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Periodical volume 31. Januar 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

Sitzung vom 3 L. Januar 1912 47
daß nicht alle Laternen zur gleichen Zeit angesteckt sprünglich 508 000 d l vorgesehen waren. Diese 
werden können. Ein Laternenanzünder hat eine 22 000 c/Z Plus sind dadurch entstanden, daß eine 
große Anzahl von Laternen zu besorgen, er braucht andere Disposition vorgesehen ist: es sind Dampf­
ungefähr eine halbe Stunde Zeit, um sie anzustecken. kessel aus dein städtischen Elektrizitätswerk genommen 
Selbstverständlich muß er bei der ersten etwa eine worden, die, wie die Vorlage sagt, für alle Zeit aus­
halbe Stunde früher beginnen, als im Zündkalender reichen werden. Wollte man eine Anlage mit der­
angedeutet ist. I w  übrigen findet die Zündung in selben Heizfläche neu bauen, so würden künftig nicht 
ganz Groß-Berlin nach einem allgemeinen Zünd­ 22 000, sondern 35 000 d i Mehrkosten entstehen. 
kalender statt; Beobachtungen haben ergeben, welches Uebrigens soll die Anlage nicht bloß im stände sein, 
die geeignete Zeit zum Anzünden und Löschen ist. dem jetzt zu bauenden, sowie dem evtl. einst zu er­
Dieser Zündkalender ist für alle Gasanstalten Groß- weiternden Krankenhause für Geburtshilfe zu dienen, 
Berlins annähernd der gleiche. sondern auch dem zu erweiternden Bürgerhause und 
Für die einzelnen Fälle zwischen dem 14. und allen evtl. noch auf dem Restgelände zu errichtenden 
20. Januar, an welchem Tage die Laternen wesent­ Baulichkeiten. Es scheint also durchaus zweckmäßig zu 
lich länger gebrannt haben, als es notwendig gewesen sein, die Kesselanlage mit der geringen Aufwendung 
wäre, hat ja Herr Stadtv. Dr. Byk eigentlich die Er­ um so viel größer zu gestalten, als es ursprünglich 
klärung selbst gegeben. Ich kann nichts Neues hin­ beabsichtigt war.
zufügen. Die Gassernzündung hat infolge des W ir yaben dann weiter im Mai v. J s . unserer 
Frostes an diesen Tagen versagt; man hat es also mit Beschlußfassung die Bewilligung von 45 000 dt vor­
force majeure zu tun. Diese Ausnahmefälle, die sich behalten, die für Vergrößerung des Grundstücks, Bau­
im Verlaufe der letzten 10 Jahre an zwei oder drei zinsen und Kanalisationskostenbeiträge erforderlich 
Tagen abgespielt haben, dürften doch als Grundlage werden, von denen damals abgesehen iverden mußte. 
für eine Berechnung nicht maßgebend sein. Im  Jetzt wird beantragt, diese Kosten vollständig zu be­
übrigen hat sich die Fernzündung bewährt. Noch vor­ willigen.
handene Mängel werden sich leicht beheben lassen. Für die technische Gestaltung der Ihnen vor­
Wenn das Zünden der Laternen nicht mehr nach dem gelegten Entwürfe ist die Hochbaudeputation ver­
Zündkalender, der mehr oder weniger von Zufällig­ antwortlich, mit deren Zustimmung ja die Vorlage 
keiten abhängig ist, vorgenommen werden wird, gefaßt ist. Ich selbst habe nicht die Befähigung, in 
sondern den Witterungsverhältnissen entsprechend die Details dieser Dinge einzutreten. Es bleibt mir 
von der Gasanstalt aus durch die Fernzündung, nur noch übrig, daran zu erinnern, daß dieses 
dann werden die Klagen, auf die Herr Stadtv. Krankenhaus für Geburtshilfe für 113 Erwachsene 
Dr. Byk hingewiesen hat, gänzlich verstummen. und 98 Säuglinge eingerichtet werden soll, im ganzen 
also für 211 Betten, und daß in ferner Zukunft noch 
(Die Beratung wird geschlossen. Die Ver­ die Möglichkeit besteht, in einem zweiten Bauab­
sammlung beschließt nach dem Antrage des Ma­ schnitte auf demselben Terrain und mit denselben 
gistrats, wie folgt: Nebengebäuden eine Vergrößerung um weitere 207 
Betten vorzunehmen. Ich empfehle Ihnen die glatte 
Die Erweiterung Annahme der IMagiftrotsvorlage in allen ihren drei 
a) der Gasreinigeranlagen des Gaswerks I I  mit Teilen.
