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Periodical volume 17. Dezember 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

Sitzung vom 17. Dezember 1913 441
den können, so müssen sie im ersten Stock vorgesehen Da ist z. B. die Viktoriaschulc in Breslau, eine 
werden, und es bleiben dann, wenn Sie ein Zimmer höhere Mädchenschule, die eine Aula und Turnhalle 
streichen wollen, nur noch zwei übrig, ein Empfangs­ enthält. Für diese Schute sind 20,40 dl pro Kubik­
zimmer und ein Wohnzimmer, wozu eventuell noch meter verausgabt worden inkl. Mobiliar und Neben» 
das zur Dienstwohnung nicht eigentlich gehörige anlagen, d. H. gärtnerische Anlagen und Einfriedi­
Amtszimmer des Direktors kommt, das unmittelbar gungen.
an dieselbe anstößt und infolgedessen auch gelegentlich Bei der Schillerschule in Stuttgart, ebenfalls 
mit verwendet werden kann. Das ist aber nicht ganz einer höheren Mädchenschule mit eingebauter Aula 
ausreichend. M it Rücksicht darauf wird es erwünscht und Turnhalle, beläuft sich der Preis für das Kubik­
sein, daß gerade im ersten Stock außer dem Amts, meter auf 19,23 dl, immer inkl. Möbel und Neben« 
zimmer noch ein sechstes Zimmer eingeräumt wird. anlagern
Der Direktor würde gewiß nichts dagegen einzu­ Bei der Elisabethschule in Mannheim kommt das 
wenden haben, wenn ihm oben weniger Räume zur Kubikmeter auf 20,27 dl, und bei dem Schiller- 
Verfügung gestellt werden; aber unten braucht er noch gymnasium in Leipzig stellt sich der Preis auf 
ein Zimmer. 20,64 dl.
Da wir zurzeit in der glücklichen Lage sind, ein Wenn man mit diesen Einheitspreisen die Preise 
unmittelbar anstoßendes wohl passendes Zimmer zu vergleicht, die wir in Charlottenburg gezahlt haben, 
haben, so ist der Magistrat der Meinung, daß wir so ergibt sich für die Herthaschule auf Westend ein 
das, ohne Lurus zu treiben, dem Direktor zur Ver­ Preis pro Kubikmeter von 24,74 oft und außerdem 
fügung stellen können. Sollten Sic aber Besorgnisse für eine Gemeindedoppelschule auf Westend 21,93 dt 
haben, daß wir später einmal das Zimmer für Schul.-- pro Kubikmeter. Sie sehen also, daß bei uns die 
zwecke brauchen — in der ersten Zeit wird das nicht Preise, die sonst für derartige Schulen ausgegeben 
der Fall sein —, so könnte sa schon von vornherein werden, bedeutend überschritten werden.
ausgemacht werden: für den Fall, daß wir es gebrau­ Weiter habe ich mich auch bemüht, in unserer 
chen, muß es der Schule wieder zur Verfügung gestellt Umgegend derartige Preise festzustellen, und kann Ihnen zwei Angaben machen, die ganz neuen Datums 
werden. Solange wir es aber nicht brauchen, ist es sind. Bei dem Lyzeum in Mariendorf stellt sich der 
nicht nötig, es von der Direktorwohnung abzu­ Preis pro Kubikmeter mit Aula und Turnhalle auf 
zweigen. 20,18 dl inkl. alles Mobiliars, aller Nebenanlagen.
Das Realgymnasium in Mariendorf, auch ganz 
Stadtv. Wenzke: Meine Herren! Ich habe den neuen Datums, kostet nur pro Kubikmeter 19,30 dt.
