Path:
Periodical volume 29. Oktober 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

374 Sitzung Dom 2! i. Oktober 15)13
Meine Herren, wenn wir mit der gleichen delt sich hier aber lediglich darum, zwischen den 
Gründlichkeit, die bei den Ausschußberatungeck obge­ beiden getrennten Parkteilen eine, Verbindung her­
waltet hat, auch an die Etatsberatung herangehen, zustellen. Die allgemeine Finanzlage erschien uns 
dann besteht unter Umständen die Möglichkeit, Laß aber nicht geeignet, noch ein Opfer von einer Viertel- 
wir sogar mit 95% Zuschlag auskommen. Aber die million auf uns zu nehmen, weil die Verbindung 
Lache liegt doch so, daß man in ein Unternehmen dieser beiden Teile durch einen Weg, der etwa 8 m 
etwas hineinstecken muß, wenn man Vorteile daraus in die Höhe führt und dann wieder heruntergeht, 
ziehen will. Ganz genau so liegt es auch hier. Ich ebenfalls erreicht werden kann. Nun läßt sich ja 
möchte Sie deshalb ersuchen, dem Antrag zuzustimmen, diese Anlage vielleicht in gefälliger, allmählich an­
daß die 250 000 d t für den Durchlaß zur Verbindung steigender Form herstellen, so daß die Promenaden 
der beiden Teile des Lietzenseeparks wieder in die An­ noch erweitert werden. Die Herstellung der unmittel­
leihe eingesetzt werden. Damit ist ja noch gar nicht baren Verbindung zwischen beiden Teilen allein war 
bestimmt, daß diese 250 000 d t nun auch unbedingt aber zu kostspielig, und wir würden vielleicht auch 
verbraucht werden müssen; ich vermute, daß sich die später darauf eingehen können, wenn die Zukunft 
Anlagen etwas billiger herstellen lassen. Wenn wir lehren sollte, daß die Benutzung der Anlage durch 
uns aber auf einen vollständig ablehnenden Stand­ die Trennung beider Parkteile leiden sollte. Wir 
punkt stellen, so wird wahrscheinlich die Angelegenheit werden unsererseits bei der Stellung beharren, die 
auf Jahre hinaus verzögert werden und vielleicht nach 
zwei Jahren, wenn wir wieder vor Stadtverordneten­ in der Ausschußsitzung zum Beschluß erhoben wor­
wahlen stehen, besinnt sich einer der Herren darauf, den ist.Was nun die Ausführungen des Herrn Kollegen 
indem er dann an den Magistrat die Anfrage 
richtet, wann und wie er gedenke, zu der Ausgestaltung Dr. Liepmann anlangt, so verstehe ich ja seine Stellung 
des Parkes Stellung zu nehmen und uns eine Vorlage vollkommen. Er will bei dieser Abstimmung sein Ge­
zu machen. Ich betrachte die vollständige Ablehnung wissen wahren, weil er in der Beratung selber nicht 
dieser Forderung als eine Lahmlegung der Entwicklung in der Lage war, andere Vorschläge zu machen, die 
des Lietzenseeparks, was uns sicherlich nicht angenehm tatsächlich dem Bedürfnis Rechnung getragen hätten.
sein kann. Es ist ja vielleicht möglich, daß sich die (Sehr richtig!)
Umgestaltung für 50 000 oder für 100 000 d t durch­
führen läßt; sie braucht ja nicht in der Großzügigkeit 
zu geschehen, wie es vielleicht vom Magistrat in Aus­ Er hat allerdings dort auch seine Bedenken geäußert, 
sicht genommen ist. Aber es wäre doch für den Ma­ sich aber schließlich nach den Auskünften, die wir vom 
gistrat gut, wenn die Stadtverordnetenversammlung Magistratstisch bekamen, auch dahin bescheiden müssen, 
hier zum Ausdruck bringt, daß der Park möglichst bald daß sich das nicht ändern lassen wird. Nach seiner 
renoviert und dem Publikum in allen seinen Teilen Idee wäre nur die Möglichkeit geblieben, mit diesen 
zugänglich gemacht wird. Einstellungen noch einige Jahre zu warten. Daß sie 
Mein Antrag geht also dahin, diese 250 000 J t nötig sein würden, erkannte auch, Herr Kollege Liep­
wieder in die Anleihe aufzunehmen, und ich bitte mann an.
