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Periodical volume 19. März 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

160 Sitzung vom 19. März 1918
die heißere Jah reszeit m it ihrer beträchtlichen S teige­ Jah ren  das erste M al im E ta t fehlt — , weiter zu ge- 
rung der Säuglingskrankheiten! S ie  ersehen daraus, tvähren.
daß Reserven für die S ta d t sehr erwünscht sind, und D er Ausschuß hat deshalb beschlossen, in erster 
das ist sicher ein weiterer G rund, um die einm al be­ Linie —  wenn der Beschluß auch an zweiter S telle  
stehenden Einrichtungen für die Verpflegung von subsumiert ist —  den M agistrat zu bitten, in  Ver­
Säuglingen auch fernerhin m it unserem vollen I n ­ handlungen m it dem Vorstand der Klinik auf Wieder­
teresse zu begleiten. E s  liegt einstweilen durchaus herstellung des früheren Verhältnisses einzutreten, 
im städtischen Interesse, die bestehenden Säuglings- so daß also unter Fallenlassen der Forderung des 
Mlinifen, sowohl die in der Christstraße wie das Vorstandes auf Erhöhung des Tagesbeitrages doch 
Säuglingsheim  Westend, wie die M usteranstalt des die alten Zustände wiederhergestellt werden. D a nun 
Kaiserin Augusta-Hauses, zu erhalten. aber gegenwärtig, bis diese Verhandlungen zu einem, 
E s  besteht in medizinischen Kreisen kein Zweifel wie w ir hoffen, allgemein befriedigenden Abschluß 
—  und die gan z / Bewegung zur Errichtung von geführt haben, eine Leere insofern entsteht, a ls zur­
Säuglingskrankenhäusern hat das zum Ausdruck ge­ zeit verminderte Einnahm en durch die geringere 
bracht — , daß, so gut auch die hygienischen Einrich­ Aufnahme von Säuglingen vorhanden sind, die A us­
tungen in den modernen großen Krankenhäusern sind gaben aber, die ein derartiges In s titu t  immerhin 
und so sehr sie in mancher Hinsicht vielleicht Gelegen­ täglich zu leisten hat, weiter bestehen, schlägt Ih n e n  
heit geben, noch ein P lu s  an Vorteilen zu gewähren, der Ausschuß vor, wie es der M agistrat ursprünglich 
doch die W artung und Versorgung von Säuglingen beantragt hat, dem In s titu t  30 dt pro Tag weiter zu 
in großen, allgemeinen Krankenhäusern ihre Schwie­ gewähren, und zwar längstens bis zum 30. April. 
rigkeiten hat und vielmehr besondere M aßnahmen Jed e r Tag aber, den der M agistrat durch die W ieder­
erfordert. herstellung des früheren Verhältnisses gewinnen wird, 
Ich muß wiederholen, daß m an im Ausschuß erspart uns Geld, da für ihn die Kosten von 30 dl 
allgemein der Ansicht war —  S ie  ersehen aus der fortfallen.
Ih n e n  vorliegenden Drucksache, daß die Beschlüsse Ich  glaube, meine Herren, daß auch S ie  wie der 
des Ausschusses einstimmig gefaßt worben sind und Ausschuß einig in Ih re r  Beschlußfassung sein wer­
daß die Vertreter aller Parte ien  darin e i n e s  den, so zu verfahren, und ich wünsche nur, daß diese 
S in n es  waren — , daß es in der T a t ein städtisches Verhandlungen zu einem baldigen guten Ende
Interesse ist, sich solche Ventile zu erhalten, und daß führen, und daß die privaten G önner ihr Interesse
es auch in gewisser Weise eine Dankoarkeits- oder eine nicht nur für dieses J a h r ,  sondern auch künftig der 
Anstandspflicht gegenüber den bestehenden Einrich­ Säuglingsklinik zutuenden werden.
tungen, die solange zu unserm Besten gewirkt haben, 
ist, wenn w ir sie unsererseits nicht im Stich lassen. (B ravo!)
