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Periodical volume 28. Mai 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

238 Sitzung vom 28. Mai 1913
D a s , m eine H erren , möchte ich h ie r öffentlich fest­ e ingetreten  und  wie die W irkung  dieser Liste ge­
stellen: h ä tte  nicht der H err, den die M eh rh e it in  wesen ist.
Aussicht genom m en h a t, ausdrücklich die G eh a lts fo r­
derung  gestellt, so w äre es der M eh rh e it des A u s ­ (S ta d tv .  Hrsch: Ic h  w ar doch im  A usschuß!)
schusses nicht eingefallen , über den N o rm a le ta t h in ­
auszugehen . —  D a  haben w ir  ja nach E in g an g  der Liste zunächst 
g a r nicht über diese F ra o e  gesprochen.
(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.)
(S ta d tv .  Hirsch: D och!)
Meine Herren, es kommt aber noch eins hinzu. 
Ursprünglich wollten S ie für Ih ren  Kandidaten das D iejen igen  H erren , m it denen ich p riv a tim  über die 
G eh a lt auf 27 000 Jl festsetzen. S ie  haben dann F ra g e  gesprochen habe, w ürden  m ir  bestätigen 
einen anderen Weg gewählt —  auch im Einverständ­ können —  ich glaube, ich habe es aber nicht n ö tig , 
nis m it dem in Frage kommenden Herrn —-, und m ir  d as  h ie r vor der Oeffentlichkeit bestätigen zu 
zw ar den, daß das Gehalt auf 24 000 Jl bemessen lassen — , daß ich b ere its  vor lan ger Z e it, a ls  die P e r ­
bleibt und außerdem eine Zulage von 3000 Jl zu sönlichkeit, um  die es sich jetzt handelt, noch g a r  nicht 
Repräsentationszwecken bewilligt wird. E s ist aber in  F ra g e  kam, gesagt habe: nach dieser Liste m üßte  
doch ziemlich gleichgültig, ob wir sagen: wir be­ ich a lle rd in gs  zugeben, daß  das jetzige G eh a lt nicht 
willigen 24 000 dl plus 3000 Jl, oder ob wir sagen: den heutigen  Z eitverhältn issen  angemessen ist. E s  
wir bewilligen 27 000 Jl. D as kommt im Endeffekt i s t i n d e r T a t i n d e n l e t z t e n J a h r e n e i n e  
auf das Gleiche hinaus. Eine kleine Ersparnis s o l c h e  A e n d e r u n g  i n  d e n  G e h ä l t e r n  
würde die S tad t höchstens bei der Pensionierung d e r  B ü r g e r m e i s t e r  e i n g e t r e t e n ,  d a ß  
machen, weil die 3000 Jl nicht penflonsfähig sein w i r  b e i  d e r  j e t z t  v o r  li e g e n d e n  V a k a n z  
sollen. a n  d i e s e r  T a t s a c h e  n i c h t  v o r ü b e r g e h e n  
M eine  H erren , S ie  sprechen jo oft von S p a r ­ k ö n n e n .
samkeit, S i e  predigen bei jeder G elegenheit S p a rs a m ­
keit, S i e  betonen, w ie no tw endig  es ist, daß ( S e h r  rich tig !)
die S t a d t  endlich a n fä n g t zu sparen. H ie r, wo 
S ie  G elegenheit zum  S p a re n  haben, da tre ten  S ie  M eine  H erren , a ls  selbstverständlich nehm e ich 
I h r e  eigenen G rundsätze m it F ü ß e n , lediglich, um  dabei an  —  und  dem  schließen sich, g laube ich, auch 
die K a n d id a tu r  durchzudrücken, die der M eh rh e it ge­ d ie jenigen m einer F reu n d e  an , die heute in  ähnlichem 
nehm  ist. D a s  möchte ich hier feststellen, und  d a­ S in n e  stim m en w erden, wie der H e rr  B erich tersta tter 
gegen m üsien m eine F reu n d e  m it allem  Nachdruck vorgeschlagen h a t — , daß w ir  bei der R evision  des 
P ro te s t einlegen. N o rm a le ta ts , deren Z eitpu nk t noch nicht feststeht, au f 
die jetzt erfolgte höhere Bem essung des G eh a lts  ge­
(B ra v o ! bei den S oz ia ld em o kra ten .) bührend Rücksicht nehm en w erden.