Sie, ihm zuzustimmen. Wenn Sie das tun, dann (Stadtv. Dr. Liepmann: Sehr richtig!)
hat das ja nur die Bedeutung, daß der Magistrat 
diese Summe für diesen Zweck vorsehen soll. Vor der Nun sind uns vom Magistrat gerade in bezug auf die 
Ausführung des Projektes bekommen wir ja noch eine Krankenhäuser so wichtige Mitteilungen gemacht wor­
Vorlage, bei der wir dann sachlich Stellung nehmen den, daß wir da meiner Ansicht nach sogar einschließ­
können. lich des Herrn Kollegen Liepmann der Auffassung 
Vorsteher Dr. Frentzel: Herr Kollege Scharn- waren, daß die Erweiterung der Krankenhäuser keinen 
berg hat, wie ich richtig verstanden zu haben glaube, Aufschub dulde. Ich will hier im Plenum nicht näher 
beantragt, die Position C 12 in der Höhe der er­ auf diese Dinge eingehen, möchte aber auch hier her­
weiterten Magistratsforderung von 250 000 dt vorheben, daß manches bei den modernen Einrichtun­
wieder herzustellen. gen als luxuriös erscheint, was in Wirklichkeit nur 
eine gehobene Sauberkeit darstellt. Es läßt sich, glaube 
(Zustimmung des Stadtv. Scharnberg.) ich, bei den Mitteln, die wir aufwenden, um den 
Wir werden über diese Position besonders ab­ eleganten Eindruck hervorzurufen, nichts Wesentliches 
stimmen. * ersparen. Sie würden höchstens auf Kosten der tat­
sächlich in unseren Krankenhäusern und auch in den 
Stadtv. Kaufmann: Meine Herren! Die Aus­ Schulgebäuden absolut nötigen Sauberkeit und Luftig­
führungen der Herren Kollegen Scharnberg und keit sparen können. Also in dieser Beziehung möchte 
Dr. Liepmann veranlassen mich, doch namens meiner ich mich doch gegen die Ausführungen des Herrn 
Freunde zu dieser Frage Stellung zu nehmen. Ich Kollegen Dr. Liepmann wenden.
möchte mit dem letzten positiven Antrag beginnen, Wenn Herr Kollege Liepmann in seinen Aus­
der die 200 000 dt bzw. 250 000 dt erhöhten Bei­ führungen dann den Wehrbeitrag streifte — seine 
trag zur Durchführung einer Verbindung der beiden hierauf bezüglichen Darlegungen sind ja schon von 
Teile des Lietzenseeparks wieder einstellen will. Herrn Kollegen Dr. Borchardt widerlegt worden —, 
Der Ausschuß hat ja bei den ganzen Beratun­ so glaube ich, daß das etwas in der liebereilung ge­
gen seine Bereitwilligkeit bekundet, alle notwendigen schehen ist; denn dieser Wchrbeitrag ist von allen 
Forderungen einzusetzen; er hat nirgendwo Veran- Parteien des Reichstags bewilligt und als eine nicht 
lasiung gefunden, auch selbst an erhöhten Forderun­ zu umgehende Notwendigkeit festgestellt worden. 
gen Anstoß zu nehmen. Würde es sich hier darum Wenn nun Herr Dr. Liepmann im Gegensatz zu seinen 
handeln, eine Promenade um beide Teile des Sietzen- engeren Parteifreunden
sees herzustellen, so bin ich überzeugt, daß der Aus­
schuß da keinen Widerspruch erhoben hätte. Es han- (Widerspruch des Stadtv. Dr. Liepmann)
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.