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Periodical volume 3. Dezember 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

Sitzung vom 3. Dezember 1913 43 7
d a  aufgeste llt h a t  —  ich kann  m ir  vo rste llen , w ie  sie in  der D epu ta tio n ssitzu ng . D o r t  w ar es nicht die 
au sseh en  w ird ;  sie w ird  von  M ä u se n  usw . w im m e ln ; E isenbahnbau- un d  Betriebsgesellschaft, die im  M it te l ­
so u n g e fä h r  sehen d ie D in g e r  a u s ------- punk t des In te re s se s  stand, sondern die F ir m a  F ieb ig . 
Ic h  habe mich auch m it dieser F ir m a , nachdem ich d as  
Borsteher Dr. Frentzel (u n te rb rech en d ). I c h  nö tige  M a te r ia l  gesam m elt h atte , eingehend beschäftigt. 
m öchte S ie  doch b itte n , I h r e r  P h a n ta s ie  nicht a llzu  D ie  E isenbahnbaugesellschaft h a t ihre V erpflichtungen 
lebhaft d ie  Z ü g e l schießen zu  la s ten ! e in igerm aßen  erfü llt, die F irm a  F ieb ig  aber nicht. 
W esw egen n ich t?  W eil bei der F i r m a  F ieb ig  kein 
Stadtv. Witt ( fo r tfa h re n d ) :  I c h  p h an ta sie re T eufel a u sh a lte n  w ill! —  Ic h  nehm e an , daß  dieser 
n ich t; d a s  fä ll t  m ir  nicht e in . I c h  sage n u r ,  w a s  ich Ausdruck nicht beanstandet w ird . — D a s  R e su lta t w ar 
sagen  m u ß . eben, daß  alle A rb e ite r fo rtg ingen .
W ir  w ollen  gern anerkennen, daß  die A rb e its - 
Vorsteher Dr. Frentzel: S i e  haben  h ie r  a u s ­ Verhältnisse a u f dem Rieselfeld schwierig sind; d an n  ist 
g e fü h rt:  S i e  d e n k e n  sich, d a ß  diese D in g e  so a u s ­ es aber auch no tw endig , daß  ein  entsprechender L o h n  
sehen. I c h  habe S i e  auch n u r  gebeten , I h r e r  P h a n ­ gezahlt w ird . W enn  der H e rr S ta d tb a u r a t  sagte, es 
tasie nicht zu w eil d ie Z ü g e l schießen zu  lassen . I m  w ürden  ausköm m liche L öhne gezahlt, so w ill ich I h n e n  
ü b rig e n  m u ß  ich S ie  d a r a u f  aufm erksam  m achen, d a ß  v e rra ten , daß  u n s  in  der D epu ta tionssitzung  m itgete ilt 
S i e  v o rh e r z u r  C h a ra k te r is ie ru n g  d e r  B e z a h lu n g  e in en  w urde, 5 A  im  Akkord könne ein tüchtiger T ie fb au ­
A usdruck  gebrauch t h ab en , d e r p a rlam en ta risch  nicht a rb e ite r verd ienen . M e in e  H erren , 5 Ji im  Akkord! 
ganz  passend w ar. W er n u r  ein  bißchen A hn u n g  von der A kkordarbeit im  T ie fb au  h a t, der m u ß  sagen, daß  d a s  durchaus kein 
( Z u r u f :  D o n n e rw e tte r , sind S ie  so fe in fü h len d !) L ohn  ist, den m an  a ls  ausköm m lich bezeichnen kann, 
not» bene: w enn außerdem  die A rb e ite r von G a to w  
Stabtu. W itt  ( fo r tfa h re n d ) : Ic h  w eiß  nicht, w as nach C h a rlo tte n b u rg  zurück m üssen. D e r  H e rr  S ta d t ­
ich gesagt habe; ich befleißige mich aber in m einen  A u s ­ b a u ra t h a t ja d a rau s hingew iesen, daß  die L eute sich 
fü h ru n g en  g ro ß er O b jek tiv itä t. W ahrscheinlich ist der nicht im  Besitze von R ä d e rn  befinden, sie können sich 
A usdruck noch viel zu gelinde gewesen. I n  A nbetracht auch keine anschaffen. A u f diese W eise h a t der A rbeite r, 
der außero rden tlichen  V erhältn isse , die w ir  in  B e rlin  da er doch entw eder den Rückweg oder d as  R ächt- 
haben , ist d ie S p rach e  noch nicht scharf genug, die h ier o u a r tie r  bezahlen m uß , von seinem wirklichen V erdienst 
g efüh rt w erden m u ß . nicht d as , w as er haben m üß te .
