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Periodical volume 23. April 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

Sitzung vom !3 . Aprll 1913 -2 9
Stabil). Vogel (fortfahrend): Ich habe ja schon (Die Versammlung beschließt nach dem Antrage 
gejagt, daß ich auf das Bauprojekt gar nicht ein­ des Berichterstatters die Einsetzung eines Ausschusses 
gehen werde. und wählt zu Ausschußmitgliedern die Stadtv. 
Bergmann, Dr. Borcharbt, Braune, Brode, Dr Byk, 
Vorsteher Dr. Frentzel (unterbrechend): Ja, Herr Erdmannsdörffer, Dr Feilchenfeld, Jmberg, Dr. 
Kollege Vogel, dazu haben Sie aber nur das Wort Mommjen, Mattel, Panjchow, Vogel, Weise, Wenzke 
bekommen. und Wils.
Stabto. Vogel (fortfahrend): Zu dem Bau­ Vorsteher Dr. Frentzcl: Punkt 18 der Tagesord­
projekt? Nein, zu dem Pavillon I I .  Klasse. nung:
Vorsteher Dr. Jjrentzel (unterbrechend): Herr Vorlage betr. Herrichtung von Räumen für Schul­
Kollege Vogel, darf ich Sie darauf aufmerksam zwecke. —  Drucksache 115.
machen, daß die Vorlage heißt: Vorlage betr. B a u  
eines Pavillons I I .  Klasse usw. Berichterstatter Stabto. Schernberg: Meine
Herren! Es hat sich herausgestellt, daß w ir noch 
Stabto. Vogel (fortfahrend): Dann kann ich mich Schulräume für Gemeindeschulen gebrauchen. Dafür 
dahin resümieren, daß wir prinzipiell gegen die Er­ sind die Grundstücke in der Spreeftraße 39/40, wo 
bauung eines Pavillons I I .  Klasse sind, da w ir die 20 Klassen eingerichtet werden, und Spreestraße 22, 
Errichtung einer derartigen Anlage für durchaus wo 6 Klassen eingerichtet werden können, in Aussicht 
verkehrt, weil ganz unsozial, halten. Aus diesem genommen. Meine Herren, ich möchte nur erwähnen, 
Grunde sind w ir dagegen. W ir wissen ja, daß wir daß durch die schnelle Entwicklung sich die Notwendig­
in der M inorität sind und mit unserer Ansicht nicht keit ergeben hat, in einem schnelleren Tempo mit der 
durchdringen werden: aber w ir wollen doch konsta­ Einrichtung von Volksschulklassen vorzugehen, als es 
tieren, daß w ir aus diesem Standpunkt stehen. der Magistrat seinerzeit vorausgesehen hat. I n  der 
Bismarckstraße 49/51 sollte die Sophie-Charlotte- 
Stabto. Dr. Borcharbt: Meine Herren! Wenn Schule eingerichtet werden, und zur Verlegung der 
die Stunde auch sehr vorgerückt ist, so kann ich nicht dort befindlichen Klassen war eine Summe von
einsehen, daß eine Stellungnahme gegen die Errich­ 65 000 dH im Kapitel I I I  Abschnitt 22 des Etats 
tung eines Pavillons II. Klasse von der Tagesordnung für 1912 eingesetzt. Glücklicherweise sind wir aber in 
abweicht. W ir haben es hier mit einer Vorlage zu der Lage, die Klassen dort noch belassen zu können, 
tun, die den Bau eines Pavillons I I .  Klasse verlangt, weil die dort geplante Schule noch nicht eingerichtet 
und mein Freund Vogel erlaubte sich, gegen einen wird. Die Kosten belaufen sich insgesamt aus
solchen Bau zu sprechen. Ich meine, das war durch­ 66 338,90 dl. Hiervon sollen 47 135 J i von den 
aus im Rahmen,der Tagesordnung. 65 000 dl genommen werden, die bereits im Jahre 
Auch ich möchte mich sehr nachdrücklich gegen 1912 für Verlegung der Klaffen in der Bismarck­
diesen Bau erklären und bitten, die ganze Vorlage straße bereit gestellt sind. 17 848,90 d( sollen aus 
nicht einem Ausschuß zu überweisen, sondern ohne den M itteln genommen werden, die im Jahre 1913 
Ausschußberatung glatt abzulehnen, und zwar möchte für Errichtung der Schule in der Oranienstraße be­
ich Sie daraus aufmerksam machen, daß der Verlauf reit gestellt worden sind. Bei dieser Gelegenheit 
dieser Angelegenheit eben zeigt, wie außerordentlich möchte ich mir die Anfrage an den Magistrat er­
falsch seinerzeit der Beschluß war, einen Pavillon lauben, ob die Einrichtung der in Aussicht genom­
I I .  Klasse zu errichten. Die ganze Begründung, in menen Schule in der Oranienstraße dadurch nach­
der auf die besondere Wohnlichkeit und Behaglichkeit, teilig beeinträchtigt wird, daß diese 17 000 dl hieraus 
die die Räume I I .  Klasse haben sollen, hingewiesen entnommen werden.
