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Periodical volume 6. März 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

132 Sitzung vom 6. März 1913
rungsarbeilen. H err Grefe beschwert sich darüber, daß gelenkt werden. D ie Straßenbahngesellschaft von 
die Pflasterungsarbeiten nicht früher a ls Anfang Charlottenburg geht ja gerade in  der Scharrenstraße 
A pril begonnen werden. D er M agistrat hat ihn schon bezüglich der Rangierung ihrer Wagen ganz rücksichts­
dahin beschieden, daß diese Arbeiten nicht früher er­ los vor: sie benutzt die Scharrenjtraße vielfach als 
folgen können, da die M ittel erst am 1. A pril durch Rangierbahnhof und beeinträchtigt so aufs aller- 
den E ta t zur Verfügung gestellt würden. W eiter empfindlichste den Verkehr. Ich richte also an den 
beschwert sich der Peten t darüber, daß die Plaste- M agistrat die dringende B itte, noch in diesem Jah re  
rungsarbeiten in der Hauptsache an Charlottenburger die P e titio n  zu berücksichtigen.
Unternehmer, Steinsetzmeister vergeben werden, und D es weiteren möchte ich mich für die Petition  
daß diese Charlottenburger Steinsetzmeister, wenn es zur interessieren, die eine bessere Verkehrsverbindung nach 
Entlassung von Arbeitern kommt, angeblich in erster dem Nonnendamm fordert. W ir haben hier häufig 
Linie Charlottenburger Arbeiter entließen. M eine schon der Neuanlegung der S traß e  45 das W ort ge­
Herren, diese Behauptung entspricht nicht den T a t­ redet. Ich  glaube, es erübrigt sich, näher darauf ein­
sachen. Der M agistrat hat das dem Petenten schon zugehen. W ir haben seinerzeit von dem M agistrats- 
mitgeteilt. Eine P rü fung  hat ergeben, daß der S te in ­ Vertreter, dem H errn Bürgermeister M aier, gehört, 
setzmeister Wickele, von dem in der P e titio n  die Rede daß über kurz oder lang die Anlegung der S traß e  45 
ist, aus städtischen Baustellen im Ja h re  1912 zum erfolgen wird. B is  jetzt ist aber weiter nichts ge­
größten Teil in Charlottenburg wohnhafte Steinsetzer schehen, a ls  daß große Sandhaufen aufgeschüttet sind. 
und Ram m er beschäftigt hat. T a  die P e tition  durch Die Arbeit liegt vollständig still. M eine Herren, wir 
die A ntw ort des M agistrats bereits in zufrieden­ dürfen nicht außer acht lassen: die Siemenswerke er­
stellender Weise erledigt ist, hat der Gtatsausschuß weitern sich von J a h r  zu J a h r  ganz beträchtlich in 
Uebergang zur Tagesordnung beschlossen. ihrem Arbeiter- und Beamtenstande. I n  der P etition  
Weiter ist noch eine P etition  eingegangen k) wird gesagt, daß ca. 8- bis 10 003 Einwohner von 
des Vereins der Obst- und Gemüsegeschäftsinhaber Charlottenburg in  den Siemenswerken beschäftigt 
und des Charlottenburger H aus- und Grundbesitzer- sind, die tagtäglich diesen Weg dort benutzen. Ich 
Vereins von 1903, betreffend Beseitigung des glaube sicherlich, wir sind es unseren Bürgern schuldig, 
S traßenhandels. M eine Herren, diese Angelegen­ nunmehr ernstlich daran  zu gehen und für eine bessere 
heit ist vollständig geregelt. D er Straßenhandel ist Verkehrsverbindung nach dem Normendamm zu 
in den Hauptverkehrsstraßen von Charlvttenbnrg sorgen bzw. nach den Siemenswerken. Hoffentlich 
untersagt, und in den Nebenstraßen müssen die Ver­ gibt uns heute H err Bürgermeister M aier genaue 
kaufswagen sich 25 in von den Hauptverkehrsstraßen Auskunft darüber, wie weit die Verhandlungen m it 
und den Schnittpunkten der Hauptverkehrsstraßen den Anliegern der S traß e  45 gediehen sind und ob 
entfernt halten. D am it ist allen Verkehrsbedürfnissen 
genügt, und es liegt feine Veranlassung vor, sich mit toir bald daraus rechnen können, daß dorthin bessere 
dieser Angelegenheit noch weiter zu beschäftigen. D a ­ Verkehrsverbindungen geschaffen werden.
