Path:
Periodical volume 25. Juni 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

Sitzung vom 5. Juni 1913 309
weise das E rgebnis der V erhandlungen, die Regu­ dieser S lraßenzug , der m it Anliegerbeiträgen stark 
lierung der S tra ß e , gefährden würde. Ich  möchte belastet ist und dessen Baustellen daher verhältn is­
daher nam ens des M ag istra ts die Erklärung abge­ mäßig teuer sein werden, eignet sich vielleicht am 
ben, daß die Bestimm ung über die M indestgröße der wenigsten von allen S tra ß e n  in dem S ta d u e il dam , 
W ohnungen nur grundsätzliche Bedeutung haben soll, dort W ohnungen für die weniger leistungsfähige 
und der M agistrat, wenn die Versammlung dagegen Bevölkerung zu errichten.
keinen Widerspruch erhebt, die Ermächtigung für sich 
erbittet und voraussetzt, in  einzelnen F ällen  A u s­ Berichterstatter Stadtv. Harnisch (Schlußw ort): 
nahmen eintreten zu lassen, wie es auch in  früheren Ich  b in  natürlich auch der Ansicht, wie sie linkerseits 
F ällen  geschehen ist. geäußert worden ist, daß eine Ausschußberalunz 
vielleicht sehr viel erfreulicher gewesen wäre. S ie  
Vorsteher Dr. Frentzel: Ehe ich das W ort weiter hätte nach meiner festen Ueberzeugung allerdings auch 
gebe, möchte ich bemerken, daß das Protokoll der nu r zu demselben R esultat geführt. Aber tch unter­
heutigen Sitzung die Herren Kollegen Laskau, M a r­ streiche das, w as der H err Syndikus über die Eile, 
zahn und Wenzke vollziehen. m it der die Vorlage fertig gestellt wurde, gesagt hat; 
es w ar kaum möglich, die Akten zu binden, sie waren 
Stadtv. Wilk: Auch w ir begrüßen diese V or­ beinahe noch naß . E s hat mich tatsächlich gewundert, 
lage m it F reude, umsomehr, a ls ein A ntrag auf R e­ daß es überhaupt möglich war, die Vorlage noch vor 
gulierung der S tra ß e  45 hier einstimmig angenommen den F erien  an die S tadtverordnetenversam m lung zu 
worden ist. E s  würde einer Verschleppung gleich­ bringen. Denken S ie  n u r: die F irm a  S iem ens & 
kommen, wollten w ir diese Angelegenheit einem A us­ Halske geht so weit, daß sie hofft, schon im A pril des 
schuß zur V orberatung überweisen. W ir glauben, nächsten J a h re s  W ohnungen an der regulierten 
daß m it diesem B eginn der R egulierung des N onnen­ S tra ß e  zu haben. S ie  sehen, wie dort m it Hochdruck 
dam m s und der S traß e  45 der Wunsch endlich seiner gearbeitet wird.
E rfüllung näher rückt, den ganzen Nordwesten der Ich  möchte dann H errn  Kollegen Vogel noch auf 
S ta d t  nach und nach der B autätigkeit zu erschließen. eins aufmerksam machen. E r  hat sich auch für die 
W ir bitten S ie , die Vorlage einstimmig anzunehmen. H interw ohnungen interessiert; er sagte, es seien nur 
Dreizim m erwohnungen vorgesehen. D a möchte ich 
Stadtv. Vogel: D er H err S tadtsyndikus ha: ihn doch auf P unk t 7 verweisen, wonach in den 
schon den P unk t berührt, den ich vorbringen wollte; H interhäusern W ohnungen von 2 Z im m ern ein­
er hat gesagt, daß von der Bestimmung über den B au gerichtet werden können.
