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Periodical volume 30. Oktober 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

382 Sitzung vom 3 >. Oktober 1912
Sitzung von Magistrat und Stadtverordneten behufs um sich von dem Lärm und der Fröhlichkeit der Kin­
Wahl eines Vertreters und eines Ersatzmannes zur der zu erholen. Ich meine daher, daß es wünschens­
Verbandsversammlung des Verbandes Groß-Berlin wert und dankenswert wäre, wenn der Magistrat 
zu leiten. Im  Anschluß an diese Wahl würde ich die dieser Anregung näher treten und vielleicht die Mög­
Wahl des Bürgermeisters vornehmen lassen. lichkeit finden könnte, im nächsten Etat eine ent­
sprechende Summe für den Bau einer Baracke für die 
(Die Sitzung wird um 7 Uhr 50 Minuten unter­ Lehrer von uns anzufordern. Ich glaube, daß bier 
brochen und um 7 Uhr 53 Minuten wieder aufge­ in der Stadtverordnetenversammlung gegen die Be­
nommen.) willigung einer so kleinen Summe wohl nichts ein­
zuwenden sein würde.
Wir schreiten jetzt zu
Stadtschulrat Dr. Renfert: Ich bin dem Herrn 
Punkt 12 der Tagesordnung: Stadtverordneten für seine Anregung sehr dankbar. 
Der Magistrat wird dieselbe in Erwägung ziehen. 
Wahl eines besoldeten Beigeordneten (zweiten Bür­ Ich möchte hinzufügen, daß auch ich aus Lehrer­
germeisters) auf die Amtsdauer von 12 Jahren. kreisen schon wiederholt einen derartigen Wunsch ge­
hört habe. Es ist in allen übrigen Schulen tatsächlich 
Ich ernenne zu Wahlaufsehern die beiden Bei­ so, daß die Lehrer und Lehrerinnen, falls sie durch 
sitzer Herren Ruß uud Dunck. Die Wahl erfolgt nach ihr Amt stark angestrengt sind oder sich nicht ganz 
§ 32 der Städteordnung, der lautet: wohl fühlen, Gelegenheit finden, sich ein wenig zu­
Für jedes zu wählende Mitglied wird beson­ rückzuziehen. Wir werden sehen, ob sich die Anregung 
ders abgestimmt. Die Wahl erfolgt durch nicht bei der nächsten Etatsaufstellung verwirklichen 
Stimmzettel. Wird die absolute Stimmen­ läßt.
mehrheit bei der Abstimmung nicht erreicht, so 
werden diejenigen vier Personen, auf welche die (Die Versammlung beschließt nach dem Antrage 
meisten Stimmen gefallen sind, auf eine engere des Magistrats, wie folgt: \.
Wahl gebracht. Wird auch hierdurch die abso­ Der Verwendung von 750 dt, die von den 
lute Stimmenmehrheit nicht erreicht, so findet bewilligten Mitteln für den Ausbau der Wald­
unter denjenigen zwei Personen, welche bei der schule noch verfügbar sind, für die Erweiterung 
zweiten Abstimmung die meisten Stimmen er­ der Schlafbaracke wird zugestimmt.)
halten haben, eine engere Wahl statt. Bei 
Stimmengleichheit entscheidet das Los. Borsteher Kaufmann: Punkt 7 der Tagesord­
Ich bitte die Herren Kollegen, die ausgelegten nung:
Stimmzettel zu benutzen. Haben Me Herren die 
Stimmzettel auf den Plätzen? — Dann bitte ich die Vorlage betr. Anlage des Vorgartens vor dem Grund­
Stimmzettel auszufüllen und sie dem einsammelnden stück Berliner Str. 10/12. — Drucksache 267.
Boten in die Urne zu legen.
(Die Versammlung beschließt nach dem Antrage 
(Die Wahl erfolgt. Das Ergebnis wird ermittelt.) des Magistrats, wie folgt:
Für die Anlage des Vorgartens vor dem 
Meine Herren, es sind insgesamt 68 Stimmen Dienstgebäude des Oberversicherungsamtes 
abgegeben worden. Darunter befand sich ein weißer Groß-Berlin längs des Charlottenburger Ufers 
Zettel: nach unserer Geschäftsordnung bleiben danach werden 1617,41 dt aus dem Dispositions­
67 gültige • Stimmen übrig. Davon hat Herr Stadt­ fonds nachbewilligt.)
syndikus Dr. Maier 66 Stimmen erhalten, eine 
Stimme ist vereinzelt abgegeben worden. Demnach Punkt 8 der Tagesordnung:
ist Herr Stadtsyndikus Dr. Adolf Maier zum besol­
deten Beigeordneten (zweiten Bürgermeister) ge­ Vorlage betr. Beschaffung einer Akkumulatoren­
wählt. batterie für die Zentraluhrenanlage. — Druck­
W ir fahren in der Tagesordnung fort: sache 268.
Punkt 6 der Tagesordnung: (Die Versammlung beschließt nach dem Antrage 
des Magistrats, wie folgt:
Vorlage betr. Erweiterung der Schlafbaracke der Für die Beschaffung einer zweiten Akku­
Waldschule. — Drucksache 266. mulatorenbatterie für die Zentraluhrenanlage 
werden 1500 dt aus dem Dispositionsfonds 
Stadtv. Erdmannsdörffer: Meine Herren! bewilligt.)
Diese Vorlage wird wohl keinem Widerspruch in der 
Versammlung begegnen. Ich wollte bei dieser Ge­ Punkt 9 der Tagesordnung:
legenheit nur einem Wunsche Ausdruck geben, der mir 
in diesem Sommer aus der Waldschule unterbreitet Vorlage betr. Beitrag an den Vaterländischen 
worden ist. Man empfindet es nämlich dort als Frauenverein für die Zweigstelle der Volksküche, v -
schmerzlich, daß für die Lehrerschaft keine Möglichkeit Drucksache 269.
vorhanden ist, sich einmal zurückziehen und der 
Erholung oder dem Studium eines Buches widmen Stadtv. Scheel: Meine Herren! Meine Freunde 
zu können. Da die Tätigkeit unserer Lehrer dort und ich sind der Meinung, daß ein Widerspruch gegen 
zweifellos anzuerkennen ist, wird man auch ohne diese Vorlage unter keinen Umständen geltend ge­
weiteres zugeben müssen, daß es im Laufe eines macht werden kann. Die Ansicht meiner Freunde 
langen Tages wünschenswert ist, wenn die Lehrer die geht sogar dahin, daß, wenn es nötig wäre, noch mehr 
Möglichkeit haben, sich einmal zurückziehen zu können, Gelder bewilligt werden müßten, und zwar deshalb,
        
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