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Periodical volume 13. November 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

Sitzung vom 13. November 1912 415
—  S o w eit will ich gar nicht einm al gehen; es gibt in dieser Beziehung alles beim alten bleiben. W enn 
der M ark B randenburg  noch geeignete Strecken dazu, in der M agistratsvorlage steht, daß der A utom obil- 
verkehr durch die S ta u b - und Geruchsentwicklung die 
(S e h r  richtig!) F ußw anderungen im G runew ald unmöglich oder 
jedenfalls nicht dort, wo der G roß -B erliner das A n­ doch zu einer wenig angenehmen Sache, teilweise wenigstens, gestaltet, so mutz ich sagen: G o tt sei 
recht hat, seine E rholung sonntäglich und auch Wochen- Dank, so schlimm ist es doch nicht. Ich  gehe da au ß er­
täglich zu finden. ordentlich viel spazieren und mache den Weg von 
(S e h r  gu t!) C harlotlenburg b is W annsee sehr oft zu F u ß ;  es geht im m er noch und w ird auch in  Zukunft noch 
W enn m an n u n  w eiter auf dem S tan dpun k t weiter gehen.
steht: kommen m uß das U nternehm en auf alle Fälle, W enn hier angeführt w ird, daß sich dadurch ein 
ob w ir etw as dazu tun  oder nicht — , dann ist es doch Z en trum  des A utom obilverkehrs in  C harlottenburg 
ganz klar, daß m an absolut nicht die geringste V er­ bilden, daß sich A utom obilfabriken hier niederlassen, 
anlassung hat, irgendwelche Zuschüsse zu leisten. ja daß sich sogar wohlhabende Frem de deswegen hier 
ansibdeln würden, —  meine H erren, dies Lied haben 
(S e h r  richtig!) w ir schon bei so vielen Gelegenbeiten gehört, daran  
glaube ich nicht. D ie A utom obilfabriken siedeln sich 
W ozu sollen w ir denn fü r ein D ing , das schon fertig da an, wo sie günstige Fabrikationsbcdingungen 
ist, fü r das also die G elder schon beschafft sind, auch finden, und ihre Fuhrwerke sind so leicht beschwingt, 
ohne daß w ir eintreten, noch S um m en  aufwenden, daß sic, wenn sie im Osten wohnen, den Weg von 
die w ir wirklich fü r eine ganze Reihe von anderen B erlin  b is zur Versuchsstraße sehr leicht machen 
D ingen besser gebrauchen können! werden. D ie  N . A . G . w ird ihren B etrieb nicht von 
(S e h r  richtig!) der Obersprcc weglegen, und andere A utom obil­fabriken auch nicht.
Vielleicht steht die Sache aber nicht so, vielleicht hängt N un  sagt der H err R eferent, der sich im übrigen 
es wirklich von unserer und der Zuschußbewilligung durchaus nicht so besonders erw ärm t fü r die V orlage 
B e rlin s  und des Kreises Teltow  ab, ob das U nter­ ausgesprochen h a t: w ir dürfen  nicht dulden, daß 
nehmen zur Wirklichkeit w ird oder nicht, und von hier ein derartiges D ing  vor den T oren  E harlo tten- 
diesem Gesichtspunkt «aus haben w ir auch wohl das bu rgs gemacht w ird, das auch die S tra ß e n  von 
Recht, die S o n d e  der K ritik an  das gesamte U nter­ C harlottenburg bei seiner D urchführung in  hervor­
nehmen zu legen. D a s  w ird  wohl in  der eingehendsten ragender Weise benutzt; das dürfen w ir nicht dulden, 
Weise im  Ausschusse geschehen; ich möchte aber doch ohne daß w ir wenigstens einen E in fluß  gewinnen. 
