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Periodical volume 17. Januar 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

Sitzung vom 1 !. Januar 1912 27
Im  übrigen habe ich im Namen meiner Freunde Punkt 11 der Tagesordnung:
nur die Erklärung abzugeben, daß w ir der Vorlage 
des Magistrats gern zustimmen. Mitteilung betr. .Krematorium. — Drucksache 12.
(Bravo!) (Die Beratung wird eröffnet.)
Stadtv. Dr. Stadthagcn: Meine Herren! Auch Stadtv. Vogel: Meine Herren, gegen die M it ­teilung haben auch w ir nichts einzuwenden; aber w ir 
meine Freunde stimmen der Vorlage durchaus zu vermissen, daß in dieser Mitteilung gar kein Bezug 
und würden das auch getan haben, wenn der Herr aus einen Beschluß genommen wird, den diese Ver­
Stadtschulrat nicht die weiteren Erläuterungen gege­ sammlung früher einstimmig gefaßt hat, nämlich aus 
ben hätte; denn w ir haben das Vertrauen zum Magi­
strat, daß er nur eine geeignete Festschrift in einem die Errichtung eines K o m m u n a l f r i e d h o f s .  Es ist ja vorauszusehen, daß, wenn erst die Leichen­
solchen Falle zur Verteilung gelangen lassen wird. verbrennung eingeführt sein wird, die Benutzung der 
Friedhöfe allmählich geringer werden wird. I n  ab­
(Sachen bei den Sozialdemokraten.) sehbarer Zeit wird sie aber nicht ganz schwinden, und 
deshalb ist es durchaus notwendig, daß der Magistrat 
(Die Beratung wird geschlossen. Die Versamm­ die übernommene Verpflichtung erfüllt und sich um 
lung beschließt mit großer Mehrheit nach dem An­ die Errichtung, eines Friedhofs bemüht. Zunächst 
trage des Magistrats, wie folgt: habe ich sehr vermißt, das; die Tiefbauverwaltung sich 
Anläßlich der 200. Wiederkehr des Geburts­ gar nicht dazu geäußert hat, welche städtischen Grund­
tages Königs Friedrich des Großen werden stücke zur Errichtung eines Kommunalfriedhofes ge­
zur Verteilung von Festschriften an Schüler eignet wären. Auf Ersuchen sind einige Grundstücke 
und Schülerinnen derjenigen städtischen in der Jungfernheide angegeben worden, die vielleicht 
Schulen, welche der Schuldeputation unter­ nicht geeignet sind; w ir haben aber doch noch andere, 
stehen, 2500 J l aus dem Dispositionsfonds die sich vielleicht recht gut eignen würden, und nicht 
bewilligt.) bloß in der Jungfernheide. Z. B. ist das Grundstück 
gegenüber dem Bahnhof Heerstraße sehr hoch und 
Vorsteher-Stellv. Dr. Hubatsch: Punkt 6 ist trocken gelegen und auch der Größe nach gewiß ge­
schon vorhin erledigt. W ir kommen zu Punkt 7: eignet — dort, wo die Oldenburger Allee projektiert ist und gute Verbindung wäre. Die Grundstücke 
müssen von der Tiefbaudeputalion untersucht werden, 
Borlagc betr. Bereitstellung von Mitteln zur Weiter­ dann können w ir darüber ein maßgebendes Urteil 
führung der Arbeiten des Ausschusses für Groß- hären. M it Stahnsdorf dürfen w ir uns nicht be­
Berlin. —  Drucksache 8. gnügen. Herr Kollege Bollmann ist ja heute nicht hier; 
er hat sonst ausführlich immer auf die Mißstände und 
(Die Beratung wird eröffnet und geschlossen. Schwierigkeiten hingewiesen, die mit der Benutzung 
Die Versammlung beschließt nach dem Antrage des des Friedhofs in Stahnsdorf für die Charlottenbur­
Magistrats, wie folgt: ger verbunden sind. Das ist besonders der Fall für 
Die Versammlung nimmt Kenntnis von dem die Angehörigen anderer Religionsgesellschaften oder 
Antrag des Ausschusses für Groß-Berlin be­ für Dissidenten: die werden geradezu behandelt wie 
treffend Bereitstellung von M itteln zur Be­ Menschen zweiter Klasse.
streitung der durch Weiterführung seiner Ar­
beiten entstehenden Kosten und bewilligt den Vorsteher-Stellv. Dr. Hubatsch (unterbrechend): 
auf die Stadt Charlottenburg für 1911 ent­ Herr Kollege Vogel, ich mache Sie darauf aufmerksam, 
fallenden Anteil von 1250,69 J l aus dem daß zur Beratung steht die Mitteilung betreffend 
Dispositionsfonds. Für 1912 ist ein gleicher Krematorium. Ich habe Sie vorhin nicht unterbrechen 
Betrag in den Straßenbauetat einzustellen.) wollen, weil die Frage des Gemeindefriedhofs in ge­
wissem Zusammhang dazu steht. Ich bitte Sie aber 
Punkt 8 der Tagesordnung: doch, nicht in der Breite weiter fortzufahren, sondern sich an das Thema zu halten: Krematorium.
Vorlage betr. Bauarbciten im Hause Lützower Stadtv. Vogel: Dann w ill ich mich kurz fassen 
Straße 9. — Drucksache 9. und den Wunsch aussprechen, daß die Tiefbauverwal­
tung sich darüber informieren und uns dann M it­
(Die Beratung wird eröffnet und geschlossen. teilungen machen möge, natürlich auch der Magistrat 
Die Versammlung beschließt nach dem Antrage des im ganzen, damit die Friedhofsangelegenheit nicht 
Magistrats, wie folgt: ins Hintertreffen gerät.
Für bauliche Umänderungen im städtischen 
Hause Lützower Straße 9 werden 20 000 Jl Bürgermeister Matting: Meine Herren, da die 
aus dem Dispositionsfonds bewilligt.) Angelegenheit des Iommunalsriedhofs tatsächlich nur 
in einem sehr losen Zusammenhange mit der Vorlage 
Punkt 9 ist vorhin erledigt worden. W ir kom­ steht, so kann ich mich, glaube ich, darauf beschränken, 
men zu Punkt 10: zu erklären, daß die Schwierigkeiten seiner Er­schaffung, wie schon wiederholt hervorgehoben ist, in 
der Schwierigkeit des Erwerbs eines geeigneten 
Mitteilung betr. Rechnungslegung der Lehrer- Grundstücks liegen. Diese Schwierigkeiten sind nicht 
Witwen- und Waisenkasse für 1910. — Drucksache 11. zu beseitigen durch bloße Unternehmungen des Grund 
und Bodens durch die Tiefbaudeputalion; sie liegen 
(Die Beratung wird eröffnet und geschlossen. auf ganz anderm Gebiete, wie auch schon verschiedent­
Die Versammlung nimmt Kenntnis.) lich hier erörtert worden ist. Soweit aber der Gegen-
        
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