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Periodical volume 9. April 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

152 Sitzung vom 9. April 1913 dringliche nichtse einzuwenden hat. — Widerspruch Die Arbeit ist die wahre Lebensfunktion eines wird nicht erhoben; es ist demgemäß beschlossen. rechten Mannes. Es ist deshalb eine Genugtuung Ich möchte Ihnen weiter noch mitteilen, daß für einen so arbeitsfrohen und arbeitsfrischen Mann, Herr Kollege Mann aus dem Ausschuß für die Ober­ wie Sie es sind, an eine Stelle berufm zu werden, an bürgermeisterwahl auszuscheiden wünscht. An seiner der er seine Arbeitskraft, seine Fähigkeiten und Er­ Stelle wird Herr Dr. Liepmann vorgeschlagen. — Aus fahrungen zum Besten der Allgemeinheit in einer auf­ Ihrem Stillschweigen entnehme ich, daß Sie damit strebenden Großstadt verwenden kann. Und wahrlich, einverstanden sind. Herr Dr. Liepmann ist demgemäß an Arbeit wird es Ihnen nicht fehlen. Es wird sich als Mitglied dieses Ausschusses gewählt. Ihnen ein weites Feld für Ihre Tätigkeit eröffnen, bas Sie in mancher Hinsicht vor neue große Aufgaben W ir treten nunmehr in die Tagesordnung ein. stellen wird. Die Gemeindeverwaltung in Groß- Punkt 1: Berlin ist erschwert durch den Widerstreit der In ter­ essen der in der Gemengelage befindlichen Gebiets- Einführung eines ncugeivähltcn Stadtverordneten. körperschaften. Die Wirtschaftseinheit Groß-Berlin ist von Rechts wegen in eine Menge von Rechtsein­ Ich erteile dem Herrn Bürgermeister das Wort. beiten zerschnitten, die genötigt sind kraft Gesetzes, ein eigenes Wirtschaftsleben zu führen, zuweilen im Bürgermeister Dr. Maier: Sehr geehrter Herr Kampfe gegeneinander Diese Eigenart der Berliner Sanitätsrat Dr. Feilchmfeld! Sie sind am 1. Fe­ Verhältnisse wird weiter dadurch kompliziert, daß der bruar 1913 von der I I . Wählerabteilung im Schritt der Entwicklung in Groß-Berlin im wesent­ I I I . Wahlbezirk zum Stadtverordneten gewählt lichen schneller ist als in anderen Gemeinden, und worden. Ihre Wahl ist für gültig erklärt worden, gerade im Tiefbauwefen, dessen Verwaltungsdezernat und ich habe die Ehre, auf Grund der Städteordnung organisationsgemäß mit dem Syndikat verbunden ist, Sie in Ih r neues Amt einzuführen Ich begrüße machen sich diese Eigenarten des Berliner Lebens ganz Sie namens der städtischen Verwaltung herzlichst, besonders bemerkbar. Wenn auch gegenwärtig die wünsche Ihrer Tätigkeit, die sich auf eine 24 jährige Konjunktur auf dem Baumarkte und die Entwicklung Zugehörigkeit zur Stadt Charlottenburg gründet, den stockt, so wird doch einmal eine andere Zeit kommen besten Erfolg und Ihnen recht viel Freude an Ihrem und die Entwicklung in demselben schnellen Tempo, Amte. Ich verpflichte Sie an Eidesstatt auf die ge­ wie dies früher der Fall war, hoffentlich wieder ein­ wissenhafte Erfüllung Ihrer Pflichten. setzen. Dann wird an Ihre Arbeitskraft eine ganz besondere Anforderung gestellt werden; dann wirb aber Vorsteher Dr. Frcntzel: Sehr verehrter Herr auch für Sie die Zeit kommen, wo Sie mit besonderer Kollege! Gestatten Sie, daß ich Sie im Namen dieser Befriedigung an den Aufgaben, die Ihnen gestellt Versammlung, deren Mitglied Sie nunmehr geworden sind, arbeiten