Path:
Periodical volume 28. Mai 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

260 Sitzung vom 28. Mai 1913
Ic h  denke dabei aber w eniger a n  die entstehenden Handelsschulen einzurichten, durchaus noch nicht reif 
Mosten a ls  a n  die O rg an isa tio n  selbst, weil ich —  ich ist und die Ansichten auseinandergehen.
spreche für mich persönlich —  gegen die E rrich tung  D eshalb  resüm iere ich mich d ah in : es w äre m ir 
der H andels leh ransta lt Bedenken habe. Ic h  w ieder­ lieb, w enn der M a g is tra t die E rk lärung  abgibt, daß 
hole also: es w äre m ir  erwünscht, w enn der M ag is tra t w ir u n s  nicht ein fü r allem al jetzt schon auf dieses 
der S tad tvero rdnetenversam m lung  heute erklären P ro g ra m m  festlegen, sondern daß vor der E inrich­
w ürde, daß bei der A u sfü h ru n g  des P ro g ra m m s so­ tung  auch dieser A bteilungen des F o rtb ild u n g s -  und 
wohl M a g is tra t wie S tad tvero rdnetenversam m lung  Fachschulwesens nochm als der O rg a n isa tio n sp lan  
stets in  die Lage gesetzt w erden, nicht n u r  zünden einer P rü fu n g  unterzogen w ird.
Mosten der B a u te n , sondern auch von F a l l  z u ^ F a ll 
zu der inneren  U m gestaltung des Schulw esens S t e l ­ Vorsteher Dr. Frentzel: V on H errn  S ta d tv .
lung  zu nehm en. Dr. L iepm ann  ist der A n tra g  gestellt w orden, diesen 
' M eine  H erren , ich m uß m einerseits kurz er­ P u n k t der T ageso rdnung  auf die nächste S itzung  zu 
klären, weshalb ich gegen die H andels leh ransta lt B e ­ vertagen. Ic h  m uß diesen A n trag  gleich zur Ab­
denken habe. Ich  habe gestern Gelegenheit gehabt, stim m ung bringen.
H errn  Professor Ja s tro w , den R ektor der H an d els­
hochschule, zu sprechen, und dieser, der doch a ls  A u to ­ Stadtv. Dr. Liepmann (zu r G eschäftsordnung): 
r i tä t  auf diesem Gebiete gelten kann, hat m eine B e ­ D ie  Bedenken, die H err Kollege W öllm er geäußert 
denken in  dieser B eziehung vollkommen geteilt. hat, hege auch ich u n d  ein T eil m einer F reunde , und 
W enn ich ja n u n  auch die A u to r itä t des H errn  S t a d t ­ w ir  glauben, daß es gu t sein w ird , besonders bei der 
ra t  Dr. S chm itt anerkenne und von seinen E rfah ­ reich besetzten T ageso rdnung , w enn w ir u n s  hier 
rungen  aus diesem Gebiete eine hohe M ein u n g  habe, nicht in  w eitere D ebatten  über die eventuellen Kosten 
so fühle ich mich doch verpflichtet, m eine Bedenken zu einlassen. Ic h  weiß nicht, ob der M ag is tra t u ns 
äu ß ern , ob es richtig ist, die H andels leh ransta lt in darüber die nötige A uskunft erteilen w ird ; fü r  mich 
der Weise auszubilden , wie hier geplant ist. ist jedenfalls die Z ustim m ung  zu der sonst sehr sym­
D ie  E inrich tung  einer H andelsvorschule und pathischen V orlage davon abhängig, daß ich eine ge­
einer Handelsschule bezweckt eine möglichst frühzeitige wisse S icherheit in  dieser Beziehung erhalte, die in 
V or- und W eiterb ildung  des J ü n g l in g s  und des ju n ­ dem Abschnitt V  des Ausschußberichtes nicht gegeben 
gen M ädchens, die sich dem K ausm annsstande w idm en w ird . D esha lb  b itte  ich S ie , in  die V ertagung  der 
w ollen. U nter dieser frühzeitigen  V orb ildung  in  der V orlage aus eine der nächsten S itzungen  zu w illigen.
