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Periodical volume 25. Juni 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

Sitzung vom 25. J u n i 1913 299
B adeanstalt in  der K rum m estraße anerkannt. E s  Folge dieser A nlage etwa auch die E inrichtung von 
w urde auch von allen S e ite n  gewünscht, daß  jeder K rankenzim m ern usw. in  Betracht zu ziehen wäre, 
A n trag  vermieden würde, der etw a eine H in au s­ sondern daß sie lediglich zur Benutzung von Gesunden 
schiebung des B aues bedingen könnte. Infolgedessen in  Aussicht genommen w ären. E s  ist ja heutzutage 
ist Ih n e n  auch kein besonderer A n trag  auf A enderung die Hygiene so w eit in  das Volk hinem gedrungen, 
des P ro jektes un terbreitet. A ndererseits w aren aber daß eben sehr viele Leute von D am pfbädern, auch 
über viele P unk te  die Ansichten noch geteilt. von elektrischen Lichtbädern und anderen m edi­zinischen B ädern  Gebrauch machen, die nicht direkt 
D ie  D ebatte bewegte sich zunächst in  allgemeinen krank sind. G estreift wurde auch die F rage , daß die 
B ahnen darüber, ob d a s  V orprojekt in  finanzieller R en tab ilitä t des B ades durch die E inrichtung der­
Beziehung richtig aufgestellt sei, ob einerseits die a rtig e r B äder ganz wesentlich erhöht würde, wie sich 
R en tab ilitä t zu erw arten sei, andererseits der B au  d as bei den bestehenden B adeanstalten mehrfach ge­
etwa billiger herzustellen wäre. zeigt habe. D a  der E n tw u rf noch ein vorläufiger 
G egenüber einigen Bem ängelungen inbezug au f ist, so w urde auch hier irgend ein A ntrag  auf Ab­
die angesetzten hohen Kosten, z. B . bezüglich des änderung nicht gestellt.
Schornsteins und anderer Teile, wurde vom M agistrat A ls  besonderer P u n k t wurde dann die F rage  
entgegnet, daß sich eine genaue Festsetzung heute noch der E inrich tung des W e l l e n b a d e s  ebenfalls 
nicht ermöglichen lasse, da es sich ja  im  vorliegenden eingehend erörtert. H ierüber sind die Ansichten 
F a lle  noch um  ein V orprojekt handle. D er A u s­ sehr geteilt; diejenigen namentlich, die schwimmen, 
schuß hielt es infolgedessen auch nicht fü r richtig, auf sind im  allgemeinen Gegner der E inrichtung des 
diese F rag en  näher einzugehen. E s  w ird uns ja W ellenbades.' V om  M agistra t wurde aber darauf 
später, wenn u n s d a s  endgültige P ro jek t vorgelegt hingewiesen, daß die W ellenbäder durch ihre 
w ird, möglich sein, die Kostenfrage usw. im  einzelnen frottierende W irkung ganz besonders auch fü r die 
zu prüfen. Nichtschwimmer eine hervorragende medizinische 
F e rn e r wurde z. B . der Wunsch ausgesprochen, B edeutung haben und daß m an doch jedenfalls die 
ob nicht das Kondenswasser unserer Elektrizitätswerke F rag e  zurzeit noch offen lassen möchte.
fü r die B adeanstalt nutzbar gemacht werden könnte. M eine H erren, ich möchte hier einen I r r tu m  
V om  M agistra t wurde darauf hingewiesen, daß diese aufklären, der in  der ersten B era tung  bezüglich des 
W ärm equelle bereits fü r die Schulbauten benutzt W ellenbades entstanden ist. Ich  habe bei der ersten 
würde. B era tung  darauf hingewiesen, daß durch die E in ­
D ie D ebatte erstreckte sich im  wesentlichen au f richtung des W ellenbades nach der M ag istra tsvo r­
drei P unk te: auf die F rag e  der Notwendigkeit der lage eine V erlängerung des Bassins auf 36 m  nötig 
Beweglichkeit der Decke, auf die F rage  der N o t­ wäre, daß also die volle Länge infolgedessen nicht 
wendigkeit der E inrichtung von D am pfbädern und ausnutzbar w äre. D ie  M agistratsvorlage sagte 
medizinischen B ädern  und auf die F rag e  der E in ­ dam als:
richtung des W ellenbades. D ie  E inrich tung des W ellenbades setzt 
M eine H erren, w as die b e w e g l i c h e  De c k e  a lle rd ings ein längeres Schwimmbecken vor­
anlangt, so wurde von mehreren S e ite n  d arau f h in ­ aus, a ls  ohne die V orrichtung zur W ellen­
gew iesn , daß sie doch wohl eine unnötige V erteuerung erzeugung nö tig  wäre.
