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Periodical volume 23. April 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

Sitzung vom Z. April 1913 201
vollinhaltlich  den A usfü h ru n g en  des H e rrn  Kollegen D ieser Ansicht schloß sich der Ausschuß nicht voll­
Dr. C rüger an . W ir w erden danach verfahren. Ich  ständig an . D e r Ausschuß wollte sich gerade bei Ge­
w ill nochm als rekap itu lieren : W ir  werden zunächst legenheit des Angestelltenversicherungsgesetzes auch 
über das A m endem ent W öllm er abstim m en, dann m it den A nstellungsbedingungen und m it den K ünd i­
über den M a g is tra tsa n tra g  und im  F a lle  der A b­ gungsfristen  beschäftigen, und au f A nregung einzel­
lehnung  über die A bänderung  des A usschußantrages ner H erren  hat d an n  der M a g is tra t dem Ausschuß 
nach dem A ntrage  Wenzke, und sollte d a s  abgelehnt eine Uebersicht über die D a u e r des D ienstverhältnisses 
werden, über den A n trag  selbst. der P riva tangeste llten  und über die Z ahl der K ü n d i­
Ic h  b itte , m eine H erren , d ie  Plätze einzunehm en, gungen vorgelegt, die seitens der P riva tangeste llten  
d a  ich glaube, daß  sich hier n u r  eine geringfügige vorgenom m en w a rm  und die seitens des M a g is tra ts  
M a jo r itä t  fü r die einzelnen Vorschläge ergeben w ird, erfolgen. D abei hat sich herausgestellt, daß von der 
dam it die A uszäh lung  für die H erren  Beisitzer m ög­ K ünd igung  im  allgem einen weder vom  M ag istra t 
lichst erleichtert w ird. noch von den P riva tangeste llten  häufig  Gebrauch ge­
(D ie  V ersam m lung n im m t zunächst den A n ­ macht w ird . N u r  bei einer K ategorie, bei den K ran- 
trag  der S ta b tb . Dunck-W öllmer an, lehnt kenschwestern —  ich habe die Tabelle h ier — , sind 
d a rau s  d ie  M ag istra tsvo rlage  m it dem Am ende­ K ündigungen, hauptsächlich begründet durch ihren 
m ent Dunck-W öllnier ab und ersucht nach dein B eru f, sehr häufig . Z um  Bcssviel haben 39 K ra n ­
A ntrage  des Ausschusses, u n ter gleichzeitiger kenschwestern schon nach einem  V ie rte ljah r ihre S te l ­
A nnahm e des Z usatzantraqes des S ta d tv . lung gekündigt, 34 nach einem  halben J a h r ,  45 nach 
Wenzke, den M ag istra t, den W ochenmarkt au f einem  J a h r .  A u s  diesen Z ahlen  ersehen S ie ,  daß 
dem W ittenbergplatz solange bestehen zu lassen, gerade bei den Krankenschwestern, die der M ag is tra t 
b is  in  der N ähe dieses P la tzes ein anderer von der Versicherungspflicht befreien wollte, ein u n ­
geeigneter P latz  zu r A bhaltung  des M ark tes ge­ geheurer Wechsel eingetreten ist.
sichert ist. D ie  eingegangenen P e titio n e n  sind D e r  Ausschuß stand auf dem S ta n d p u n k t, daß 
hierdurch erledigt.) diejenigen Angestellten, die schon bei dem M ag is tra t 
eine Anw artschaft erreicht haben, von der Angestell­
D a m it ist P u n k t 7 erledigt, und w ir kommen tenversicherung zu befreien sind. E in e  A nw artschaft 
zu P u n k t 8 : haben aber diejenigen A ngestellten erreicht, die 10 J a h r e  im  D ienst der S t a d t  stehen; allen diesen ha t 
Bericht des Ausschusses über die Vorlage betr. Rege­ der Ausschuß die V oraussetzungen fü r die B efreiung  
lung der Angestelltenvcrsichcrung für die im städti­ von der Versicherungspflicht zuerkannt. I n  dem B e­
schen Dienst Beschäftigten. —  Drucksachen 43, 106. schlusse des Ausschusses u n te r  N r  I  finden S ie  die 
Berichterstatter Stadtv. Dr. Rothholz: M eine A nerkennung.