ist, zeigt, worauf schon einer der Herren Vorredner Stadtschulrat Dr. Neufert: Ich glaube nicht,
hingewiesen hat, daß die Kosten für solche Pavillons daß irgend eine nachteilige Beeinflussung der Schule 
I I .  Klasse eben außerordentlich wachsen, und da in in der Oranienstraße dadurch möglich ist, daß ein 
den letzten Monaten bei der Mehrheit der Stadtver­ Teil der Möbel und anderer Äusrüstungsgegen- 
ordnetenversammlung ein außerordentlich starker stände, die später in die Oranienstraße kommen sollen, 
Sparsamkeitstrieb zur Geltung gekommen ist, so hoffe jetzt schon gebraucht werden. Das einzige wäre viel­
ich, daß die Mehrheit jetzt vielleicht geneigt ist, ihre leicht, daß die Schulbänke, Katheder, Tafeln usw. 
früheren Beschlüsse abzuändern und auf den Bau etwas abgebrauchter erscheinen dürften, wenn sie nach­
eines solchen Pavillons ganz zu verzichten. her in die neue Schule gebracht werden. Ich glaube 
aber, daß dadurch der Wert der Schule in keiner 
Stabto. Wenzke (Schlußwort): Meine Herren! Weise herabgemindert wird. W ir werden auch Zeit 
Ich wollte nur noch mit ein paar kurzen Worten auf haben, später zu erwägen, ob die frei gewordenen 
die Aeußerungen des Herrn Kollegen Jmberg ein­ Räume in der Spreestraße mit anderen Möbeln aus­
gehen. Er hat m ir vorgeworfen, daß ich in meiner gestattet werden müssen. Vielleicht ist es gar nicht 
Berichterstattung nicht genügend Einzelheiten ge­ nötig, daß dann noch alle Mietschulräume weiter ge­
bracht hätte. Ich möchte darauf hinweisen, daß ich braucht werden.
von vornherein eine Ausschußberatung in Aussicht 
gestellt und sie auch zum Schluß beantragt habe. Es Stabto. Dr. Borcharbt: Meine Herren! Trotz
ist meines Wissens nicht üblich, daß man durch der späten Stunde bitte ich den Herrn Vorsteher, mir 
Ausführungen hier im Plenum einer Ausschußbera­ zu gestatten, eine Anfrage an den Magistrat zu rich­
tung vorgreift. Im  übrigen habe ich mich kurz ge­ ten, die allerdings nicht ganz streng m it dieser Vor­
faßt, um Ihre angespannte Arbeitskraft noch mög­ lage zusammenhängt. W ir haben vor einiger- Zeit 
lichst lange frisch zu erhalten. für die Errichtung von Schulräumen in der B is­
marckstraße 21 M itte l nicht ganz unerheblicher Art 
(Bravo!) bewilligt, und es wurde uns damals die positive Zu-
        
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