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Periodical volume 12. November 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

384 Sitzung vom 12, November 1U13
Da Herr Kollege Plann, der Antragsteller zu Westend auch vielleicht eine Anstalt finden, für die 
Punkt 1*2, auch noch nicht anwesend ist, gehen Nur wirklich ein Bedürfnis nicht mehr vorliegt, da schräg 
zunächst zu Punkt 13 über: gegenüber in einer Entfernung von -einer Minute die 
Hinteren Räume der sehr schonen Blumenhall-e außer­
Anfrage der Stadtv. Dr. Fcilchcnfeld und Wen. betr. ordentlich geeignet sind, jedem vorkommenden Be­
Berkchrsvcrhältnissc für Alt-Wcstend. —  Druck­ dürfnis vollkommen zu genügen. Ich glaube, der 
sache 293. betreffende Herr wird gut daran tun, die Verlegung 
dieser kleinen Anstalt nach oben an -den Endpunkt der 
Die Anfrage lautet: Straßenbahn zu beantragen, weil dadurch hygienisch 
und ästhetisch sowohl für die Straßenbahner als auch 
Is t iber Magistrat bereit und imstande, dafür für -das Publikum am Spand-auer Bock besser gesorgt 
zli sorgen, -daß die Berkchrsverhältnisse für sein dürfte.
M-Westend dadurch gebessert werden, daß die 
Linie N oder die Linien 80 und 81 der Stadtv. Dr. Ttadthagen: Meine Herren! Die 
Straßenbahn bis zur Kirfchenallee oder bis Wehender Verhältnisse sind in der Tat immer noch 
zum Spandauer Bock verlängert werden? in einem bedauerlichen Zustande. Es muß entschieden 
nach der Richtung hin endlich einmal Abhilfe ge­
Fragesteller Stadtv. Dr. Fcilchenfeld: Meine schehen. Die Bewohner der Berliner Straße, durch 
Herren! Weftend ist nach seiner außerordentlich die seinerzeit die e r st e Pferdöbahn von Groß-Berlin 
günstigen Lage als höchster Punkt von Groß-Berlin, ging, sind nicht in der Lage, zu gewissen Zeiten nach 
ferner durch die Nähe des Grunewaldes, aus der Weftend hinaufzukommen. Z. B. des Mittwochs 
anderen Seite -durch den schönen Blick -auf die Jung­ wo Krankenhausbesuchstag ist, bleiben trotz der Ein­
fernheide und das Spreetal, seine -alten Gärten und satzwagen, die von der Großen Berliner Straßenbahn 
schönen Alleen ein so bevorzugter Stadtteil, daß es gestellt werden, Dutzende von Leuten in der Berliner 
ganz erstaunlich ist, daß es sich nicht so entwickelt hat, Straße zurück.
wie ursprünglich- angenommen wurde. Die Be­
gründung dafür liegt zum großen Teil in den außer­ (Sehr richtig!)
ordentlich mangelhaften Verkehrsverhältnissen, die 
sich -seit 25 Jahren —  solange kenne ich Westend —- Auch diejenigen, die täglich dort in A lt - Char­
kaum wesentlich geändert haben. Abgesehen von der lottenburg beschäftigt -sind, können an diesem Tage, 
Elektrisierung der Straßenbahn ist der Verkehr jetzt desgleichen -an Renntagen, sowie an Sonntagen nicht 
noch fast so wie vor 25 Jahren. Ich weiß wohl, daß ordnungsmäßig dorthin kommen.
sich die Stadtbehörden mit dieser' Frage schon be­
schäftigt haben und daß -es bei dem leider bestehenden (Sehr richtig!)