H erren ! D ie  V orlage des M a g is tra ts  ha t den A u s ­ E in e  rege D ebatte  ha t sich im  Ausschuß erhoben, wie m an  sich denjenigen P riva td ienstangeste llten  
schuß in  drei S itzungen  beschäftigt, ein Zeichen dafür, gegenüber verhalten  sollte, die noch nicht 10 J a h r e  
von welcher B edeutung  und von welcher Schw ierig ­ im  D ienste der S t a d t  s in d ; m an  ha t sich die F ra g e  
keit diese M a te rie  ist. E in e  V eränderung  ist gegen vorgelegt, ob m an  diesen H erren  nicht schon nach 
früher dadurch eingetreten, daß in  der letzten Z eit V erlau f von 5 D ien stjah ren  bei dem M a g is tra t 
ein  M in is te ria le rlaß  an  den M ag is tra t gelangt ist, dieselben Zugeständnisse machen sollte wie den 
wonach privatdienstvcrpflichtete K anzlisten, M aschi­ B eam ten  zu I. N u n  w urde sowohl vom  M a g is tra t 
nenschreiberinnen, ständige B u reau h ilfsarb e ite r, a ls  auch von einigen A usschußvertretern  h e rvo r­
Fernsprechergehilfinnen, ständige Revierschreiber der gehoben, daß  m an  doch bei diesen A ngestellten nicht 
G asw erke usw. nicht m ehr u n ter d as  A naestelltenver- so w eit gehen sollte. J e d e r , der e inm al versichert 
sicherungsgesetz fallen. U m  Z w eifel zu zerstreuen, ist, sollte die M öglichkeit haben, eine A nw artschaft 
möchte ich hierbei hervorheben, daß u n ter den P r iv a t-  nach dem Angestelltenversicherungsgesetz zu erreichen.
dienstgehilfen nicht etw a diejenigen K anzlisten ver­ Selbstverständlich ergeben sich, w enn m an  diesen 
standen sein können, die a ls  B uchhalter oder a ls  S ta n d p u n k t fü r richtig hä lt, H ä rten  fü r diejenigen 
R eg istra to ren  beschäftigt werden. M e in es E rachtens Angestellten, die fast 10 J a h r e  oder e in  J a h r  w eniger 
—  u n d  ich glaube, d a rin  finde ich mich in  Ueber­ bei dem M a g is tra t beschäftigt sind. A ber jede Ueber- 
einstim m ung m it dem M ag is tra t —  fallen diese B e­ gangszeit ist von H ärten  begleitet, die in  diesem F a lle  
am ten  u n te r  d as  Versicherungsgesetz. aber erträglich sind, da der M a g is tra t die ganzen 
G anz klar w ar m an  im  Ausschuß darüber, daß Kosten der Versicherung träg t.
die P rivatd ienstangestellten , die n u r  vorübergehend I m  Ausschuß w urde d an n  nachher der A n trag  
oder kurze Z e it beim  M ag is tra t beschäftigt und , u n te r  gestellt, m an  sollte die B ed ingung  aufrecht erhalten , 
das  Versicherungsgesetz fallen und au f sie die M a g i­ daß die A ngestellten eine W artezeit von m indestens 
stra tsvorlage  in  vollem S in n e  A nw endung findet, 120 B eitragsw ochen nach dem Angestelltenversiche­
d. H. daß sie versichert werden müssen und daß der rungsgesetz zurückgelegt haben müssen, ihnen aber 
M a g is tra t fü r sie die B e iträge  zahlen m uß. schon d an n  eine bedingte K ü nd igungsfrist nach einer 
A nders verh ie lt sich aber die Sache bei den jen i­ Beschäftigungszeit von 5 J a h r e n  beim  hiesigen M a ­
gen P rivatd ienstangestellten , die schon längere Z eit g istra t zugebillig t w erden soll. D ieser A n tra g  w urde 
beim  M a g is tra t beschäftigt w erden. D e r M ag istra t m it  «Stimmengleichheit, wobei die S t im m e  des V o r­
nahm  d e n -S tan d p u n k t e in : qnieta non movere, das sitzenden den Ausschlag gab, abgelehnt, und  ich glaube 
R uhende soll m an  nicht bewegen, und er verfocht be­ auch m it vollem Recht. D e n n  w enn einer n u r  kurze 
sonders die Ansicht, daß, da er es übernom m en habe, Z e it in  der Versicherung gewesen ist und  d afü r B e i­
die B e iträge  zu zahlen, es anläßlich des Angestellten- träge hat leisten müssen, w ürde er nachher, w enn er 
versicherungsgesetzes nicht an  der Z e it w äre, die A n ­ die Angestelltenversicherung vollständig h ä tte  er­
stellungsbedingungen der h ier in  F ra g e  kommenden löschen lassen, gar keinen V o rte il von der Z ah lung  der 
Beam tenklassen zu ändern . B eitrüge haben.
        
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