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Periodical volume 7. Mai 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

234 Sitzung vom 7. Mai 1813
Ich werde diese drei Anfragen in der gewöhn eines Ersten Bürgermeisters eingesetzt haben, nieder­
liehen Weise behandeln. gelegt hat. An seiner Stelle wird Herr Stadtv. 
Ehe w ir weiter fortfahren, möchte ich ferner be­ Jolenberg in Vorschlag gebracht. Wenn ich keinen 
kannt geben, daß die Herren Dr. Franck, Jachmann Widerspruch höre, gilt dieser als gewählt. — Ich 
und Jacobi heute das Protokoll der Sitzung unter­ stelle fest, daß Herr Stadtv. Jolenberg in diesen 
zeichnen werben. Ausschuß gewählt ist.
Punkt 6 der Tagesordnung: W ir kommen zu Punkt 7 unserer Tagesordnung:
Vorlage betr. Borentwurf zu einem Waisenhaus. Antrag der Stadtv. Panschow und Gen. betr. Wand
—  Drucksache 132. brunnen im Rathause. — Drucksache 133.
Der Antrag lautet:
Stadtv. Dr. Landsberger: Die Vorlage hat
zwar eine nicht unbeträchtliche finanzielle Bedeutung Die Unterzeichneten beantragen, die Stadt­
— es handelt sich um 300 000 J l,  die der Vorentwurf verordnetenversammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, durch Anlage einiger 
für die Erweiterung des Bürgerhauses verlangt — , Wandbrunnen auf den Korridoren des Rat­
aber sie ist so durchsichtig gehalten und entspricht so hauses dafür Sorge zu tragen, daß Beamte und 
sehr den Wünschen, die von den Gemeindebehörden 
seit langer Zeit in bezug auf diese Frage gehegt wor­ Angestellte sich Trinkwasser hygienisch einwand­
den sind, daß man wohl empfehlen kann, sie ohne frei beschaffen können.
weiteres anzunehmen, und ich glaube —  es ist ja Antragsteller Stadtv. Panschow: Meine Herren! 
auch kein Referent dafür bestellt — , daß wohl auf Vieler Worte zur Begründung dieses Antrages be­
allen Seiten der Versammlung die gleiche Meinung darf es nicht. Zurzeit sind die Beamten und Ange­
vorwaltet. Insbesondere möchte ich hervorheben, daß stellten gezwungen, ihr Trinkwasser aus den Vor­
wohl auch alle Mitglieder der Stadtverordnetenver­ räumen der Abortanlagen zu entnehmen. Das ist ein 
sammlung der Ansicht sein werden, die in dem Zustand, der auf die Tauer wohl nicht haltbar ist 
Punkt 2 der Grundsätze die Waisendeputation als und der wiederholt zu Bemängelungen durch die Be­
maßgebend bezeichnet hat, nämlich m ö ĝ l i ch st e amtenschaft geführt hat — schon im vergangenen 
U n t e r b r i n g u n g  d e r  W a i s e n  i n  F a m i ­ Herbst habe ich darüber Klage geführt — , und uns 
l i e n ,  so daß nur für diejenigen der Neubau am selbst ist es zweifellos auch nicht angenehm. Ich bitte 
Bürgerhause erfolgen soll, für die eine vorüber­ Sie deshalb, dem Antrage zuzustimmen. Er braucht 
gehende Unterkunft geschaffen werden muß. M it ja nicht dahin zu führen, daß nun in den Wandel­
dieser Waisenpolitik wird man sich auch für fernere gängen des Rathauses ganz besonders kunstvolle 
Zeit sicher einverstanden erklären können. Brunnen geschaffen werden: es können einfache 
Bei der dringenden Notlage, in der sich das Wasserauslaufstellen sein. die dem Zwecke genügen und 
Bürgerhaus befindet, weil es denjenigen Insassen, für damit auch den geäußerten Wünschen entsprechen 
die es eigentlich bestimmt ist, nicht den genügenden würden. — Ich bitte Sie, dem Antrage zuzustimmen.
Platz bietet oder für sie wenigstens bald eine be­
tracht i che Raumnot eintreten könnte, wäre es sehr er­ Stadtbaurat Seeling: Meine Herren! Dem
wünscht, daß man für die Kinder, die jetzt dort vor­ Wunsch, der hier ausgesprochen wird, ist verhältnis­
läufig untergebracht sind, weil man sie nicht ander­ mäßig leicht nachzukommen. Es handelt sich dabei 
wärts verpflegen kann, b a l d mö g l i c h s t  für lediglich um eine Geldfrage.
andere Unterkunftsräume Sorge trägt. Die Not­ Stadtv. Dr. Vorchardt: Bevor ich dem Antrag, 
lage ist, wie gesagt, dringend, und es wäre sehr zu dessen Tendenz ich billige, zustimmen kann, möchte 
wünschen, daß dem „Vorentwurf" möglichst rasch der ich doch wenigstens ungefähr einen Ueberblick darüber 
detaillierte Entwurf folgt, damit längstens im Spät­ haben, was die Sache etwa kosten kann. Is t es nicht 
sommer dieses Jahres der Bau wirklich begonnen und möglich, das anzugeben?
die für Oktober 1914 in der Vorlage in Aussicht ge­
nommene Eröffnung des Erweiterungsbaues auch * Stadtbaurat Seeling: Das wird im Augenblick 
tatsächlich verwirklicht werden kann. Dieser Bitte nicht möglich sein, da zunächst Feststellungen darüber 
an den Magistrat um möglichste Beschleunigung notwendig sind, wie die Brunnen in dem weitläufigen 
möchte ich hiermit Ausdruck geben, und ich empfehle Gebäude zu verteilen wären und wie sie sich geschickt 
dringend die Annahme der Vorlage. an die allgemeine Wasseranlage anschließen lassen.
(Die Versammlung beschließt m it großer Mehr­ Bürgermeister Dr. Maier: Meine Herren! W ir 
heit nach dein Antrage des Magistrats, wie folgt: müssen in dieser Angelegenheit für den Fall des Bei­
I. Dem Vorentwurf zu einem Waisenhause nach tritts des Magistrats zu diesem Antrag eine beson­
Maßgabe der vorgelegten Pläne und der mit dere Vorlage an die Stadtverordnetenversammlung 
abgedruckten Baubeschreibung wird zugestimmt. machen; darin werden w ir die Kosten angeben. Dann 
I I .  Die erforderlichen M itte l sind aus der Anleihe haben Sie die Möglichkeit, zu der Kostenfrage 
vom Jahre 1905, in der der Betrag von Stellung zu nehmen.
300 000 oft hierfür bereit gestellt ist, zu ent­ (Die Versammlung nimmt m it großer Mehr­
nehmen.) heit den Antrag an.)
Vorsteher Dr. Frentzel: Meine Herren! Ehe Vorsteher Dr. Frentzel: Damit ist die Tages­
w ir zu dem letzten Punkt unserer Tagesordnung der ordnung der öffentlichen Sitzung erschöpft.
öffentlichen Sitzung kommen, möchte ich Ihnen mit­
teilen, daß Herr Stadtv. Kaufmann sein Mandat für Ich schließe die öffentliche Sitzung.
den Ausschuß, den Sie zur Vorbereitung der Wahl (Schluß der Sitzung 6 Uhr 34 Minuten.)
        
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