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Periodical volume 8. Januar 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

Sitzung vom Ö. Januar 1913 3
arbeiten wollen und werden an dein Werke, zu dessen unendlich gewandelt hat, überall große und auch kleine 
Förderung S ie  Ja h re  und Jahrzehnte hindurch Ih re  D inge finden, die S ie  erinnern werden an höchst per­
besten Kräfte, I h r e  ganze Energie eingesetzt haben. sönliche Arbeit, Kämpfe und Erfolge. Und doch ist 
Wer S ie  kennt, wer die E lastizität Ih re s  Geistes von dem, was da wurde, manches I h r  eigenstes Werk 
richtig einzuschätzen weiß, der weiß auch, daß es im  und trägt so deutlich den Stem pel I h re r  eigenen A rt 
gegenwärtigen Augenblick nicht möglich ist, eine ab­ und Ih re s  eigenen Denkens, daß man es erwähnen 
geschlossene Schilderung I h re r  ganzen kommunalen soll und muß, wenn m an sich, m it I h r e r  Person hier 
Tätigkeit zu geben; der weiß ganz genau, daß das beschäftigt. Wer die Bismarckstraße heruntergeht 
B ild  derselben, das uns augenblicklich lebendig vor und wer einigermaßen Bescheid weiß m it der E n t­
aller Augen steht, von Ih n e n  selber noch ergänzt wicklung dieses nach meiner M einung hervorstechend­
und vervollständigt werden wird. Wahrlich, I h r  sten Werkes der letzten zwei Dezennien, der wird 
reiches Wirken hat dieses B ild gehaltvoll und in ter­ niem als vergessen können des klugen E ifers und der 
essant genug gestaltet. Aber dessen bin ich sicher: S ie  Geschicklichkeit, die S ie  für ihr Werden eingesetzt 
werden ihm einige charakteristische und feine Züge haben. E r  w ird aber insbesondere stehen bleiben 
auch fernerhin noch hinzuzufügen wissen. Dennoch müssen vor zwei gewaltigen Gebäuden, auffallend 
glaube ich, daß der M om ent, wo S ie  die Ehre und und bemerkenswert durch ihre schönen großen F o r­
die B ürde des Vorsteheramtes für richtig halten jün­ men, aber besonders schätzenswert um des Zweckes 
geren Kräften anzuvertrauen, doch nicht so schlecht willen, dem sie dienen; hier das Schillertheater und 
gewählt ist, um wenigstens einige Augenblicke auf dort das Deutsche O pernhaus.
Ih re  seitherige Tätigkeit als M itglied und als Leiter D aß gerade S ie , H err Kaufm ann, Ih r e  ganze 
dieser Versammlung zurückzublicken. K raft, das Beste, was S ie  hatten, einsetzten für die 
D ie  Leute taten g u t daran, die im Ja h re  1898 Errichtung dieser Schaustätten edelster und dabei doch 
S ie  zum ersten M ale als M ann  Ih re s  V ertrauens volkstümlicher Kunst, das gibt uns so recht den 
in  diese Versammlung schickten und Ih n e n  dam it Schlüssel zur D eutung Ih re r  innersten A rt und Ih re s  
Gelegenheit gaben, dem Ziele nachzustreben, an dem innersten Wesens, zur Deutung dieses warmherzigen 
zu arbeiten für S ie  gleichsam eine innere Notwendig­ Id ea lism u s, der allen Schichten der Bevölkerung das 
keit war, wenn anders die reichen Gaben und F äh ig ­ Gute und Beste geben will und dieses sucht und findet 
keiten, die eine gütige N atu r Ih n e n  verliehen hat, in dem Emporführen der Geister zu den reinen 
vollauf zur Entwicklung und zur Reife kommen soll­ Höhen künstlerischen Genusses. Möge dieser schöne 
ten. Und die M änner haben sich nicht getäuscht, die Zweiklang, die K raft der Arbeit, gepaart m it der 
S ie  dam als gewählt und S ie  dann fortgesetzt bis Empfänglichkeit für das Schöne und Hohe, möge 
zum heutigen Tage immer wieder in dieses H aus dieser Zweiklang Ih n e n  noch lange tönen und uns 
als Verordneten dieser S ta d t geschickt haben; denn erfreuen, die w ir weiter m it Ih n e n  gemeinsam am 
S ie  faßten das Vertrauen, das Ih n e n  entgegen­ guten Werke schaffen dürfen!