I n  bezug au s d ie ausländ isch en  A rb e ite r  brauchen 
( S e h r  richtig! bei den S o z ia ldem o kra ten .) w ir u n s  ja  g a r nicht über die letzten V orkom m nisse zu 
streiten ; frühere  V orfä lle  beweisen ja auch. B ei e iner 
Also geben S ie  den großstädtischen, v o r a llen  F ir m a , die ich frü h e r auch aufgesucht habe, ist es ja 
D in g e n  den B e rlin e r  und  C h a rlo tte n b u rg e r A rb e ite rn  üblich, daß  galizische und  russische A rb e ite r auch in  n o r­
solche L öhne, daß  sie auskom m en können, d a n n  w erden  m alen  Z e iten  beschäftigt w erden . J a  selbst bei unserer 
S ie  auch fü r  die A rb eiten , die au sz u fü h re n  sind, die G a sa n s ta lt  sind diese L eu te  durch einen M au re rm e iste r 
no tw endigen  A rbe itsk rä fte  finden , und  es w ird  vor beschäftigt w orden.
a llen  D in g e n  auch den  G ew erbetre ibenden  und G e­ Ich  begrüße die h ier gegebene A nreg un g  m it 
schäftsleuten bester gehen, a l s  es augenblicklich der F re u d e n , daß  schärfer d a rau s geachtet w erden  soll, C h a r­
F a ll  ist. lo tten bu rger A rb e ite r bei städtischen A rb e iten  zu be­
schäftigen, nam entlich  in  dieser Z e it , wo die A rb e its ­
Stadtbaurat Bredtschneider: H e r r  S ta d tv .  W it t  losigkeit so scharf h e rv o rtr itt .
h a t B e h a u p tu n g e n  ausgestellt, w o fü r er den B ew eis  M e in e  H erren , Tatsache soll sein, daß  von  C h a r­
schuldig geblieben ist. E r  h a t gesagt, die L öhne  seien lo tten b u rg e r A rb e ite rn  n u r  noch v ier bei der F ir m a  
unausköm m lich ; m it keiner S ilb e  h a t e r^ a b e r gesagt, F ie b ig  beschäftigt w erden. W en n  die an deren  d av o n ­
w ie hoch sie sind. E r  h a t gesagt, die Schlafbaracken gegangen sind, so müssen doch Ursachen und  G rü n d e  
w im m elten  von  U ngeziefer und  M äu sen . Ic h  b in  der d a fü r v o rhanden  sein. Ic h  habe aber A rb e ite r ge­
gegenteiligen  Ansicht u n d  sage, daß  sie so günstig  sind, sprochen, die d o rt ein und zwei T ag e  gearbeite t h a tten  
w ie ich sie noch nicht gesehen habe. S ie  sind funkel­ und die m ir ohne w eite res erk lärt haben : N e in , d as  
n a g e ln e u ; es k a n n  g a r  kein  U ngeziefer d a r in  sein. S i e  können S ie  m ir  nicht verdenken, w enn  ich u n te r  diesen 
w erden auch n u r  sehr w enig benutzt. E in e  S ch la f­ polnischen A rb e ite rn  —  und  w enn  es auch nicht russisch­
baracke fü r  4 0  b is  50  P e rso n en  ist m it  6 b is  7 P e rso n en  polnische sind, so sind es doch deutsch-polnische —  nicht 
belegt. D e n  B ew e is  fü r  I h r e  B eh au p tu n g en  sind S ie  a rb e iten  w ill. E in e  S ta tis tik  h a t auch ergeben, daß  die 
schuldig geblieben; ich e rw arte  aber den N achiveis. beiden F irm e n , speziell die in  B etrach t kom m ende 
A ußerdem  m u ß  ich bem erken: es b leib t die Tatsache be­ Eisenbahnbaugesellschaft, ihre A rb e ite r a u s  O st- und  
stehen, daß  trotz der a lle rg rö ß ten  B em ü h u n g en  der B a u ­ W estpreußen  herübergebracht haben . —  S ie  schütteln 
v e rw a ltu n g  die C h a rlo tte n b u rg er die A rb e it nicht a n ­ m it dein K opfe, H e rr B ü rg erm eister; ich stütze mich 
g enom m en  haben . D ie  B a u v e rw a ltu n g  a ls  solche, die da  a u f die A u sfü h ru n g en  des H e rrn  S ta d tb a u r a ts ,  und  
S i e  angegriffen  haben, h a t w ahrh aftig  keine S chu ld . w a s  der gesagt h a t, m u ß  doch w ah r sein. E r  h a t erk lärt, 
S ie  sollten sie v ielm ehr beloben, daß  sie sich solche M ü h e  daß  die w e ita u s  größere  Z a h l dieser A rb e ite r a u s  jenen 
gegeben h a t, u m  die A rb e ite r heranzuziehen. I n  dem  G egenden hergekom m en sei, C h a rlo tte n b u rg er u n te r 
V o rw u rf, den H e rr  S ta d tv .  W itt  der T ie fb au v e rw al­ ihnen  n u r  sehr w enige gewesen seien. D ie  Z a h l be trug  
tu n g  gemacht h a t, lieg t ein g ro ß er U ndank. bei der einen F ir m a  u n gefäh r 100 , bei der an deren  
etw a 150.
©tadtb. Gebert: I c h  w ill mich befleißigen, m eine M ein e  H erren , w ie die V erhältn isse  auch liegen 
A u s fü h ru n g e n  in  e inem  ru h ig e n  T o n e  zu  m achen. —  m ögen : w enn m an  n u r  e tw as g u ten  W illen  zeigen 
D e r  H e rr  S ta d tb a u r a t  w ird  zugeben m üssen, d aß  seine w ollte , so w ürden  sich die Z u stän de  zw eifellos fü r  beide 
heu tigen  A u s fü h ru n g e n  a n d e rs  klangen a ls  d iejenigen T e ile  an n eh m b ar gestalten lassen. I c h  b in  auch der
        
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