Antrag des Ausschusses unterschrieben und damit an­ Diesen 19 und 20 dl pro Kubikmeter gegenüber 
erkannt. Ich muß jedoch dazu bemerken, daß ich das sollen wir jetzt zahlen laut Anschlag der Hochbau­
getan habe in der Voraussetzung, baß mit der Be­ verwaltung 23 dl für vorliegenden Schulbau. Wenn 
schlußfassung über den Antrag bezüglich der Direktor­ ich überlege, daß in dem Anschlage der Hochbauverwal­
wohnung der Magistratsantrag nicht verbunden wird. tung noch außerdem für Einfriedigung, Platzregulie- 
Wie ich jetzt sehe, ist das geschehen. Das mag wohl rung usw. 10 000 dt enthalten sind, so würden sich 
richtig sein, ich will es nicht anzweifeln, muß aber noch 0,3 dl pro Kubikmeter ergeben, und es würde 
daher meine Stimme zurückziehen, weil ich nicht mit der Betrag von 23,3 dl pro Kubikmeter heraus­
den Mosten für diesen Bau einverstanden bim Der kommen. Ich will dabei nicht von den Tiefergründun­
Ausschuß hat sich lediglich — darauf möchte ich bitten gen und sonstigen schwierigen Arbeiten sprechen; die 
Wert zu legen — mit der Frage beschäftigt, die Woh­ habe ich selbstverständlich aus meiner Betrachtung 
nung des Direktors festzusetzen. Schon früher habe ich herausgenommen. Es ergibt sich eine Differenz von 
mich damit befaßt, festzustellen, welche Einheitspreise rund 3,0 dl pro Kubikmeter; das würde bei einer 
wir für unsere Schulhausbauten benötigen. Ich habe Kubikmeteranzahl von 36 000 den Betrag von 100 000 
das getan in bezug auf die Klasseneinheit und auf den Mark ausmachen.
Schülerplatz. Diese Auffassung hat man als nicht Das sind doch so wesentliche Unterschiede, daß 
richtig bezeichnet, und ich erkenne auch an, daß eine wir nicht ohne weiteres darüber hinweggehen und 
Schule, die umfangreiche Nebenräume hat, einen sagen können: wir nehmen die Magistratsvorlage 
etwas höheren Einheitssatz pro Klaffe erhalten muß. in der vorgelegten Form an. Ich bin überzeugt, meine 
Daher habe ich mich nochmals bemüht, eine Auf­ Herren, daß Sie sich nicht das Bild so klar werden 
stellung nach den Kubikmetern des bebauten Raumes machen können, wie es mir durch das Studium der 
zu machen. Sie werden mir zugeben muffen, daß es Materie möglich war, und daß Sie nicht geneigt 
auf den Preis pro Kubikmeter bebauten Raumes sein werden, einfach die 100 000 dl von der Bau­
keinerlei Einwirkung hat, wieviel Nebenräume ich summe abzustreichen. Ich möchte daher bitten, daß 
an ein Schulhaus anreihe, sondern es ist lediglich wir die gesamte Vorlage noch einmal in den Aus­
der Einheitssatz pro Kubikmeter bestimmend. schuß zurückverweisen und uns nochmals eingebend 
Meine Herren, ich weiß ganz genau, daß die An­ darüber unterhalten, wie es möglich ist, daß bei uns 
forderungen unserer Zeit stets steigern werden das stets wieder so horrende Ansätze für das Kubikmeter 
Bedürfnis nach gesunden, erzieherisch wirkenden bebauten Raumes gemacht werden.
Schulgebäuden bei einer guten Ausgestaltung letzterer. 
Wir haben die Anregungen hierzu in erster Linie (Bravo! bei der Vereinigten alten Fraktion.)
unseren Schulleitern zu danken und mit Recht. Ich 
darf Ihnen vielleicht einige Daten über die Kosten Magistratsbaurat Winterstein: Meine Herren! 
von Schulgebäuden anderer Städte mitteilen und will, Die Hochbauverwaltung kann dem Herrn Vorredner 
wie ich hervorhebe, zunächst Beispiele aus Städten nur dankbar sein, wenn er uns durch seine eigene 
wählen, die ungefähr dieselben Lebensbedingungen, Sachkenntnis in der Aufgabe unterstützt, die Kosten 
dieselben Material- und Arbeitslöhne haben wie wir unserer Bauten zu vermindern. -Ich selbst bin jeder- 
in Charlottenburg. I zeit bereit, mit Herrn Wenzke in dieser Sache so lange
        
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