gebracht wurde, im  ernstesten und idealsten S in n e  auf, 
und S ie  taten das, w as einzig und« allein einen dau­ (Allseitiges lebhaftes B ravo.)
ernden und sicheren Erfolg im Leben verbürgt: S ie  
arbeiteten. S ie  arbeiteten unablässig bis an die S tad tv . K aufm ann: M ein sehr verehrter Herr 
Grenze I h re r  Kraft, oft auch über dieselbe hinaus. Vorsteher! M ein  verehrter H err A lterspräsident und 
S ie  arbeiteten nicht nur in  diesem S aa le  und Hause werte Kollegen! Ich  danke Ih n e n  von Herzen für 
gemeinsam m it Ih re n  Kollegen, sondern S ie  ver­ die anerkennenden W orte, die S ie  meiner Tätigkeit 
wandten auch die stille Ruhe Ih re s  Heims dazu, gewidmet haben. S ie  mögen das Richtige getroffen, 
nachzudenken und zu sinnen, w as zu Nutz und auch manches überschätzt haben; aber dessen können 
From m en unserer S ta d t  Charlottenburg G utes und S ie  versichert sein, daß mein ganzes S treben  stets 
Ersprießliches geschehen könnte. S ie  arbeiteten an dem Wohle unserer S ta d t geweiht w ar und daß, so 
dem, was S ie  für recht und gut erkannt hatten, m it lange ich noch unter Ih n e n  tätig  sein werde, d i e s  
einer Energie und  Zähigkeit, die nur ein ausgespro­ einzig die Richtschnur meines V erhaltens sein w ird: 
chener Id ea lism u s, nur eine ganz besondere Kraft mich für das Wohl der S ta d t  einzusetzen.
des W ollens und Höffens dem Menschen verleihen 
kann, und so schien es uns, a ls ob S ie  trotz der (Lebhaftes B ravo.)
dahinschwindenden Ja h re  sich a ls  Richtschnur Ih re s  
H andelns das gewaltige, in  seiner Wucht fast hart Vorsteher Dr. Frentzel: Gestatten S ie , verehrter 
klingende W ort Goethes gesetzt hätten, das er dem H err A lterspräsident und gleichzeitig auch dienstälte­
alternden Faust am Ende seiner Tage gleichsam als stes M itglied unserer Versammlung, dav ich Ih n e n  
des Daseins letzte W eisheit, a ls der W eisheit letzten den Dank der Versammlung fü r die freundliche F ü h ­
Schluß sprechen läßt, das W ort: „Genießen macht rung der Geschäfte ausspreche.
gemein".
Und der Erfolg? W as die Menschen so gemein­ W ir kommen nunm ehr zur 
hin Erfolg nennen und so bezeichnen, auch das ist 
Ih n e n , verehrter Herr Kaufmann, geworden. Aber W a h l  d e s  V o r s t e h e r - S t e l l v e r t r e t e r s .
S ie  haben nie danach gestrebt und S ie  sind ihm nie 
nachgesagt. D azu dachten S ie  und denken S ie  zu Ich  bitte, die Stim m zettel beschreiben und dann 
sachlich. D as  ist ja auch das Schöne unserer ganzen einsammeln zu wollen.
Tätigkeit, daß sie, durch und durch gemeinnützig, 
einen Personenkultus nicht aufkommen läßt. D ie (D ie W ahl erfolgt. D as  Ergebnis wird er­
Arbeit des einzelnen geht unter in  dem Erfolge des m ittelt.)
Ganzen. Und so werden auch S ie , verehrter H err 
Kaufm ann, wenn S ie  durch die S traß en  unserer M eine Herren, das R esultat ist folgendes. E s 
S ta d t gehen, die sich in der Z eit I h r e r  Tätigkeit sind im ganzen 65 Zettel abgegeben worden. D avon
        
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