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Periodical volume 3. Dezember 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

408  Sitzmig twm 3. D ezem ber 1913
Weise erklären, das; e in  A n laß  zu einem  derartigeni  nicht weiter verfolgen. Ich  stimme aber H errn  Kolle­
Vorgehen hier nicht gegeben w ar. gen M eyer darin  vollkommen zu, daß, wenn den Be- 
M eine  H erren , die H aup tfragen , die durch die am ten ein Schriftstück m it der Bemerkung vorgelegt 
A ngelegenheit an  u n s  herangetreten  sind, können w ir w ird : im F a lle  S ie  das nicht unterschreiben, müssen
heute nicht e rörtern : die F ragen  verwaltungsrecht-­ w ir I h n e n  kündigen • , ein derartiges Schriftstück 
licher A rt, vor allem die F rage  der E inrichtung vonr un ter allen Umstünden klar abgefaßt sein m uß, nicht 
Beam tenausschüsien. W ie gesagt, w ir werden sie beii  solche Unklarheiten enthalten darf, daß jeder von den 
nächstmöglicher G elegenheit eingehend e rö rte rn . D ie»  B eam ten, denen es vorgelegt worden ist, sofort sagt: 
heutige D iskussion w ar jedenfalls insofern w ertvoll,,  ich bin gar nicht in  der Lage, das zu unterschreiben; ich
a ls  der H err B ürgerm eister sich w enigstens grundsätz­- kann doch nicht etlvas zurückzahlen, lvas ich gar nicht
lich auf den B oden  gestellt hat, den die In te rp e lla ­- bekommen habe. Inzwischen ist das ja  aufgeklärt 
tio n  e inn im m t. Ich  hoffe, daß die A usführungen , worden.
die er gemacht hat, doch dazu beitragen w erden, V o r­ M eine H erren, wie unklar die Verfügung war, 
kommnisse dieser A rt in  Z ukunft zu verm eiden, auch die Z irkularverfügung, geht ebenfalls daraus her- 
wenngleich er im  einzelnen die bedauerlichen M iß ­’ vor, daß, wie m ir bekannt ist, n u r  eine V erw altung 
griffe nicht, w ie gewünscht w erden m ußte, unbedingtt  dieses Z irku lar ihren Privatüienstangestellten vorgelegt 
preisgegeben hat. hat, die anderen Spezialverw altungen dagegen nicht; sie haben die Z irkularversügung in  ihren Aktenschrank 
(B ra v o !) gepackt, weil sie glaubten, sie hätten  dam it gar nichts 
zu tun . Nachher ist es, glaube ich, anders geworden.
Stadtv. Dr. Stadthagen: M eine H erren! E s W as die K ündigung anlangt, so m uß ich sagen, 
ist ja außerordentlich schwer, über eine Angelegenheit daß auch dafür noch eine ganz andere F o rm  gewählt 
zu sprechen, die einem großen Teile der S tad tv e ro rd ­ werden m uß, wenn es in  dem S in n e  gemeint ist, wie 
neten in ihren Einzelheiten gar nicht bekannt ist. der H err Bürgerm eister die Sache aufgeklärt hat. D a rin  gebe ich dem H errn  Bürgerm eister vollkommen 
(S e h r  richtig!) recht: es ist selbstverständlich, daß w ir hier nicht ver­schiedene Kategorien von B eam ten in einer G ruppe 
Ich  bin persönlich allerdings in  der Lage, die ganzen |h aben können, sondern daß alle, die zu einer G ruppe 
Verhältnisse zu übersehen; m ir ist das M a te ria l be- gi ehören, un ter denselben rechtlichen Verhältnissen 
sannt. Ich  möchte daher bei dieser Gelegenheit dazu arbeiten müssen. T r it t  also eine rechtliche Aenderung 
einige W orte sprechen. in ihrer S te llu n g  ein, so müssen die älteren B eam ten in geeigneter F o rm  auch herangezogen werden, um  
Die F rage, daß die S ta d t  sich eine etwa von an- .d ie neue rechtliche B indung  anzuerkennen. D a s  gebe 
derer S e ite  zu zahlende Schadensentschüdigung wieder­ ich vollkommen zu. E s  handelt sich hier auch m ehr um  
erstatten lassen soll, ist ja gar nicht strittig ; es ist also 
gar nicht nötig , darauf näher einzugehen. W orüber den Weg, der dazu einzuschlagen ist.
