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Periodical volume 19. Februar 1913

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1913

98 Sitzung vom 19. Februar 1913
Ausführungen die 300 000 J(, für die Schule doch im und dabei würdigen, Schülern die Möglichkeit zu 
E tat lassen will. geben, ohne Zeitverlust zu erleiden, in höhere Lehr­
anstalten überzugehen. Zum zweiten erblicken wir 
Stadtv. Dr. Stadthagen (persönliche Bemer­ insofern eine besondere Wertschätzung der Volksschule 
kung): Herr Kollege Borchardt scheint nicht genau darin, als es durch diese Vorlage möglich wird, Volks­
das verstehen zu können, was inan sagt. Ich schülern mehr als bisher diesen Weg zu eröffnen.
habe in meiner persönlichen Bemerkung eben nichts W ir hätten gewünscht, daß diese Vorlage, die 
davon gesprochen, daß ich die 300 000 J l im Etat ja, was die Frage angeht, die sie lösen will, den 
belassen will; Ausgangspunkt unserer Schulreform vor ungefähr 
10 Jahren bildete, uns vielleicht schon in  einem frü­
(S tadtv. Dr. Borchardt: Also doch nicht!) heren S tadium  hätte unterbreitet werden können.
denn ich habe vorher gesagt: wenn der Zuzug nach­ (Sehr richtig!)
läßt, kann man ein langsameres Tempo einschlagen, 
und da der Zuzug nachgelassen hat, so wird man mit W ir können uns auch damit nicht ganz einver­
diesem Schulbau ein langsameres Tempo einschlagen standen erklären, daß man diese Vorlage ohne 
können. I n  meinen ersten Ausführungen habe ich weiteres in Verbindung bringt mit dem Prinzip der 
übrigens nicht behauptet, daß ich die 300 000 Jl A-ÄIöfsen. W ir sehen die A-Klassen zwar als eine 
streichen, sondern eventuell etwas, z. B. auf 250 000 Verwirklichung desselben Gedankens an, aber doch 
Mark, ermäßigen und davon einen Teil aus dem mit dem Zweck, befähigten Volksschülern eine ab­
Kapitalansammlungsfonds bestreiten will. schließende bessere Bildung zu geben, während die 
Vorbereitungsklassen nur den einen einzigen Zweck 
Borsteher Dr. Frentzel: E s ist von dem Kollegen haben, für die höheren Lehranstalten vorzubereiten. 
Wöllmer beantragt, die Magistratsvorlage einem Wir wollen also ausdrücklich hier feststellen, daß wir 
Ausschuß von 15 Mitgliedern zu überweisen. Ich nicht in  d e m  Sinne eine Verwirklichung des 
nehme an, daß er damit gemeint hat, daß wir wie A -Ptinzips, wenn ich es so nennen darf, in der Ein­
in früheren Jahren außer den 15 Mitgliedern aych richtung dieser Vorbereitungsklassen erblicken, als 
gleichzeitig 15 Stellvertreter wählen. man daraus den Schluß ziehen könnte, auf diese 
nach dem dritten Schuljahr eintretende A-Klasse eine 
(Zuruf: Habe ich gesagt!) weitere A-Klasse aufzusetzen und so das A-System 
vom dritten Schuljahre an einzuführen. Den Ge­
—  S o , das ist m ir entgangen; ich bitte um Entschul­ danken möchten wir nicht verwirklicht sehen und wür­
digung. den, falls er später etwa verfolgt werden sollte, 
E s sind vorgeschlagen die Herren Bergmann, mancherlei Bedenken dagegen auszusprechen haben.
Dr. Borchardt, Dr. Frentzel, Harnisch, Jolenberg, W ir können auch den finanziellen Ausführungen 
Kaufmann, Dr. Liepmann, Meyer, Otto, Protze, der Vorlage nicht ganz zustimmen. S ie  drückt sich 
Dr. Stadthagen, S tulz, Wöllmer, Zander, Zietsch, allerdings'sehr vorsichtig aus, indem sie sagt, daß 
sämtlich als ordentliche Mitglieder des Ausschusses; z u n ä c h s t  durch die Einrichtung dieser Vorberei­
als Stellvertreter die Herren Ahrens, Bollmann, tungsklassen Kosten nicht entstehen. Darin liegt 
Dunck, Haack, Jachmann, Jastrow, Dr. Landsberger, schon ausgesprochen, daß derartige finanzielle Aus- 
Neukranz, Neumann, Panschow, Dr. Rothholz, wendungen später nötig werden, wie denn auch die 
Scharnberg, Vogel, Wagner, Wenzke. Vorlage selbst andeutet, daß durch die Entnahme 
(Die Versamlung beschließt demgemäß.) von Schülern aus Volksschulklassen eine Verminde­
rung des Schulgeldes aus den Vorschulen eintreten 
W ir kommen nunmehr zu Punkt 6 der Tages­ könnte. W ir meinen, daß noch eine weitere finan­
ordnung: zielle Aufwendung unzweifelhaft entstehen muß, daß, 
wenn solche Vorbereitungsklassen gegründet werden, 
Vorlage betr. Erweiterung des Zwischenpumpwerks doch nur einzelne Schüler aus den Gemeindeschul- 
am Salzufer. —  Drucksache 57. lassen herausgenommen werden, also Gemeindeschul- 
lassen dadurch nicht eingehen, wohl aber neue Klassen 
(Die Versammlung beschließt nach dem Antrage mit natürlich einer neuen Lehrkraft gegründet 
des M agistrats, wie folgt: werden.
Trotzdem wir uns darüber ganz klar sind, daß 
Dem vorgelegten Entwurf für die Erweite­ nach dieser Richtung finanzielle Aufwendungen ent­
rung der Maschinenanlage und Gebäude des legen, stimmen wir der Vorlage einmütig zu, weil 
Zwischenpumpwerks der Stadtentwässerung am wir die beiden Grundgedanken, die ich an die Spitze 
Salzufer 21 wird zugestimmt. Die erforder­ meiner Ausführungen stellte, einmal eine besondere 
lichen M ittel in Höhe von 40 000 
    
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