m it sich bringen würde, ohne gerade einen wesentlichen D a ra u s  hatte ich den eben angeführten Schluß ge­
V orteil zu bieten: m an müsse im m erhin bedenken, zogen. I m  Ausschuß wurde vom M agistra t be­
daß die Decke n u r  an wenigen Tagen im  S om m er richtigend bemerkt, daß die 36 m voll ausnutzbar 
fortgenom m en werden könnte und daß das also nu r w ären, da die W ellcnbadeinrichtung noch vor die 
selten einen V orteil fü r die Badenden bieten würde. 36 m gestellt würde. D a s  M ißverständn is ist da­
V om  M agistrat wurde zugesagt, diese F rage  noch durch entstanden, daß gemeint w ar, wegen der E r ­zeugung der W ellen wollte m an 36 m zur V erfügung 
eingehend zu prüfen. E s  wurde überhaupt m it­ h a b e n .' E ine K lärung der Ansichten fü r und gegen 
geteilt, daß ein Kostenanschlag fü r diese Einrichtung das W ellenbad ließ sich im  Ausschuß nicht erzielen. 
noch gar nicht vorläge, daß natürlich von der Höhe E s  wurde ausdrücklich gewünscht, daß eine nochmalige 
der Kosten, die diese E inrich tung beanspruchen würde, P rü fu n g  ganz besonders dieser F rag e  vom M agistra t 
die A usführung abhängig gemacht werden m üßte. vorgenomm en werden sollte, ehe u n s  das endgültige 
E ine lange E rö rte ru ng  knüpfte sich an  die F rage  P ro jek t vorgelegt w ird.
der E i n r i c h t u n g  d e r  m e d i z i n i s c h e n  I n  diesem S in n e  hat der Ausschuß der M a ­
B ä d e r  e i n s c h l i e ß l i c h  d e r  D a m p f b ä d e r .  gistratsvorlage zugestimmt und b itte t S ie , ebenfalls 
V on m ehreren S e iten  wurde hervorgehoben, daß die I h r e  Zustim m ung zu erteilen. Ic h  mache nochmals 
E inrichtung derartiger B äder Sache der P r iv a t ­ darauf aufmerksam, daß es sich hier um  einen V o r­
in itia tiv e  wäre. V on anderen Ausschußm itgliedern entw urf handelt, daß w ir u n s  also m it unserer 
w urde dagegen bemerkt, daß die privaten E in ­ heutigen Z ustim m ung in  keiner Weise inbezug auf 
richtungen dem B edürfn is der Bevölkerung doch nicht die endgültige G estaltung des P ro jek ts  binden.
vollkommen genügten. E s  gäbe allerd ings in 
einigen Teilen der S ta d t  gute E inrichtungen für 
derartige Zwecke, aber nicht überall, und es wurde (D ie V ersam m lung beschließt nach dem A n­
von m ehreren S e ite n  über die vorhandenen E in ­ trage des Ausschusses, wie folgt:
richtungen geklagt. 1. D em  V oren tw urf fü r die E rw eiterung der 
Vom  M agistra t w urde auf den ganz besonderen V olksbadeanstalt K rum m estraße 10 w ird  vor­
hygienischen W ert dieser E inrichtung aufmerksam ge­ behaltlich der G enehm igung des genauen B au ­
macht. D abei wurde aber betont, daß diese B ader, en tw urfs m it Kostenanschlag zugestimmt.
namentlich die D am pfbäder, nicht etwa a b  E in ­ 2. D ie  auf 2 617 000 dl berechneten Kosten sind 
richtung fü r Kranke gedacht w aren, sodag a b aus A nleihem itteln zu entnehm en.)
        
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