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Periodical volume 3. Dezember 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

Sitzung vom 3. Dezember 1913 4 0 9
höheren technischen B eam ten um faßt, um  eine Audienz deputationssitzung ein  Kollege diese Sache kurz zur 
Littet, dann empfiehlt es sich doch —  w ir haben n a tü r­ Sprache brachte und auch die U n k l a r h e i t e n  be­
lich keine E inw irkung darauf — , daß der Betreffende sonders charakterisierte, die in j u r  i st i j ch e r B e­
von einem Angehörigen des M ag istra ts  empfangen ziehung in  dieser Z irku larverfügung  em halrcn  seien. 
rono. I s t  der Bürgerm eister selber nicht in  der Lage, D ie  z w a n g s w e i s e  E i n t r e i b u n g  v o n  
hat er nicht die Z eit dazu oder hindern ihn andere U n t e r  j ch r  i f t e  n  ist in  unserer V erw altung  leider 
G ründe, so kann er ja den Betreffenden wieder an den k e i n  N ovum . I m  D ezem ber 1911 haben w ir  schon 
Dezernenten verweisen. D er Weg aber, ihn an den einm al einen ähnlichen F a ll behandelt; er betraf die 
B ureaudirektor zu verweisen, scheint-mir nicht der rich­ P a r k v e r w a l t u n g .  D am als ivar den A rbeitern 
tige. D er H err Oberbürgerm eister Dr. Scholz hat, so­ eine V erfügung vorgelegt w orden, die sie absolut 
viel m ir bekannt ist. den betreffenden B eam ten zunächst unterschreiben sollten. D ie  s t ä n d i g e n  A rbeiter 
persönlich empfangen. haben d as  n i c h t  getan, die n i c h t  s t ä n d i g e n  
haben natürlich, der N o t gehorchend, nicht dem 
(Widerspruch.) eigenen Triebe, unterschrieben. E s  handelte sich um 
die ganz unberechtigte E n tz iehung  der D ienstkleidung 
Doch! D a  ist der Weg, den ich wünsche, m eines der Parkangestellten . —  Entschuldigen S ie  die A b­
Wissens zu m einer vollen Befriedigung eingeschlagen schweifung! —  Trotzdem w ir u n s  in  der D e p u ta tio n  
worden und nachher ist dem H errn  schriftlich ein B e­ dagegen ausgesprochen hatten , trotzdem die ganze 
scheid zugegangen. S tad tvero rdnetenversam m lung  dagegen energisch 
Ic h  komme n un  zu dem letzten Punkte, der Ver­ S te llu n g  genom m en hat, ist d i e E n t z i e h u n g  
öffentlichung in der Presse. D a  kann ich auch nu r H errn d e r  D i e n s t k l e i d u n g  für die Angestellten der 
Kollegen M eyer vollkommen beistim men: wenn S ie  Parkverw altung  in die W ege geleitet.
diese Grundsätze so durchführen, dann unterbinden S ie  
unseren B eam ten. Angestellten und A rbeitern über­ (Glocke des V orstehers.)
haupt die öffentliche Tätigkeit in der Presse. Selbstver­
ständlich sind auch im Reich und S ta a t  ähnliche B e­ -  Ich  b in  dam it schon fertig , H err Vorsteher.
stim m ungen vorhanden —  vorhin wurde danach ge­
fragt — ; an sich kann m an un ter die Bestim m ung, N u n  ist m ir, ganz abgesehen von der F o rm , be­
die die Veröffentlichungen betrifft, alles bringen. Ich  sonders aufgefallen, w as schon H err Kollege S ta d t ­
erinnere S ie  an die kürzlichen V erhandlungen wegen hagen anführte , daß der H err B ürgerm eister n i c h t  
des militärischen Dienstgeheimnisses. M an  kann alles s o v i e l  Z e i t  gefunden ha t, p e r s ö n l i c h  m it 
un ter den Begriff A m tsgeheim nis bringen; alles, w as dem H errn  zu sprechen; er hat ihn an den B u re a u ­
in einem A m te vorgeht, ist eigentlich A m tsgeheim nis. direktor W in ter verwiesen, der ihn seinerseits durch 
T er B eam te darf eigentlich über keine Sache reden, m it den B ureauvorsteher Jüdisch  hat avisieren lassen und 
der er amtlich zu tun  hat. denn er kann, selbst wenn dann gütigst m it ihm  gesprochen hat. A llerd ings ist 
er in sehr hoher S te llu n g  ist, nicht übersehen, objricht die U n terhaltung  e t w a s  a n d e r s  ausgefallen, a ls  
durch eine gewisse Entwicklung der D inge diese Sache der H err B ürgerm eister sie hier geschildert hat. Ich  
gerade zu einer wirklich geheimen Angelegenheit wird. will jedoch heute nicht w eiter da rau f eingehen.