eine gewisse V erw underung, ein gewisser U nm ut be- E in  anderer P unk t, der von H errn  Kollegen 
stand, das w ar die F o rm  der Verfügung, die an die ,M
> 
 eyer auch gestreift worden ist, ist fü r mich noch nicht befriedigend aufgeklärt. D e r betreffende Angestellte, 
Betreffenden ergangen ist, daß m an die F o rm  gewählt v, on dem die Rede w ar, ist nach den A eußerungen des 
hat, Privatdienstangestellten, höheren B eam ten, I n -  ;H errn  Kollegen M eyer von dem H errn  Referenten, von 
genieuren m it abgeschlossener Hochschulbildung ein H] errn  S ta d tr a t  Seydel, ohne weiteres empfangen w or­
F o rm u la r  vorzulegen, das den Vordruck träg t: „D er ■d en; von diesem wurde er dann an H errn  B ürger­
A rbeiter . . . erklärt, daß er von seinem Lohne . . . ,m eister Dr. M a ie r verwiesen. H err Bürgerm eister 
eventuell sich einen Abzug machen läß t usw." E ine ]D r. M a ie r  hat ihn jedoch nicht empfangen, sondern 
solche F o rm  ist m ir so ungewohnt, daß ich nicht be- jh at ihn durch H errn  B ureaudirektor W in ter empfangen 
greifen kann, wie das hat vorkommen können. lassen. N u n  fragt es sich: ist dieser H err a ls  V ertreter 
seines V ereins, a ls  P rivatperson , oder a ls  unser P r i -  
(S e h r  richtig!) vatdienstangektellter empfangen worden. W ürde er a ls 
Bs eam ter der S ta d t  empfangen und ihm die E röffnung 
Ich  glaube kaum, daß einem juristischen Assessor ein (g emacht worden sein, so m uß ich sagen, finde ich auch 
derartiges F o rm u la r  vorgelegt worden w äre; ich halte jh ier den Weg nicht richtig, daß ein technischer P r iv a t­
es für ganz ausgeschlossen, daß im  Reich, S ta a t  oder (a ngestellter m it abgeschlossener Hochschulbildung von 
in  einer Gemeinde einem juristischen B eam ten ein der- ;d em, wenn auch höchsten B ureaubeam ten, den w ir 
artiges F o rm u la r unterbreitet worden wäre. Ic h  be- fh aben, empfangen wird und daß ihm durch diesen E r ­
tone hier ausdrücklich, daß sich hier leider wieder ein ö; ffnungen gemacht werden. Ich  halte es fü r richtig, 
gewisser M angel an Feingefühl für die E m pfindungen jd aß ihm dann entweder vom Dezernenten oder vom 
der technischen B eam ten kundgibt. ;Bürgerm eister selber diese M itte ilungen  gemacht wer­
den.' Ich kann auch hier nu r wieder sagen: ich glaube 
(S e h r  richtig!) . jnicht, daß einem der juristischen Assessoren jem als in 
einer S ta d t  E röffnungen des B ürgerm eisters durch den 
R u n  weiter! D er I n h a l t  der Verfügung —  dar- iB ureaudirektor zugegangen sind. D a s  glaube ich kaum. 
über hat sich H err Kollege M eyer sehr eingehend ge- D' a s  ist also wiederum ein P unk t, in  dem ich die F o rm , 
äußert —  gibt zu gewissen Unklarheiten A nlaß . Diese td ie gewählt worden ist. bebaute.
find inzwischen auch vom M agistra t anerkannt und Je tz t will ich den andern F a ll setzen, daß der 
durch andere Fassung behoben worden. D a ß  die Ver- SB etreffende nicht a ls  Angestellter der S ta d t  empfangen 
hältnisse sehr schwierig liegen, werden S ie  au s  den rw orden ist, w as m an  ja  vielleicht a u s  dem späteren 
D arlegungen des H errn  Bürgerm eisters bezüglich der lB rief entnehmen könnte, sondern daß er in  diesem 
Ansprüche der Unfallverficherungsgesellschaften an dritte  {F a lle  a ls  Vorsitzender eines V ereins empfangen wurde. 
Regreßpflichtige und der S ta d t  wiederum  an den Be- 5D a  m uß ich n un  auch sagen: wenn der Vorsitzende 
am ten ersehen haben. D ie  Geschichte können w ir hier eines V ereins, der eine große Z ah l von Technikern,
        
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