Handelsvorschule und auch in  der Handelsschule 
m uß aber m einer Ansicht nach die allgem ein mensch­ ^ Stadtv. Otto (zu r G eschäftsordnung): Ic h  b itte  
liche B ild u n g  leiden, die besser dadurch erreicht, ge­ S ie  dringend, von einer V ertagung  A bstand zu neh­
fördert und erw eitert w ird , w enn der junge M a n n  m en. D ie V orlage ist so gründlich verhandelt w or­
oder das junge M ädchen solange wie möglich in  der den, daß es a u s  sachlichen G ründen  einer V ertagung  
öffentlichen Schule bleiben und sich nicht a llzu  früh nicht bedarf. Ic h  mache d a rau f aufmerksam, um  die 
der eigentlichen Fachbildung w idm en. G erade beim Bedenken des H errn  Kollegen Dr. L iepm ann  zu ent­
K aufm annsstande  ist es durchaus nö tig , daß der kräften, daß w ir jede G eldforderung, die anläßlich 
junge M a n n , wenn er etw as leisten w ill, sich eine dieser V orlage an u n s  h e ra n tr itt , durch eine M a ­
möglichst umfassende allgem eine B ild u n g  aneignet g istratsvorlage begründet erhalten, sodaß es dann  
und sich nicht allzu früh der Fachbildung w idm et. noch Z e i t . ist, die S te llu n g  zu nehm en, die H err 
Kollege L iepm ann  wünscht.
(S e h r  richtig!)
(S ta d tv . Dr. L iepm ann : W ir sind aber festgelegt!)
D a s  ist eine Anschauung, die nicht etwa ich n u r  habe, 
die nicht n u r  H e rr Professor J a s tro w , den ich gestern —  N ein , nach der finanziellen S e ite  sind w ir nicht 
gesprochen habe, ebenfalls te ilt, sondern es handelt festgelegt.
sich h ier um  ein P r in z ip , d as  die Aeltesten der K au f­
mannschaft seit vielen J a h re n  aufgestellt haben. D a s  Stadtv. Wöllmer (zu r G eschäftsordnung): Ich  
ist fü r mich der K ern  der F ra g e : d ienen diese E in ­ möchte mich auch gegen den V ertag u n g san trag  a u s ­
richtungen, die h ier geschaffen werden sollen, also die sprechen, w eil ich m ir davon nichts verspreche. Aber 
H andelsvorschule und die Handelsschule, dazu, das ich möchte vor allen D ingen  b itten , doch erst e inm al 
T üchtigkeitsniveau des K au fm annsstandes zu heben? die E rk lä rung  des M a g is tra ts  abzuw arten , um  die 
l in d  diese F ra g e  verneine ich. Ich  bin überzeugt, daß ich gebeten habe.
d a s  T üchtigkeitsniveau des K au fm annsstandes ge­
hoben w ird , wenn der junge Mensch solange wie m ög­ Vorsteher Dr. Frentzel: D er V ertag u n g san trag  
lich frei von der Fachbildung in  einer öffentlichen m u ß -so fo rt zu r A bstim m ung gebracht w erden; der . 
Schule arbeite t und sich erst dann , w enn er ein ge­ M ag is tra t kann da nicht zunächst sachliche E rk lärungen  
wisses A lte r erreicht hat, der eigentlichen Fachbildung abgeben.
zuwendet. J e d e s  D in g  hat seine Z e it, m eine H erren ; 
S i e  wissen ja auch, daß m an  beispielsweise kleinen Stadtv. Zander (z u r G eschäftsordnung): Ich
K indern  das Abc besser nicht vor dem Schulbesuch b itte  auch, dem V ertag u n g san trag  nicht beizutreten. 
beibring t. Ic h  habe gestern schon in  m einer F rak tio n  ausge­
M eine  H erren , ich m aße m ir  n un  aber nicht an, fü h rt und kann das hier in  der Oeffentlichkeit wie­
daß ich hier m it dieser Ansicht durchdringe oder sie derholen, daß sowohl im  Fortbildungsschulausschuß 
a ls  a llein  richtig hinstelle. Ich  erhebe n u r  diese B e­ wie auch in  diesem Ausschuß die F ra g e  in  jeder Weise 
denken und möchte da rau f hinweisen, w as m ir  H err ausgiebig  behandelt w orden ist.
Professor Ja s tro w  bestätigt hat, daß die F rag e , ob 
es zweckmäßig ist, öffentliche H andelsvorschulen oder (S e h r  richtig!)
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.