werden. sind, begrüße und auch den Wunsch ausspreche, daß Die Stadtverordnetenversammlung hat mit Sie durch die Erfüllung Ihrer Obliegenheiten als großer Einhelligkeit Ihnen Ih r neues schönes, arbeits­ Stadtverordneter eine reiche Befriedigung finden reiches Amt übertragen. Ich beglückwünsche Sie herz­ mögen. Sie werden allerdings finden, daß die Be­ lichst hierzu und spreche die Ueberzeugung aus, daß es wältigung der Aufgaben, die Ihnen zufallen, nicht Ihnen auch in Ihrem neuen Amte gelingen wird, möglich ist ohne ein gewisses Opfer an Zeit und an mit demselben nachhaltigen Erfolge, mit dem Sie Ih r Arbeit. Aber Sie sind ja an derartige Opfer ge­ altes Amt in Ihrer Heimatstadt Königsberg ver­ wöhnt. Wissen wir doch von Ihnen, daß Sie an waltet haben, hier zu wirken. Die Stadt Königsberg anderer Stelle und für eine andere Gemeinschaft be­ hat nur mit lebhaftem Bedauern und mit dem reichen reits in voller Hingabe gemeinnützig tätig gewesen Danke der berufenen Vertreter der Bürgerschaft Sie sind. Sie werden das jedenfalls auch im Rahmen der aus Ihrem Amt entlassen. Ich will hoffen, daß eine städtischen Verwaltung tun, und die Erfolge, die Sie gleiche Anerkennung Ih r Wirken auch hier begleiten früher an anderer Stelle erzielt haben, werden Ihnen wird. auch in Ihrer Stadtverordnetentätigkeit zuteil werden. Ich begrüße Sie nochmals herzlichst im Namen der Gleichzeitig begrüße ich Sie als neues Mitglied Stadtverordnetenversammlung. unseres Magistratskollegiums. Das Band freund­schaftlicher Ämtsgemeinschaft, das alle Mitglieder des Magistrats verknüpft, soll auch Sie mit uns ver­ Wir kommen zu Punkt 2: binden, damit Ihnen Ih r Amt leichter und ange­ Einführung des neugewähltcn StadtsnndikuS, nehmer wird und damit Sie Freude haben an Ihrer Arbeit. Ich heiße Sie namens des Magistrats auch Ich erteile dem Herrn Bürgermeister das Wort. an dieser Stelle herzlichst willkommen.Indem ich Ihnen Ihre Anstellungsurkunde über­ Bürgermeister Dr. Maier: Sehr geehrter Herr reiche, verehrter.Herr Kollege, nehme ich Sie auf den Kollege Sembritzki! Ein herbes Geschick hat den geleisteten Staatsdienereid von neuem in Pflicht und Mann, der mit großem Verträum und hohen Er­ Eid für Ih r neues Amt. wartungen Ihrem Eintritt in unsere Verwaltung entgegensah, von seinem Platze gerufen. M ir liegt es Vorsteher Dr. Frentzel: Sehr geehrter Herr Syn­ nun, nachdem der Herr Regierungspräsident Ihre dikus! Nachdem der Herr Bürgermeister Sie eben Wahl zum Stadtsyndikus bestätigt hat, ob, Sie in in feierlicher Weise in Ih r neues Amt eingeführt hat, Ih r neues Amt einzuführen. Ich tue das um so gestatten Sie mir, daß auch ich Sie hier im Namen lieber, als auch ich Ihre Wahl lebhaft begrüße, weil ich dieser Versammlung herzlichst begrüße. Die M it­ sie für eine glückliche halte und weil sie das Amt be­ glieder derselben haben, als an sie die Notwendigkeit trifft, das ich selbst vermöge des Vertrauens der herantrat, den Posten eines Stadtsyndikus durch eine städtischen Körperschaften voller Befriedigung fast ein Neuwahl wieder zu besetzen, aus einer großen An­ Dezennium verwaltet und lieb gewonnen habe. zahl von zum Teil vorzüglich qualifizierten Bewerbern
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