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Periodical volume 17. Dezember 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

Sitzung vom 17. Dezember 1913 463
Meine Herren, heute ist die letzte Sitzung in ich ihm darin recht geben. Tie Frage hätte aller­
diesem „nächsten" Jahre. Allerdings ist der Mm dings auf dem Bogen ihren Platz haben müssen; sic 
gistrat im verflossenen Jahre durch viele Umstände ist aber nicht aufgenommen worden, weil wir jeden­
verhindert worden, seine Zusage zu halten, durch den falls erfahren hatten, daß die Sache bisher nicht 
Wechsel im Oderbürgermeisteramt usw. Aber es weiter gediehen ist. Es wäre aber besser gewesen, 
dürfte doch wohl nicht nur mir, sondern auch den wenn wir so verfahren hätten, wie es der Kollege 
übrigen Mitgliedern der Versammlung sehr daran vorgeschlagen hat.
liegen, zu erfahren, wie weit die Sache nunmehr im 
Magistrat gediehen ist. (Sehr richtig!)
Ich muß dabei bemerken, daß dieser Gegenstand Ich möchte den Kollegen Vogel und 'die anderen 
nicht erst im vorigen Jahre zur Sprache gebracht Herren bitten, den Vorstand, falls er wieder einmal 
worden ist, sondern schon v o r  10 J a h r e n  hier an Gedächtnisschwäche leiden sollte,» in dieser Be­
auf der Tagesordnung gestanden hat. Am 4. N o - ziehung zu unterstützen und gleich nach Bekanntgäbe 
v e m b e r 1903 faßte die Stadtverordnetenver­ der Vorlage auf solche Dinge aufmerksam zu machen, 
sammlung . folgenden Beschluß: Der Magistrat wird damit das Nötige eventuell noch nachgeholt werden 
ersucht, in Erwägung zu ziehen, ob es sich empfiehlt, in kann.
Charlottcnburg ein städtisches Leihhaus zu gründen. Ich weiß nicht, ob der Magistrat auf die Anfrage 
In  der letzten Stadtverordnetensitzung im De­ des Herrn Kollegen Vogel etwas antworten will?
zember 1904 richtete der Vorstand auch die Anfrage 
an den Magistrat: „Wann ist die Mitteilung des (Oberbürgermeister Dr. S ch o l z : Na, wir werden die 
Magistrats über das Ergebnis seiner Erwägungen be­ Sache im Auge behalten!)
züglich der Errichtung eines Leihhauses für Char­
lottenburg zu erwarten?" Die Antwort darauf lautete: — Das Wort wird vorläufig nicht verlangt.
Die Erwägungen sind noch nicht zum Ab­ Damit ist Punkt 17 der Tagesordnung erledigt, 
schluß gelangt. Ueber den Zeitpunkt der Ein­ und wir kommen zu Punkt 18:
bringung einer Vorlage kann eine Zusicherung 
nicht gemacht werden. Festsetzung des ersten SitzungStagcS im Jahre 1914.
Das sind also 10 Jahre her. Da könnten die 
Erwägungen doch am Ende wohl zum Abschluß ge­ Meine Herren, ich schlage Ihnen den 7. Januar 
langt sein. Nach 8 Jahren habe ich dann die erneute vor und teile Ihnen mit, daß von dem Herrn Ober­
Anfrage gestellt, die ich vorhin schon vorgelesen habe, bürgermeister und auch von mir in Aussicht genommen 
und ich denke, jetzt müßte doch darauf gerechnet werden ist, die Herren Kollegen nach Beendigung der Sitzung 
können, daß die Sache einen Schritt vorwärts ge­ wieder zu einem gemeinsamen Essen zu vereinigen.
bracht wird. Ich möchte mich da speziell an den Herrn 
Oberbürgermeister wenden, der Gelegenheit gehabt Punkt 19:
hat, in Cassel eins der ältesten Leihämter Deutsch­
lands kennen zu lernen. Bericht über die Geschäftsführung der Versammlung im Jahre 1913.
(Oberbürgermeister Dr. Sc h o l z :  Kommunal­ Meine Herren, die Versammlung konnte bei Be­
ständisch, nicht städtisch!) ginn des Geschäftsjahres ihre Tätigkeit mit 77 M it­
gliedern aufnehmen.
— Nun, dann gibt es noch andere städtische Leihhäuser, Im  Laufe des Jahres schieden 3 Stadtverordnete 
z. B. in Frankfurt a. M., ebenfalls eines der ältesten, aus, 2 traten neu ein, so daß am Jahresschluß 76 M it­
und wenn das Leihamt in Cassel auch kommunal­ glieder vorhanden sind.
ständisch ist, so ist es doch immer interessant, daraus Es wurden 21 Vollversammlungen und 74 Aus­
Schlüsse zu ziehen. schußsitzungen abgehalten.
Es sind ja hier Einwendungen gemacht worden, Zur Beratung sind der Versammlung 841 
wie: die Leihhäuser beförderten den Leichtsinn und Sachen zugegangen. Hiervon blieben unerledigt: 
die Liederlichkeit usw. Ja, mein Gott, wer liederlich Vorlage betr. Bürgschaftsübernahme für die 
werden will, der kann das auch, wenn keine Leih­ Pfandbriefe eines Hypothekenbankvereins für 
häuser da sind. Da gibt es ja Private Leihhäuser. 2. Hypotheken,
Allein die städtischen Leihämter unterscheiden sich von Antrag der Stadtv. Wolffenstein und Gen. betr.
den privaten dadurch, daß sie nichts dabei verdienen Entwürfe zu baulichen Anlagen, 
wollen, während die privaten doch gute Geschäfte einige Wahl-, Petitions- und Rechnungssachen, 
machen wollen. sowie endlich die heute noch nicht zur Verab­schiedung gekommenen Vorlagen.
Meine Herren, ich will heut nicht in Einzelheiten An sämtlichen Sitzungen des Jahres haben 11 
eingehen. Aber ich möchte doch, und zwar, wie ich Mitglieder teilgenommen, und zwar die Herren Kol­
glaube, ebenso wie früher im Einverständnis mit der legen Braune, Dunck, Erdmannsdörffer, Dr. Frentzel, 
Versammlung, an den Magistrat die Bitte richten, Jastrow, Kern, Neukranz, Schwarz, Dr. Stadthagen, 
doch endlich mit seinen Erwägungen über die Er­ Wenig, Wilk.
richtung eines städtischen Leihhauses in Charlotten­ M it Ablauf dieses Jahres scheiden die Herren 
burg zum Schluß zu kommen. Kollegen Jacobi und Klau aus. Ich glaube in 
Ihrem Namen zu sprechen, wenn ich beiden Herren 
Vorsteher Dr. Frentzel: Wenn der Herr den Dank für ihre Tätigkeit hiermit zum Ausdruck 
Kollege Vogel in seinen Anfangsworten eine kleine bringe.
Rüge gegen den Vorstand aussprechen wollte, daß er 
diese Frage nicht auf den Bogen gesetzt hat, so muß (Bravo!)
        
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