Stadtv. Dr. Stadthagen: Meine Herren! Ich (S ta d tv .  H irsch: N a , n a !)
hätte nicht das Wort in dieser Frage ergriffen, wenn 
nicht Herr Kollege Hirsch meinen Namen direkt ge­ D a s  halte  ich fü r  selbstverständlich, w ie kaum  noch 
nannt hätte. Ich erkläre seine Bemerkung über die beton t zu w erden braucht.
Sitzung vom 19. März für vollkommen unzutreffend. 
Ich habe damals allerdings ausgeführt, daß wir es (S ta d tv .  H irsch: B i s  dah in  än dern  S ie  ja I h r e  A n ­
nicht für nötig hielten, über die Sätze des Normal­ schauung w ieder!)
etats hinauszugehen. Aber wenn ich und ein Teil 
meiner Freunde mit mir jetzt einen anderen S tan d ­ W enn  n u n  außerdem  erk lärt w orden ist, daß 
punkt einnehmen, so ist das in den Verhältnissen be­ ein  Unterschied d a r in  nicht bestände, ob m an  27 000 
gründet, nicht in der Person des etwa zu wählenden M ark  G eh a lt oder 24 000 Jl  G eh a lt und  3000 Jl 
Kandidaten. R ep räsen ta tio n sg e ld er gew ährt, so m uß  ich fü r m eine 
P e rso n  und  fü r m eine F re u n d e , die au f demselben 
( S ta d tv .  Hirsch: D och!) S ta n d p u n k t stehen, erklären, daß d as  ein durchaus 
wesentlicher Unterschied ist. W ir  erw arten  von unse­
M ein e  H erren , b e re its  in  der ersten Ausschuß- rem  künftigen O berbürgerm eister —  und  d a s  har 
S itz u n g  —  d as  h a t H e rr  Kollege Hirsch zu sagen u n s  zu dieser Auffassung gebracht — , daß er eine ge­
vergessen —  haben F re u n d e  von m ir  von höheren wisse R ep räsen ta tio n  au sü b t, wie es vielleicht früher 
G ehaltssätzen gesprochen. D a m a ls  kam die P erso n  nicht üblich gewesen ist, w ie w ir  es aber wünschen. 
des jetzt in  letzter Z e it genann ten  K an d id a ten  ü ber­ D a s  legt ihm  selbstverständlich besondere P flich ten  
h au p t nicht in  F ra g e . D a n n  w urde a lle rd in g s  in  der au f; ganz abgesehen davon , daß  dieser T e il des G e­
w eiteren  D eb a tte  die F ra g e  fallen  gelassen. h a lts ,' die 3000 Jl, nicht pensionsfähig  sind, w erden 
W enn  ich persönlich und  eine A nzah l m einer dadurch auch gewisse P flich ten  begründet, die es be­
F reu n d e  ihre Ansicht geändert haben, so ist d a s  in  rechtigt erscheinen lassen, daß diese Z u lag e  gew ährt 
dem M o m en t geschehen, a ls  u n s  die L iste der O b er­ w ird .
bürgerm eister- und B ü rgerm eistergehälte r in  den M i t  dieser B eg rü n d u n g  h a t sich ein T e il m einer 
g roßen  S tä d te n  D eutschlands vorgelegt w urde. F reu n d e  und  ich entschlossen, dem A usschußanrrage zuzustim m en.
(Widerspruch des Stadtv. Hirsch.)
Vorsteher Dr. Frentzel: Ehe ich dem nächsten 
—  J a ,  H e rr  Kollege Hirsch, S i e  können doch nicht H e rrn  R ed n e r d a s  W o rt gebe, möchte ich m itte ilen , 
wissen, w an n  der Umschwung in  unseren Ansichten daß ein A n tra g  au f nam entliche A bstim m ung ein-
        
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