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Periodical volume 13. November 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

Sitzung vom 13. November 1912 405 schieben stattgefunden hat, sv ist dafür doch nicht der ordnetenversammlung wird es in dem Augenblick, wo jetzige Dezernent und wahrscheinlich auch nicht der der neue Organisationsplan an sie herantritt, ihrer­ norige, also mein Herr Amtsvorgänger, verantwort­ seits an der Schnelligkeit der Entscheidung nicht lich zu machen. Was konnte er dazu tun? Die fehlen lasten. Angelegenheit ist eben nie zum Abschluß gekommen, Stadtv. Riesenberg: Meine Herren! Ich kann sondern ihre Erledigung durch die städtischen .Körper­ mich im großen und ganzen wohl den Ausführungen schaften im Drange der Geschäfte immer hinaus­ des Herrn Kollegen Zander anschließen. Wenn diese geschoben worden. Aber diese Periode des Hinaus- Ausführungen dazu Veranlassung gegeben haben, ichiebens hört in dem Augenblick auf, wo Ihnen dem­ hier einen Blick auf die zukünftige Organisation der nächst das Organisationsprojekt vorgelegt werden Kunstgewerbeschule zu werfen, so fühle ich mich, der kann, und ich bin der festen Ueberzeugung, daß, wenn ich über 16 Jahre an dieser Schule unterrichte, ver­ die vorbereitenden Verhandlungen, die bis setzt pflichtet, das Wort dazu zu nehmen. günstig verlaufen sind, zu Ende geführt sein werden, Tie städtische Kunstgewerbeschule muß — wenn Ihnen dann ein ganzer, großer, einheitlicher Organi­ der Herr Vorsteher m ir das Wort gestatten will — sationsplan, der die Frage endgültig löst, innerhalb unter einem ganz bestimmten Gesichtswinkel be­ kurzer Zeit und zu Ih rer aller Zufriedenheit vor­ trachtet werden' Tie Schule ist zu einer Zen ge­ gelegt werden kann. Wenn dann die Stadtverord­ gründet worden, als Charlottenburg noch keine Fort­ netenversammlung die Güte hat, Eifer zu zeigen, bildungsschulen hatte. M it dem Augenblick, als die werden w ir vielleicht in der Lage sein, in zwei Jahren Fortbildungsschulen eingerichtet wurden, bekam die unsere Gebäude samt und sonders fertig zu haben. Kunstgewerbeschule ein ganz anderes Gesicht. Der Uebergang von der Kunstgewerbeschule zur Fort­ Stadtv. Otto: Ich bin von meinen Freunden bildungsschule ist heute noch nicht ganz vollzogen; er ausdrücklich beauftragt, hier zum Ausdruck zu wivd erst überwunden sein, wenn die Verfügung, von bringen, daß auch sie alle die jetzigen Zustände, soweit der der Herr Sladtrai sprach, von der ich aber bis sie die Baulichkeiten in der Mädchenfortbildungs- heute nichts gewußt, sondern nur habe sagen hören, schnle betreffen, für durchaus unzulänglich erklären in Kraft gesetzt werden wird. und einstimmig der Meinung sind, daß hier sobald Unter diesem Gesichtswinkel, meine Herren, wie möglich Wandel geschaffen werden muß. Nach­ wollen Sie auch die bisherigen Leistungen der Kunst- dem sowohl Herr Kollege Wilk als auch in einem gewerbeschule betrachten. Wenn Sie das tun, werden Teil seiner Ausführungen Herr Kollege Zander, Sie anerkennen müssen, daß sie Großes geleistet hat. nachdem auch der Herr Magistratsvertreter aus­ Die Schule hat auf allen Malertagen in den Aus­ drücklich anerkannt haben, daß dem so ist, meine- ich, stellungen von Schülerzeichnungen den ersten Preis daß dieser Punkt hier genügend erörtert ist. bekommen; das steht fest und ist nachzuweisen. An Nun halte ich aber den Schluß, den Herr der Schule unterrichten und unterrichteten anerkannte Kollege Zander gezogen hat, nämlich die heutige Künstler, die auf der