E s  wäre eine Diskreditierung dieses In s titu ts , an 
dem bis jetzt niemand gemäkelt hat, und eine D is ­ S ta d tra t Dr. Gottstein: Nachdem diese Ange­
kreditierung der dortigen Aerzte, wenn w ir es fallen legenheit die vorige Sitzung der S tadtverordneten­
ließen. Freilich kann das In s t i tu t  n u r bestehen, versammlung eingehend beschäftigt hat und im A us­
wenn der M agistrat von seinem Standpunkt, die schuß in  mehrstündiger Beratung beraten wurde, be­
weitere Zuführung von kranken Säuglingen zu in ­ absichtige ich nicht, aus die ausführliche geschichtliche 
hibieren. zurücktritt. E s  ist nur möglich, daß das Darstellung des H errn S tad tv . Dr. Lands­
H aus sich hält, wenn es weiter städtische Kranke zu­ berger ebenso ausführlich einzugehen, obgleich ich
geführt bekommt. Aber da wir, wie ich ausgeführt überzeugt bin, daß die eine oder andere Einzelheit, 
habe, jederzeit und besonders in der heißeren Ja h re s ­ in einem anderen L ich t.bargetan, Ih n e n  etwas an­
zeit in  die Lage kommen können, einer größeren Zahl ders erscheinen könnte, a ls sie von dem H errn Refe­
von Plätzen in  Säuglingskrankenhäusern zu bedürfen, renten seiner besten Auffassung gemäß hier darge­
so ist es doch recht erwünscht, daß w ir in der T at stellt worden ist. D a diese Einzelheiten bis auf zwei 
demgemäß verfahren. Punkte m ir aber unwesentlich erscheinen, das E r­
Ich muß auch darauf hinweisen, daß, wenn die gebnis aber in der Hauptsache dadurch unberührt 
Säuglingsabteilung im Krankenhaus Westend ta t­ bleibt, erspare ich sie m ir und möchte nur auf diese 
sächlich erweitert werden sollte und müßte, S ie  darauf beiden Punkte hinweisen.
rechnen können, daß noch m it einem weit größeren D er erste Punkt ist der folgende. Herr 
Bedarf, weit über das M aß  des im E ta t V orhan­ Dr. Landsberger sprach davon, der M agistrat solle 
denen hinaus an S ie  herangetreten werden wird. doch jene Klinik n i c h t  f a l l e n  l a s s e n .  I m  
D enn die Schwesternzahl würde für die W artung Ausschuß ist ja ausführlich darauf hingewiesen wor­
von Säuglingen einen weit größeren Umfang an­ den, baß- damals, a ls Ih n e n  jene Vorlage in  der 
nehmen müssen, als sie sonst für die Krankenwartung vorigen Sitzung schon gedruckt vorlag, nicht der M a ­
im großen und ganzen erforderlich ist. Schon daraus gistrat die Klinik hat fallen lassen wollen, sondern 
würde sich gewiß eine beträchtliche Kostenerhöhung umgekehrt eine Erklärung des Vorstandes vorlag, 
ergeben. daß er den Betrieb der Klinik spätestens am 31. M ärz 
S o  war man also im Ausschuß einig in  der M ei­ einzustellen beabsichtige. N ur infolge dieses Be- 
nung, daß es gelte, das bestehende In s t i tu t  doch nicht chlusses wurde es nötig, die Klinik nicht in dem bis- 
sinken zu lassen und, solange es sich eben erhalten lerigen Umfange weiter belegen zu lassen, und 
könne, es auch andererseits weiter zu subventionieren, daraus erklärt sich unsere Verfügung an  die S äug- 
ihm also die Ueberweisung von kranken Säuglingen ingsärzte, keine Patien ten  mehr dorthin zu schicken. 
und die 3,25 dl, die es bisher pro Tag bekommen E s  geschah dies also nicht in der Absicht, die aus den 
hat —  die 3 dl pro T ag und Kops der überwiesenen W orten des H errn S tad tv . Dr. Landsberger, wenn 
Säuglinge und die eine Viertelmark, die sich aus der auch in unbeabsichtigter Weise, hervorgehen könnte, 
Berechnung der 3000 dl ergibt, die w ir im m er in die Klinik fallen zu lassen, um seine eigenen W orte 
den E ta t eingestellt hatten und die diesmal seit zu gebrauchen.
        
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