von W ohnungen m it drei Z im m ern in  den V order­ N u n  zu dem Ausnahmerecht des M a ­
häusern A usnahm en zugelassen werden m üßten. N un  g istrats: Denken S ie  sich ein V orderhaus
steht aber hier in den Bestimmungen, daß auch in  den m it 8 Z im m ern; da wären D reizim m erwohnungen 
H interhäusern n u r W ohnungen von wenigstens als kleinste W ohnungen unmöglich, es m üßten eben 
2 Z im m ern eingerichtet werden dürften. Ich  möchte zwei 4 - Z im m erwohnungen gebaut werden und es 
doch den H errn S tadtsyndikus fragen, w as denn die würde sich daraus schon ergeben, daß der M agistrat 
Leute machen sollen, die n u r eine W ohnung von statt dessen 3 +  3 +  2 Z im m er zu erlauben hätte.
einem Z im m er m it Küche bezahlen können; sollen 
die dann auch immer noch nach der Potsdam er und Ic h  empfehle I h n e n ,  dem M a g is tra t die M ach t­befugnis, die er sich erb itte t, „ in  federn einzelnen 
S oph ie-C harlo tte-S traße ziehen, anstatt in  der Nähe F a lle  A u snahm en  fü r  zulässig zu erk lären ," zu geben.
wohnen zu können? E s  gibt genug Leute, die eine 
W ohnung von 2 Z im m ern nicht bezahlen können. E s  (D ie Versammlung beschließt nach dem A nträge 
wäre also dringend nötig, daß da ebenfalls A us­
nahmen zugelassen werden. des M agistrats, wie folgt:A. D ie Zustim m ung zum A usbau des N onnen­
(U nruhe.) dam m s vom Bahnhof Jungfernheide b is zur S tra ß e  45— V ia  und der S tra ß e  45 selbst m it 
Vorsteher Dr. Frentzel (unterbrechend): E n t­ Einschluß des im  Zuge dieser S tra ß e  liegen­
schuldigen S ie , Herr Kollege Vogel, einen Augenblick! den Platzes T  b is zur S pandauer Grenze wird 
Ich  m uß dringend um etwas größere Ruhe bitten. un ter den folgenden Bedingungen erteilt:
D ie letzte Sitzung vor den F erien  zeichnet sich gerade 1. D er A usbau dieses S traßenzuges soll nach 
durch ganz besondere Unruhe aus. M aßgabe des förmlich festgestellten Bebau­
ungsplanes erfolgen, jedoch für den m itt­
Stadtv. Vogel (fortfahrend): Ich  möchte bitten, leren T eil der S tra ß e  45 und den Platz T  
daß der M agistrat nach Bedarf auch davon Ausnahmen nach M aßgabe des durch Beschluß der 
zuläßt und die Errichtung von W ohnungen m it nur Stadtverordnetenversam m lung vom 11. 
einem Z im m er ermöglicht. J u n i  1913 festgestellten neuen Flucht­lin ienplanes, und un ter V orbehalt der end­
Stadtsyndikus Sembritzki: Ich  glaube nam ens gültigen Entschließung über die Flucht­
des M agistra ts die Erklärung abgeben zu dürfen, linienfestsetzung für den Abschnitt westlich 
daß die von uns erbetene Ermächtigung, Ausnahm en der S t r a ß e  47.
eintreten zu lassen, sowohl den Grundsatz der D re i­ 2. D a s  gesamte S tra ß en - und Platzland für 
zimmerwohnungen wie den der Zweizim mer­ den bezeichneten S traßenzug  und den 
wohnungen betrifft. I m  übrigen möchte ich hinzu­ Platz T  sowie für die S tra ß e  50 zwischen der 
fügen, daß w ir nicht beabsichtigen, für den ganzen S tra ß e  45 und dem N onnendam m  m uß 
S tad tte il Bestimmungen über die Größe der W oh­ der Stadtgem einde unentgeltlich übereignet 
nungen zu treffen. Jedenfa lls sind in dieser B e­ werden.
ziehung bisher keine Beschlüsse gefaßt, und ich würde 3. S ow eit die unentgeltliche A btretung des 
ein solches Vorgehen auch für unsozial halten. Aber erforderlichen S traßen landes erreichbar ist.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.