her ersuche ich nam ens des Etatsausschusses, auch 
über diese P e tition  zur Tagesordnung überzugehen. S tad tb . Klick: M eine Herren! D as  Kapitel V I I I  
Ich bitte, nach meinen Anträgen zu beschließen. ist in diesem Ja h re  außerordentlich schlecht bedacht 
worden. Namentlich sind es die einmaligen A u s­
Vorsteher Dr. Frentzel: Zu diesem Kapitel ist gaben, die sehr darunter leiden müßen. I n  den 
von den Herren Ahrens, Bade und Gen. wieder ein letzten Jah ren  hatten wir noch ziemlich erhebliche B e­
A ntrag eingegangen, lautend: träge eingestellt, im Ja h re  1912 418 000 JL, 1911 
Einm alige Ausgaben. Abschnitt 13 —  waren es sogar 664 000 JL, Dagegen sind in diesem 
Neupflasterung «des Spandauer Berges —  Ja h re  n u r 296 000 JL eingestellt, die durch die Be­
wird in der Höhe der M agistratsvorlage wieder schlüsse des Etatsausschußes auf rund 150 000 JL 
hergestellt. ermäßigt sind. M it diesen 150 000 J l  sollen alle 
einmaligen Ausgaben bestritten werden! Hiervon 
S tab tb . W ils: M eine Herren! Ich möchte an werden a ls  zweite R ate für die Regulierung des 
den M agistrat die B itte  richten, die P e tition  wegen S pandauer Berges 130 000 JL eingestellt. Alle a n ­
Neuasphaltierung der Schulstraße noch in diesem deren S traß en , die w ir schon seit Jah ren  zu asphal­
Ja h re  zu berücksichtigen. Diese P e titio n  wird auch von tieren beschloßen hatten, kommen auch in diesem 
der jüdischen Religionsgemeinschaft unterstützt, die in Ja h re  nicht heran. Während w ir in früheren 
dieser S traß e  ihren Tempel hat und wegen des Jah ren  noch dam it rechnen konnten, daß der Ver­
schlechten Pflasters in ihren Andachten gestört wird. waltungsüberschuß weit über 1 M illion  hinausging, 
Aber davon abgesehen, veranlaßen mich noch andere ist nach den Ausführungen des H errn Kämmerers 
G ründe, dafür einzutreten. nicht daran zu denken, daß w ir im laufenden E ta ts ­
Zunächst werden die Anlieger in ihrer Nacht­ jahr den Betrag erreichen werden: im Gegenteil, wir 
ruhe beträchtlich gestört. D ann  aber halte ich es auch werden nach der Ansicht des H errn Kämmerers nicht 
für dringend notwendig, die Asphaltierung aus rein einmal die 1 M illion erreichen.
verkehrstechnischen Gründen vorzunehmen. Die 
Schulstraße wird heute deswegen gemieden, weil sie (Widerspruch und Rufe: Abwarten!)
sehr schlechtes Pflaster aufweist. Infolgedessen wird 
die verhältnism äßig enge Scharrenstraße von den Sollte  sich inzwischen die Ansicht des H errn Kämme­
Fuhrwerken stark frequentiert. I n  der Scharrenstraße rers geändert haben, so wird er wohl bereit sein, die 
sind zurzeit solche Verkehrsstockungen zu verzeichnen, nötige Auskunft zu geben. W ir haben 1909 schon 
daß häufig die Fuhrwerke knapp noch aneinander vor­ die Regulierung des S pandauer Berges beschloßen. 
beikommen können. Ich bin überzeugt, wenn die Seitdem  ist nichts geschehen, a ls daß, wie der Herr 
Schulstraße asphaltiert würde, dann würde ein erheb­ Berichterstatter ausführte, im Vorjahre 105 000 JL 
licher T eil der Fuhrwerke von der Scharrenstraße ab­ bereit gestellt sind. I n  diesem Ja h re  sollen weitere
        
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