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Periodical volume 17. und 18.Dezember 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

Sitzung vom 18. Dezember 1912 495
tung zuzustimmen. D er M agistrat ist so vorsichtig D en  abgedruckten Grundsätzen über die Ver­
zu Werke gegangen, daß irgendeine Gefahr für die wendung von zwei Achteln der R außendorff- 
S ta d t  durchaus nicht entsteht. schen Erbschaft wird zugestimmt.)
Ich möchte nur noch bemerken, daß in der Vor­
lage ein Druckfehler enthalten ist. Es muß unter c) Vorsteher Kaufmann: Punkt 17 der Tagesord­
natürlich nicht heißen, daß die Herren die s e l b - nung:
s t ä n d i g e  Verpflichtung übernehmen, sondern die 
s e l b s t s c h u l d n e r i s c h e  Verpflichtung. Vorlage betr. Vergrößerung der maschinellen Anlage
des Elektrizitätswerks. —  Drucksache 350.
(Die Versammlung beschließt nach dem Antrage 
des Magistrats, wie folgt: Berichterstatter Stadtv. Neukranz: Meine
Der Zahlung von 9000 dt aus der Raußen- Herren! Die erfreuliche Entwicklung des Elektrizi­
dorffschen Erbschaft an die Burschenschaft Sa- tätswerkes ersehen S ie  aus der Vorlage. S ie sehen, 
ravia nebst 4 % Zinsen vom Todestage der wie bedeutend sich der Verbrauch in  den letzten drei 
Erblasserin ab wird mit folgenden Maßgaben Jahren gesteigert hat. Deshalb haben wir umgekehrt 
zugestimmt: auch die Pflicht, unser Elektrizitätswerk so zu er­
a) Der Vorstand der Burschenschaft Saravia halten, daß es stets den Anforderungen, die daran ge­
hat darüber zu quittieren und zu beschei­ stellt werden, -genügen kann. W ir sind nun im 
nigen, daß er zur Quittungsleistung und nächsten Jahre bei einer Durchschnittszunahme von 
Empfangnahme berechtigt ist; 15 % des Verbrauchs so ziemlich am Ende der 
b) die in dem Schreiben der Herren Testa­ Leistungsfähigkeit des Werkes angekommen. Die 
mentsvollstrecker vom 14. November 1912 Maschinen liefern ungefähr 15 000 Kilowatt; wir 
unter b aufgeführten Herren übernehmen brauchen im nächsten Jahre schon 12 500, so daß wir 
die selbstschuldnerische Bürgschaft dafür, dann nur noch sehr geringe Reserven haben, und wenn 
daß eine Inanspruchnahme der Stadtge­ wir eine unserer großen Maschinen, die 4000 Kilo­
meinde aus dem Legat nach Zahlung der watt liefern, in  Reserve stehen lassen, so können wir 
9000 dt an den Vorstand der Saravia nicht nicht mehr den nötigen S trom  liefern. Deshalb hat 
stattfindet, daß aber, wenn eine solche I n ­ Ihnen  der Magistrat eine Vorlage gebracht, die aller­
anspruchnahme stattfindet, die gezahlten dings etwas zeitig aussieht, da aber die Lieferzeit 
9000 dl nebst etwaigen von dem Anspruch­ für die Maschinen durchschnittlich neun bis zehn 
berechtigten erhobenen Zinsforderungen von Monate ist, so müssen wir jetzt schon die Bestellung 
der Burschenschaft S aravia an die S tad t­ aufgeben, um im nächsten Winter vollkommen gerüstet 
gemeinde Charlottenburg zurückgezahlt zu sein.
werden, und daß ferner die Saravia die E s soll eine Turbine von 6000 Kilowatt ange­
sämtlichen Kosten einer etwa von der schafft werden. Dem augenblicklichen Bedürfnis 
S tad t für zweckmäßig erachteten Rechts­ würde ja eine Turbine von 4000 Kilowatt genügen. 
verteidigung der S tad t Charlottenburg er­ W ir würden aber vielleicht nach zwei Jahren dann 
stattet ; wieder in der Lage sein, eine neue Maschine auf­
c) dieselben Herren übernehmen ferner die stellen zu müssen. Deshalb ist es rationeller, die An­
selbstschuldnerische Verpflichtung, der S ta d t­ lage etwas größer zu gestalten. Diese Anlage er­
gemeinde alles das zu erstatten, w as sie fordert natürlich auch die Beschaffung neuer Kessel, 
aus A nlaß der Inanspruchnahm e durch da unsere jetzigen Kessel nur 10 Atmosphären Druck 
irgend welche Berechtigte aufgewendet hat.) haben und wir zu diesen Turbinen Kessel von 13 Atmosphären Druck benötigen und außerdem ein 
Teil der Kessel schon verbraucht ist.
Vorsteher Kaufmann: Punkt 16 der Tagesord­ Die nächsten Punkte beziehen sich auf die Rohr­
nung: leitungen und baulichen Veränderungen. W ir sind 
in der glücklichen Lage, kein neues Maschinenhaus zu 
Vorlage betr. Verwendung der restlichen zwei Achtel gebrauchen, da zwei kleine Maschinen, die den heuti­
der Raußendorffschcn Erbschaft. —  Drucksache 349. gen Anforderungen nicht mehr genügen, verbraucht 
sind und fortgenommen werden können, so daß an 
Berichterstatter Stadtv. Hirsch: M eine Herren! deren Stelle und durch Umsetzung einer dritten 
Auch dieser V orlage bitte ich S ie  zuzustimmen. S ie  Maschine die Aufstellung dieser 6000 Kilowattturbine 
ist so eingehend begründet, daß ich dem, w as der möglich ist.
M agistrat angeführt hat, nichts hinzuzufügen habe. Durch den Betrieb der neuen Maschine wird auch 
M an  könnte vielleicht im  Zw eifel darüber sein, ob der Kohlenverbrauch größer. Deshalb soll ein 
w ir u n s m it den Grundsätzen ohne weiteres einver­ Kohlenplatz, der nebenbei liegt und uns schon gehört, 
standen erklären oder ob w ir erst noch einm al in  frei gemacht, und dann für unseren eigenen Kohlen­
einem Ausschuß darüber beraten wollen. Aber ich bedarf bereitgestellt werden. D as kostet im ersten 
halte eine Ausschußberatung für überflüssig, zum al Jahre 30 000, im zweiten 70 000 Ji.
da ja dem Kuratorium , dem auch vier S tadtverord­ Der Punkt X I der Zusammenstellung hat etwas 
nete angehören, die F reiheit gelassen werden soll, die Bedenkliches. Hier hat die Verwaltung alles, was sie 
Grundsätze zu ändern. Ich  bitte S ie  also nochmals, sonst noch braucht und in Aussicht nimmt, zusammen­
der Vorlage ohne Ausschußberatung zuzustimmen. geworfen, sie fordert 225 000 dt, d. h. beinahe ein 
Ich  möchte nur den Wunsch daran knüpfen, daß die Viertel der ganzen Vorlage. Wenn uns auch in der 
m it der S tiftu n g  verfolgten Zwecke auch erreicht Deputation Aufschluß über einzelne dieser Positionen 
werden. gegeben wurde, der es rechtfertigte, eine so große 
Forderung zu stellen, so halte ich es doch für nicht 
(D ie  Versammlung beschließt nach dem Antrage angebracht, daß wir hier in Bausch und Bogen dem 
d es M agistrats, wie folgt: Elektrizitätswerk eine Summe von 225 000 dt zur
        
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