Monopol der Straßenbahn nicht so -leicht ist, eine 
Besserung hervorzurufen. Dennoch glaube ich, daß Sind mehrere Begräbnisse aus den verschiedenen 
das Bedürfnis so -wesentlich ist, daß dort ctlvas -ge­ Kirchhöfen angesetzt, was ja unter Umständen an 
schehen muß, und meiner Ansicht nach kann auch jedem Tag-e eintreten kann, so liegt -dieselbe Kalamität 
etwas geschehen. vor. Auch in der Zeit nach Sch-ulschluß, zwischen 
Die Verlängerung der Linien P und R nach 1 und 2 Uhr, ist es den Geschäftsleuten in -der 
Neukölln hat eine Verschlechterung der Verhältnisse, Hardenbergstraße. in der Berliner -Straße und in 
nicht eine Verbesserung für Westend -gebracht. Die anderen Teilen der Stadt oft nicht möglich, oben 
Züge verkehren noch unregelmäßiger, noch unpünkt­ nach Westend heraufzukommen.
licher als sonst, die Wagen sind überfüllt, und gerade Bei Verhandlungen, die -ich, früher mit der 
in den Zeiten des Hauptverkehrs bietet sich- kaum eine Direktion der Großen Berliner Straßenbahn geführt 
Möglichkeit, nach Westend zu kommen. Die Straßen­ habe, wurde mir gesagt: unter keinen Umständen 
bahnwagen sind noch zum Teil die alten kleinen lassen w ir uns darauf ein, -die U-Bahn zu verlängern, 
Wagen und verkehren fast -immer in diesen Haupt­ w ir wollen aber Einsatzwagen stellen. Meine Herren, 
zeiten ohne Anhänger. Dadurch, daß Neu-Westend Einsatzwagen sind immer -gestellt worden, sie sind nach 
jetzt durch die Hochbahn und durch die schon be­ dieser -Unterredung, die ich damals hatte, in stärkerer 
schlossene Verlängerung der Linien durch die B is­ Weise -gestellt worden: dem Bedürfnisse -genügen sie 
marckstraße, die Reichsstraße, den Kaiserdamm bevor­ jedoch nicht. Gegen die Verlängerung der U-Linie 
zugt ist, wird Alt-W-estend noch mehr als früher be­ wird immer geltend gemacht: w ir würden die Linie 
nachteiligt. -wohl verlängern, aber dann wollen w ir 15 Pf. 
Es ist aber auch sonst im Interesse der Stadt nehmen, dabei hat jedoch Berlin mitzureden, und 
außerordentlich wichtig, die Verkehrsverhältnisse nach Berlin bewilligt die 15 Pf. nicht. Erstens ist es 
Westend zu verbessern, da das aroße Terrain von eine lächerliche Kleinlichkeit von der Großen Ber­
den Berliner Wasserwerken bis nach- Schloß Ruhwald liner, auf dieser Strecke, die -bedeutend kürzer ist als 
vollkommen frei liegt und für eine Bebauung und viele andere Groß-Berliner Strecken, mit einemmal 
Ausschließung sehr günstige Bedingungen darbietet. 15 Pf. wegen der kleinen Verlängerung nehmen zu 
Aus -diesen Gründen -halte ich es für durchaus wollen, und zweitens müßte es doch unbedingt mög­
wünschenswert, daß -darin etwas geschieht. Ganz lich sein, mit der Großen Berliner und mit Berlin 
fehlt für Westend die Verbindung nach dem Amts­ hier zu einem Einvernehmen zu gelangen. Es ist 
eericht und nach der Bismarckstraße, zum Opern­ vollkommener Bureaukratismus, daß inan da im 
hause usw. Laufe von Jahren nicht zu einer Einigung kommt.
Sollte der Magistrat einen Beamten nach Meine Herren, ich hatte gehofft, daß es bei 
Westend Herüberschickcn, der die Bedürfnisfraqc zu Gelegenheit der Verhandlungen, die jetzt in  Spandau 
prüfen - hätte, so wird dieser beim Eingänge in geführt werden, zu einer Verlängerung der U-Bcchn-
        
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