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Periodical volume 15. Oktober 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

364 Sitzung vom 15. Oktober 1913
durch das Gesetz zugewiesenen Aufgabe auch ferner­ und Nachfolger eines Schustehrus zu sein. Und 
hin im Dienste der Stadt Charlottenburg einzusetzen! auch ich möchte heute, da ich zum ersten M al die 
Ehre habe, von der aella curulis, die auch er ein­
(Lebhafter Beifall.) genommen hat, zu Ihnen zu sprechen, nicht unter­
lassen, in dankbarer Anerkennung des Mannes zu 
Ich überreiche Ihnen die von Seiner Majestät gedenken, der mein Vorgänger gewesen ist, dieses 
dem König dem Träger Ihres Amtes verliehene ausgezeichneten Städteverwalters, dieses vornehmen, 
Amtskette. Mögen Sie das Zeichen Ihres Amtes gütigen und ritterlichen Mannes.
stets mit fröhlichem Herzen tragen! Dann wird Ih r  Ob es m ir gelingen wird, dem verehrten Vor­
Amt eine Quelle reichen Segens sein. bilde nahe zu kommen, ob ich die Erwartungen 
rechtfertigen werde, die Sie, meine Herren, in mich 
(Lebhafter Beifall.) setzen, das kann heute niemand und kann am aller­
wenigsten ich Ihnen sagen. Eines aber nehme ich 
Oberbürgermeister Dr. Scholz: Hochverehrter für mich in Anspruch, daß ich mit jener Freudigkeit 
Herr Regierungspräsident! Gestatten Sie m ir zu­ in mein Amt eintrete, ohne die ein gedeihliches 
nächst. Ihnen wärmsten und aufrichtigsten Dank Arbeiten ausgeschlossen erscheint. Die Freudigkeit 
einmal dafür zu sagen, daß Sie die Güte hatten, aber der in der Verwaltung Tätigen soll sich um­
persönlich heute hier meine Einführung vorzunehmen, setzen in die Freude der Bürgerschaft über das Ge­
und zum anderen für die gütigen Worte, mit denen schaffene. Denn ob w ir dem Verkehr neue Wege 
Sie diese Einführung begleitet haben. Die Aus­ erschließen, ob w ir ein einwandfreies Funktionieren 
führungen, die Sie, verehrter Herr Präsident, über der städtischen Einrichtungen und Anstalten und des 
das Verhältnis der Staatsregierung zur Selbst­ gesamten Geschäftsbetriebes herbeizuführen suchen, 
verwaltung gemacht haben, entsprechen so sehr meiner ob w ir durch zweckmäßige Bebauungspläne und ent­
eigenen Auffasiung, daß ich Ihnen nichts hinzu­ sprechende Vorschriften für die Zufuhr von Licht 
zufügen habe. Ganz besondere Freude hat es m ir und Luft und für die Schönheit des Stüdtebildes 
bereitet, daß auch Sie, Herr Präsident, die frucht­ Sorge tragen, ob w ir die körperliche und geistige 
bare Wirksamkeit der Selbstverwaltung, die die Bildung unserer heranwachsenden Jugend fördern, 
Städte Preußens und Deutschlands groß, ja man ob w ir das schwere Los der Aermsten der Armen 
darf wohl sagen, vorbildlich für die Welt gemacht zu lindern bestrebt sind, ob w ir uns endlich für die 
hat, rückhaltlos anerkennen, und ich darf die Hoff­ gerechte Verteilung der nun einmal notwendigen 
nung aussprechen, daß auch in dem neuen, inte­ Abgaben und Lasten einsetzen, überall, meine 
ressanten Organismus des Zweckverbandes Groß- Herren, ist doch das erstrebte Z ie l: die Zufrieden­
Berlin die Selbstverwaltung der einzelnen Glieder, heit, die freudige Zustimmung der Bürgerschaft zu 
wenn sie auch eine gewisse Einbuße erleiden muß, dem in gemeinsamer Arbeit Erreichten.
doch nicht mehr beschnitten wird, als das unbedingt Und so möchte ich auch in mein neues Amt 
notwendig ist. nicht unter einem anderen Leitwort eintreten als 
unter dem, das ich m ir zur Richtschnur für meine 
lBravo!) bisherige Tätigkeit gesetzt habe: Dem Bürger Freude 
an seiner Stadt zu erwecken und zu erhalten, ist 
Ich glaube, daß sich in diesem Wunsch Staats­ vornehmste Aufgabe ihrer Verwaltung!
regierung und Gemeindeverwaltung durchaus finden Sie aber, meine verehrten Herren von Magistrat 
werden. und Stadtverordnetenversammlung bitte ich, mich 
in Ihren Kreis m it demselben Vertrauen aufzu­
(Bravo!) nehmen, das ich Ihnen aus vollem, aus übervollem 
Herzen entgegenbringe.
Auch Ihnen, mein hochverehrter Herr Stadt- 
verordneten-Vorsteher, und Ihnen, .lieber Kollege, (Lebhaftes Bravo.)
danke ich herzlichst für die warmen Begrüßungs­
worte. Vorsteher Dr. Frentzel: Das Protokoll der 
Meine Herren! Als ich Ih re  mich hoch ehrende heutigen Sitzung vollziehen die Herren Neukranz, 
Wahl m it dem Ausdrucke herzlichsten Dankes an­ Otto und Richter.
nahm, war ich mir, wie I h r  Herr Vorsteher schon 
m it Recht hervorgehoben hat, wohl bewußt, daß es Ich schließe die Sitzung.
eine schwere Aufgabe sei, an die Spitze eines Ge­
meinwesens vom Range Charlottenburgs zu treten (Schluß der Sitzung 6 Uhr 32 M in.)
        
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