andere 
W ilhelm platz l a .  I n  dieser N otlage haben w ir u n s  Zwecke um zubauen, und dan n  müssen sie w ieder ver­
gesagt: w ir müssen dieses Grundstück fü r  die kurze ändert w erden, da sie fü r Schulzwecke nicht w eiter zu 
Z e it dazu verwenden, und ich glaube I h n e n  sagen gebrauchen find, w ie u n s  d a s  eben h ier gesagt w or­
zu können, daß auch I h n e n  nichts anderes übrig  den ist. —  M eine  H erren , fü r  100 0 0 0 c#  b au t I h n e n  
bleiben w ird. jeder G e ldm ann  ein G ebäude h in , w enn sie ihm  den 
E s  bliebe n u r  noch der einzige W eg, daß L te  P la tz  dazu geben, und den haben w ir  ja  in  der S p re e -  
die R äum e öffentlich ausschrieben. G lauben  S ie  straße.
denn, m eine H erren , daß S ie  in  besserer Gegend 
zweckmäßiger und b illiger R äum e bekom m en? U n te r (Z u ru f :  O hne zweite H hpothek? —  H eiterkeit.)
keinen U m ständen; denn ich bin der festen Ueberzeu­
gung, daß in  dieser kurzen Z e it so große u n d  so viele - O hne zweite Hypothek! —  G eben S ie  ihm  100 000  
R äu m e an einer S te lle  überhaup t gar nicht freige­ M ark , und  d an n  b au t er I h n e n  die notw endigen 
macht werden können. W ir haben d as n u r  dadurch R äu m e  h in , die n u r  fü r  drei J a h r e  gebraucht w erden, 
erreichen sönnen, daß w ir zwei oder drei T age vor und es geht ganz vorzüglich.
dem 1. J a n u a r  noch den Beschluß fassen konnten, M eine H erren , ich w ürde I h n e n  ra ten , diese 
die K ünd igung  auszusprechen, da w ir kurze K ü n ­ V orlage g la tt abzulehnen, da sie alles überschreitet, 
d igungsfristen  besitzen. A ußerdem  ist es n u r  im w as m an  überhaup t den B ü rg e rn  C h a rlo tten b u rg s  
W ege der besonderen V erhand lung  gelungen, einige bieten sann , denn es ist geradezu unglaublich, daß der­
R äum e früher freizumachen. Ic h  glaube, S ie  be­ artige  M itte l  a lle in  fü r  drei J a h r e  fü r  diesen Zweck 
finden sich m it u n s  in  einer N o tlage , und a u s  diesem aufgew endet w erden sollen. Ic h  mochte aber doch, 
G runde  b itte  ich S ie ,  die V orlage ohne Ausschuß- daß die A ngelegenheit im  Ausschuß noch w eiter ge­
beratung  anzunehm en. klärt und die M öglichkeit gegeben w ird , eine E in i­
gung in  der Weise herbeizuführen, daß die H erren  B e ­
(B ra v o !) am ten  a u s  der Lützower S tr a ß e  sich m al auf ein J a h r  m it diesen großen R äu m en , die durchschnittlich 4 zu 6, 
ja  sogar 5 zu 6 m  groß sind —  andere R ä u m e  haben 
Stadtv. Zander: D e r  H e rr  S tad tk äm m erer hat S i e  in  der Lützower S t r a ß e  auch nicht, im  G egenteil, 
soeben gesagt, daß d as Grundstück W ilhelm platz la , sie sind viel kleiner und schlechter, a ls  sie heute schon am  
w enn es fü r  Bureauzwecke benutzt w erden sollte, fü r W ilhelm platz sind — , begnügen, b is  sie in  d as  feudale 
d as  eine J a h r  um gebaut w erden m üßte . W aru m  R a th a u s  einziehen, und dan n  die R äu m e  in  der 
soll es notw endig  sein, diese M ie tw ohnungen  im  Lützower S t r a ß e  fü r diese Zwecke freigemacht w erden.
Grundstück W ilhelm platz l a  um zubauen , w enn sie Wenn wir daran denken, wie das Publikum und die 
a ls  M a g is tra tsb u re au s  dienen sollen? K enn t denn der Hausbesitzer in der Berliner S traße geschrieen haben, 
H e rr K äm m erer nicht das A m tsgericht in  der S u a re z -  dis die Verteilung der „Neuen Zeit" dort eingestellt 
straße 13; weiß er nicht, in  welchen R äu m en  könig­ und nach einer anderen Stelle verlegt worden ist, weil 
liche B ehörden ihre A ngestellten und B eam ten  jah re­ die Passage dadurch gehindert wurde, und diese Ver­
lang  un terb ringen , und es sollte nicht möglich sein, legung endlich gelungen ist, so muß man sich wundern, 
in  dem herrschaftlichen Hause W ilhelm platz l a  die daß heute von der Stadtverwaltung eine Fortbil­
M ag istra tsb eam ten  a u s  der Lützower S tr a ß e  u n terzu ­ dungsschule nach dem Wilhelmplatz gelegt werden 
b ringen? oll. W ir wissen genau, wie die Jungens, die die 
F e rn e r  sagt der H e rr K äm m erer, es w ürde nicht Fortbildungsschule besuchen, beim Hineingehen und 
möglich sein, R äum e fü r diese Zwecke anzum ieten . beim Verlassen des Hauses auf der S traße herum- 
M eine  H erren , 50 000  vH w erden von Ih n e n  ange­ wüten, —  ich wünsche den Herren vom M agistrat, 
fo rdert! D e r H err K äm m erer hat u n s  h ier eben ge­ daß sie sich nur mal eine Stunde lang in der Wall- 
sagt, daß  die R äu m e  n u r  au f drei J a h r e  gebraucht "traße vis-ä-vis von Nr. 80  hinstellen und sich die 
w erden sollen —  ich nehme selbst 4  J a h r e  an  — , und Sache ansehen, —  ob sie dann noch der Ueberzeugung 
daß  sie nachher d an n  fü r  Schulzwecke u n n ö tig  sind. mb, daß die Schule nach dem Wilhelmplatz ver- 
Diese 4 E tagen , taxiere ich, haben der S tad tgem einde  'flanzt werden soll?
C h arlo tten b u rg  m indestens 12- b is  15 000 di einge­
bracht. Rechnen S i e  d as  au f 4  J a h r e ,  so kommen Stadtrat und Kämmerer Scholtz: Wenn ich dem 
S ie  au f 60 000 dl, und 50 000  dl kostet der B a u , Herrn Vorredner auch zugeben will, daß für den 
sodaß S ie  fü r  diese 4  J a h r e  insgesam t au f e ine  A u s­ Fall, daß die Verhältnisse später ergeben sollten, daß 
gabe von ru n d  100 000 dl, kommen. M ein e  H erren , die Bureaus nur verhältnismäßig kurze Zeit in dem 
glauben S ie ,  daß S ie  fü r 25 000 dl p ro  J a h r  in  Hause bleiben müßten, nicht so viele Reparaturen 
C h arlo tteb u rg  diese R äu m e nicht anm ieten  konnten? und Umbauten notwendig sind, als wenn man dort
        
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