einem Kostenaufwande von 210 000 oft,
b) der elektrischen Kraftstation des Gaswerks I I  Stadtv. Wenzke: Meine Herren! Bevor wir 
mit einem Kostenaufwande von 65 000 d l dieser Vorlage zustimmen, möchte ich noch aus einige 
wird genehmigt. Punkte, die in dem Erläuterungsbericht dargelegt 
Die Gesamtkosten von 275 000 d t  sind aus sind, näher eingehen. Die 45 000 dl. werden verlangt 
Anleihemitteln zu entnehmen.) für die Trennung der Kochküche von der Milchküche. 
Obwohl ich weiß, daß bei der näheren Durcharbeitung 
Vorsteher Kaufmann: Punkt 10 der Tages­ eines Projekts sich immer noch einige Veränderungen 
ordnung: einstellen, so wundert es mich doch, daß man bei dem 
Vorprojekt nicht schon darauf besonders Rücksicht ge­
Vorlage betr. Bauentwurf für das Koch- und Wasch­ nommen hat, daß die Milchküche von der Kochküche 
küchengebäude, sowie das Kessel- und Maschinenhaus getrennt wird. W ir alle wissen wohl, welch diffiziles 
des Krankenhauses für Geburtshilfe. — Drucksache 31. Nahrungsmittel die Milch ist, und es liegt daher klar 
auf der Hand, daß man eine Gelegenheit zum Bereiten 
(Die Beratung wird eröffnet.) dieser Milch sorgfältig von allen anderen Einwirkun­
gen trennen muß.
Berichterstatter Stadtv. Dr. Landsberger: Meine Dann wird eine Trennung der Eßräume für das 
Herren! Ich bin in der glücklichen Lage, Ihnen die Personal der Kochküche und für das Personal der 
Magistratsvorlage in allen ihren Teilen ohne weiteres Milchküche verlangt. Daß das Personal ausein­
zur'Annahme zu empfehlen. W ir haben im Mai andergehalten werden muß, ist ebenso klar wie die 
vorigen Jahres bereits die wesentlichen Teile des vorhin angeführten Gründe, und ich muß nur meiner 
künftigen Krankenhauses für Geburtshilfe bewilligt, Verwunderung Ausdruck geben, daß man das in dem 
den Bau der beiden Krankenpavillons, die den ersten Vorprojekt nicht schon erwähnt hat.
Bauabschnitt bilden. Die Hilfsteile, Kesselhaus, Ferner ist als ganz wichtiger Grund in dem Er­
Beamtenhaus uslv. sind in größeren Dimensionen läuterungsbericht angeführt, daß man sich zur Anlage 
vorgesehen, um für eine künftige Erweiterung durch einer dritten Treppe genötigt gesehen habe. Diese 
einen sogenannten zweiten Bauabschnitt auszureichen. Anlage einer dritten Treppe hat namentlich den 
Die Kosten bleiben im ganzen in dem Rahmen der Zweck, Räume zur Aufbewahrung der Kleider der 
Gesamtsumme, die ursprünglich in Aussicht genommen Kranken zu schaffen. Meine Herren, wenn man ein 
war; es entstehen nur geringfügige Erhöhungen: das derartiges Institu t baut, muß man es doch wohl als 
Kesselhaus soll jetzt 530 000 kosten, während ur­ erste Pflicht erachten, Räume zu schaffen, wo man die
        
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