hier, um  die ablehnende H altung  eines T eiles m einer J a ,  ich habe in der V orlage vergeblich nach einem 
Freunde zu begründen, auf einige Gesichtspunkte auf­ Punkte  gesucht, aus dem hervorginge, daß w ir durch 
merksam machen. unsere Subven tionsleistung, unsere G arantieleistung 
I n  der V orlage ist gesagt worden, daß durch die auch n u r den geringsten E in fluß  gewönnen. Nicht ein 
A nlegung dieser Ä utom obilbahn der übrige G rune- W ort steht davon d rin . Aktienbesitzer werden w ir ja 
ivald gleichsam von A utom obilen gesäubert und da­ nicht. —  A uf einige kleinere Unvollkommenheiten der 
durch fü r den Fußgängerverkehr angenehmer ge­ V orlage will ich gar nicht eingehen. Ueber die R en ­
staltet werden würde, a ls  es bisher der F a ll ist. tabilitätsberechnung hat schon der H err R eferent ge­
Me i n e  He r r e n ,  das  wi r d  nun  und sprochen. Ich  will w eiter nicht erwähnen, daß gar 
n i m m e r  e i n t r e t e n ; nicht ersichtlich ist, fü r die V erzinsung welcher K ate­gorie von Aktien resp. O bligationen  hier die G aran tie  
(Z ustim m ung) geleistet werden soll. D arü b er m üßte m an sich im 
Ausschuß doch eingehend un terhalten . M erkw ürdig 
die S tra ß e n  an der H avel werden —  und das sollen ist auch, daß hier von Aktien gesprochen w ird, die 
sie auch —  von den Leuten, die A utom obile besitzen, am ortisiert werden sollen. D a s  gibt. es eigentlich 
nach wie vor befahren werden, und es w ird sich auf gar nicht.
dem Königsweg nach wie vor ein starker Lastverkehr Ebenso möchte ich darauf verweisen, w as doch 
nach P o tsd a m  entwickeln. Ich  erinnere an den sehr gewissermaßen ein N ovum  ist, daß w ir hier einen 
starken Obstverkehr in der Zeit, wo die Weiderichen V ertrag  schließen sollen, ohne den V ertragsgegner 
Obstwagen über W annsee nach B erlin  kommen. Dieser überhaupt zu kennen. E s  heißt, die Gesellschaft so 
Verkehr w ird sich nachher auf dieser nicht m it Abgaben und so, die aber auch ganz anders sein kann. Also es 
belegten S tra ß e  bewegen. Und es gibt auch Leute, ist noch etw as undeutlicher hier a ls  bei dem V ertrag  
denen schließlich die Z ah lung  einer G ebühr auf der m it dem Unionklub, wo n u r über die F o rn t der G e­
A uiom obilstraße nicht gerade ganz angenehm ist. B e­ sellschaft eine U nklarheit herrschte.
sonders schön finde ich es auch nicht, daß m an durch Doch das sind ja alles D inge, die vielleicht a u s ­
polizeiliche vexatorische M aßregeln  die B ahn  rentabel gemerzt werden können; diese Schönheitsm ängel 
machen will, indem m an auf anderen A utom obil­ könnten vielleicht beseitigt werden. Ich  möchte mich 
straßen den Verkehr möglichst erschwert. I m  übrigen dahin resüm ieren, daß es nach m einer M einun g  sehr 
wissen S ie  ja : S ie  können die K ilom eterzahl fest­ eigentümlich zugehen sollte, wenn der M ag istra t u n s  
setzen, wie S ie  wollen, gehalten werden derartige beweisen wollte, daß hier wirklich ein U nternehm en 
V erfügungen doch nicht, es m üßte denn sein^daß S ie  vorliegt, das durch C harlo ttenburger G elder zu 
h in te r jeden B aum  einen Schutzmann m it S to p p u h r unterstützen wert wäre und das in  irgendeiner B e­
stellen. S o lange  das nicht geschieht, w ird n u r  gerade ziehung a ls  etw as angesprochen werden kann, w as 
an den S te llen , wo die G endarm en oder Schutzleute m an a ls  ein kom m unales U nternehm en bezeichnen 
stehen, die Geschwindigkeit eingehalten werden, auf könnte.
anderen S te llen  aber nicht; da w ird sich keiner an 
diese M aßregel viel kehren. E s  w ird also auch in (S e h r  richtig! und B rav o !)
        
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