Großen Berliner Kunstausstel­ Vorlage, weil die Verhältnisse so unsagbar traurig lung mit der goldenen Medaille ausgezeichnet wor­ sind, zu vertagen, für grundfalsch. Es ist aus den den sind; es unterrichten dort Künstler, deren Ruf Ausführungen des Herrn Magistratsvertreters schon durch derartige Ausführungen entschieden zu leiden hervorgegangen, daß es sich hier um zwei gesonderte hat. Ich darf an William Müller erinnern, der auf Dinge handelt, daß das eine m it dem andern nichts dem Gebiete der Raumkunst einen geachteten Namen zu tun hat. Dazu kommt — und das möchte ich hat; ich darf an Bengen, Mohrbutter, Fricke. Otto nachdrücklichst unterstreichen — , daß sich nicht einmal und andere erinnern. Die Kunstgewerbeschule in die Fortbildungsschuldeputation über das Projekt, Charlottenburg ist viel besser als ihr Ruf; sie ist eine das Herr Kollege Zander auf 54 OOO J! bezifferte, der besten Schulen gewesen, trotzdem sie eine der schlüssig gemacht hat. W ir wissen noch nicht, was aus jüngsten und eine derjenigen war, die am wenigsten der Sache schließlich werden wird; w ir wissen noch organisch ausgebaut worden sind. nicht einmal, ob die Fortbildungsschuldeputation das Nun möchte ich noch ganz kurz, da ich die Or­ Projekt annehmen wird. Gesetzt den Fall, sie lehnt ganisation nicht weiter behandeln möchte, auf das es ab, dann würde die Vertagung dieser Vorlage Gebäude selber eingehen. Wenn der Herr Dezernent natürlich noch weiter dauern müssen. Aus diesem in den Akten nachgeschlagen hätte, so hätte er viel­ Grunde bitte ich Sie, meine Herren, der Vorlage so, leicht gefunden, daß vor vier bis fünf Jahren eine wie sic uns heute vorliegt, zuzustimmen. Es werden Umfrage bei allen hauptamtlich und nebenamtlich an­ damit die dringendsten Notstände beseitigt. Wenn gestellten Lehrern stattfand, die darauf hinausging, zu Sie die Vorlage heute vertagen wollten, würden erklären, ob die Räume für die Zwecke des Unterrichts Sie diese Notstände natürlich weiter bestehen lassen. genügen oder irgend welche Mängel aufweisen. Diese Zugleich aber habe ich weiter den Auftrag von Rundfrage — ich glaube, es ist noch keine 5 Jahre meinen Freunden, an den Magistrat die dringende her — hatte das Ergebnis, baß festgestellt wurde: Bitte zu richten, die übrigen Arbeiten, die sich auf die Räume sind durchaus brauchbar, schwere Uebel­ die Reorganisation unseres gesamten Forbildungs- stände sind nicht vorhanden, geringere lassen sich schulwesens beziehen, soviel als möglich zu beschleuni­ leicht abstellen. Meine Herren, es wäre wunderbar, gen. W ir verkennen nicht, daß diese Fragen im Zu­ daß heute die Grundsätze mit einem Schlage über sammenhang Behandelt werden müssen, da die eine den Haufen geworfen werden sollten, die erst vor in der andern hängt. Aber w ir meinen — und nach 5 Jahren als richtig anerkannt worden sind. Das den Ausführungen des Herrn Magistratsvertreters Schulhorts ist ja kaum lO Jahre alt; sollte in so kurzer habe ich die Hoffnung, daß auch der Magistrat Zeit alles das über den Haufen geworfen werden dieser Erkenntnis ist — : die Erledigung dieser Frage müssen, was damals gültig war? Ich weiß, daß muß einmal in den Brennpunkt der städtischen Arbeit in bezug auf die — gerückt werden, damit w ir möglichst bald zu Vor­ schlägen kommen, die eine Besserung nach jeder Borsteher-Stellv. Dr. Hubatsch (unterbrechend): Richtung herbeiführen. Ich glaube, die Stadtver­ Herr Kollege, ich bitte Sie, sich doch an die Sache zu
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