E s  gibt auch leitende Beam te, die sich auf den S ta n d ­
punkt stellen: der B eam te darf nichts über seine am t­ M eine H erren , unsere A rbeiter können a l l e s  
liche Tätigkeit veröffentlichen. Ich  glaube aber doch, inn . die können a l l e s  machen, d e n e n  p a s s i e r t  
daß dieser S tandpunk t von unserer V erw altung nicht n i e  e t w a s .  Ich will dam it nicht sagen, daß 
geteilt w ird ; dieser S tandpunk t wird sicherlich nicht ge­ irgendw ie V orbeügungsm aßregeln  gegen die A rbeiter 
teilt von der S tadtverordnetenversam m lung. Ich  getroffen w erden sollen. W e n n  a b e r  e i n  B e ­
meine, w ir wollen darin  ebenso liberal verfahren, wie a m t e r  o d e r  A n g e s t e l l t e r  e i n m a l  
derartige Bestim m ungen tatsächlich im  Reich und im i r g e n d e i n  f r e i e s  u n d  b e r e c h t i g t e s  
S ta a t  gehandhabt werden und wie sie meines Wissens W o r t  s a g t ,  d a n n  h a t  m a n  i h n  g l e i c h  
aucb bisher in der S ta d t  C harlottenburg gehandhabt b e i m  S c h l a f i t t c h e n .  D a s  geht doch nicht! 
worden sind. D e r H err Bürgerm eister, der an dem D adurch w irb die D ienstfreudigkeit und d as V er­
Artikel selber nichts gefunden hat, könnte vielleicht V er­ trau en  unserer B eam ten  und A ngestellten wahrlich 
anlassung nehmen, daß die Rüge, die auf G rund eines nicht gestärkt. J c h h a b e d a s f e s t e V e r t r a u e n  
Artikels erteilt worden ist, der sein Bedenken nicht er­ z u u n s e r e m H e r r n O b e r b ü r g e r m e i s t e r ,  
regt hat, offiziell zurückgenommen wird. Ich  halte daß er dafür sorgen w ird , daß unsere Angestellten 
das für erforderlich; sonst ist der Betreffende in der z u f r i e d e n e r  werden u n d  m i t  e i n e m  
T a t in einer schlechteren Lage a ls  jeder andere Ange­ g a n z  b e s t i m m t e n  S y s t e m  g e b r o c h e n  
stellte. w i r d .  Ich  habe eine ganze M enge diesbezügliches 
W ir können hier n u r Wünsche aussprechen, w ir M a teria l; ich bin g e r n  b e r e i t ,  es dem H errn  
weiden u n s  später über die weiteren D inge unterhalten O berbürgerm eister vorzulegen, wenn er Z e it dafür 
müssen. Ich  bitte n u r den M agistrat, nach diesen hat. E n dgü ltig  können w ir aber derartige  F ä lle  
Richtungen vielleicht in  Zukunft entgegenkommender 
zu sein, vor allen D ingen auch entgegenkommender n u r  d u r c h  B e a m t e n a u s s c h ü s s e  verhindern , 
gegenüber den technischen Angestellten. deren E in rich tung  w ir w i e d e r h o l t  bean trag t haben, ohne b is jetzt sonderbarerweise d am it Glück 
(B ravo !) gehabt zu haben. N atürlich  müssen es B e am ten a u s­schüsse sein, die g e w i s s e  R e c h t e  haben. A u s­
Stadtv. Bollm cm n: M eine H erren! M ir  w ar schüsse, die keine Rechte haben, wie unsere Arbeiter- 
der R evers oder die Z irku larverfügung  schon seit ausschüffe, haben gar keinen W ert.
circa 14 T agen  bekannt, a llerd ings nicht im  W o rt­
lau t, sondern n u r  dadurch, daß in  der letzten P a rk ­ (S e h r  richtig! bei den Sozia ldem okra ten .)
        
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