Path:
Periodical volume 18. September 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

Sitzung vom 18. Seplcmbcr 1912 349
landzentrale nur rund 9000 Jl. Dabei würde auch rischen Anlagen zu versehen. T ie  Parkdeputanon hat 
noch — fügt der Magistrat in  seinen Erläuterungen in Gemeinschaft m it der Hochbaudepumtion Plane 
in  den Akten wenigstens hinzu —  die Akkumulatoren­ entworfen, .die hier im Saale an der Wand aushängen, 
anlage m it 10 000 JL gespart. I n  dieser Beziehung und hat die Anlage derartig gestaltet, daß vier in sich 
könnte man allerdings zweifelhaft sein. Die Akkumu­ abgeschlossene kleine Gartenanlagen gebildet werden. 
latorenanlage im Betrage von 10 000 Jt war seiner­ Die einzelnen Gärten sollen jeder einen besonderen 
zeit gedacht, um eine Sicherung für die Fälle zu Charakter tragen, so unter andern als Rosengarten. 
bieten, wo der elektrische Strom von der Leitung ver­ Blumen- und Staudengarlen uno sogenannten Jm - 
sagen würde. Das kann natürlich auch bei der Ueber- mergriinganen, der aber zur definitiven Anlegung 
landzentrale passieren; es ist aber doch eine gewisse erst gelangen kann, nachdem der weiter östlich gelegene 
Sicherung zu eiwarten, denn die Ueberlandzentrale Teil ebenfalls bebaut worden ist. Die Kosten für 
Ofthavelland hat m it dem Märkischen Elektrizitäts­ diese Anlage belaufen sich auf 17 500 J l . Sie setzen 
werk, was S ic nicht in der Vorlage finden, eine Ver­ sich zusammen aus den verschiedenen Positionen für 
einbarung getroffen oder steht wenigstens im Begriff, Anlegung der Wege, der Rasenbepflanzung, der Be­
eine solche zu treffen, daß bei vorkommenden Fällen schaffung von Bäumen und dergleichen.
von Störung der eine wie der andere dem zweiten Meine Herren, die Anlage ist dringend notwen­
Kontrahenten aushilft; und zwar wird zu diesem dig. Die Gärten sollen hauptsächlich dem Zwecke 
Zweck eine Verbindungsstation in der Nähe von dienen, den Leichtkranken Gelegenheit zu geben, sich 
Landsberg errichtet. Diese Sicherung würde uns ja im Grünen zu ergehen. Ich möchte Sie daher bitten, 
auch zugute kommen, und lediglich in dem Falle, daß dieser Vorlage ohne Ausschußberatung zuzustimmen.
eine Störung direkt unmittelbar in der Nähe der 
Anlage entstände, würde diese Sicherung versagen. Stadtv. Jastrow: Meine Herren! T ie  große 
Demgegenüber muß noch betont werden, daß eine Mehrheit meiner Freunde hat doch Bedenken gegen 
Akkumulatorenanlage auch durchaus keine dauernde die Höhe des Betrages, der hier in der Vorlage ver­
Sicherung gibt, wenn sie nicht immer neu geladen langt wird, neben den 3750 JL, die schon früher be­
wird. Das häufige Laden der Akkumulatoren würde w illig t worden sind. Im  großen und ganzen handelt 
auch ziemlich teuer werden. M an kann sich also bei es sich darum, den Leichtkranken Gelegenheit zu geben, 
dieser Sicherung, die jetzt in Aussicht steht, beruhigen. sich im Grünen zu ergehen, und w ir sind der Meinung, 
Meine Herren, was den gesamten Vertrag an­ daß dies doch wohl auf billigerem Wege zustande ge­
langt, so ist er m it großer Sorgfalt ausgearbeitet. bracht werden kann. Außerdem liegt auch noch die 
Ich habe aus den Akten ersehen, daß es nach ver­ Möglichkeit vor, daß die Bewilligung dieses Betrages 
schiedenen Richtungen dem Magistrat gelungen ist, Veranlassung geben könnte, auch in anderen Teilen 
Verbesserungen gegen die ersten Vorschläge der Ueber- des Krankenhauses kostspielige Anlagen von Anpflan­
landzentrale zu erreichen, sowohl lvas die Kosten­ zungen zu machen, und deshalb sind w ir der Ansicht, daß die Vorlage in einem Ausschusse gründlich er­
verhältnisse als auch was die ganze Stellung der 
Stadt gegenüber der Ueberlandzentrale anlangt. Der örtert werden muß. Ich beantrage daher einen Aus­
Hauptparagraph ist ja derjenige, der von den Kosten schuß von 11 Mitgliedern.
spricht, das ist der § 8. Daraus ersehen Sie, daß bis Stadtbaurat Sceling: Meine Herren! Wenn
zu 40 000 kg Watt pro Kilowattstunde 1 5  H genom­ ich auch nicht gerade gegen den Ausschußantrag 
men w ird; für die weitere Entnahme würden nur noch sprechen w ill, so möchte ich Sie doch bitten, im I n ­
13 H berechnet werden. Die Dauer des Vertrages teresse der Dringlichkeit der Sache zu erwägen, ob es 
ist aus 12 Jahre vorgesehen, d. h. bis zum 1. Januar nicht doch möglich ist, ohne Ausschußantrag darüber 
1926. Auch in dieser Hinsicht hat der Magistrat eine hinwegzukommen. Die Anlage ist insofern sehr kom­
wesentliche Verbesserung erreicht, indem die Ueberland­ pliziert, als, wie Sie wissen, der ganze obere Teil des 
zentrale uns zuerst auf viel längere Zeit hinaus alten Krankenhauses sehr hoch liegt, während der an­
binden wollte. Ich kann Ihnen unter diesen Um­ dere Teil tief liegt. Zwischen den beiden Leicht­
ständen nur die Annahme des Vertrages empfehlen, krankenhäusern war schon früher beim Vorprojekt eine 
auch ohne Ausschußberatung. Gartenanlage vorgesehen. Es kam aber darauf an, 
in möglichst knappem Rahmen zu bleiben, und so 
(Die Versammlung beschließt nach dem Antrage wurde damals gesagt: w ir können auch die M itte l­
des Magistrats, wie folgt: promenade einrichten, wenn w ir den linken seitlichen 
Dem abgedruckten Vertragsentwurf über Teil später bebauen. Nach der Herstellung der beiden 
Lieferung der elektrischen Energie fü r das Leichtkrankenhäuser stellte es sich jedoch heraus, daß 
„Waldhaus Charlottenburg" in Sommerfeld das Oedland, das vor diesen Häusern liegt und nach 
seitens der Brandenburgischen Kreis-Elektri­ der linken Seite hinübergeht, einen sehr schlechten 
zitätswerke G. m. b. H. wird zugestimmt.) Eindruck macht, so daß es geraten ist, jetzt gleich schon 
die Anlage zu erweitern. Auf dem Plane dort sehen 
Vorsteher-Stellv. Dr. Hubatsch: Punkt 7 der Sie im untern Teil die obere Terrasse. Von dort 
Tagesordnung: aus führen jetzt ziemlich prim itive Wege zu dem 
untern Teil, die unter Umständen doch gemacht wer­
Vorlage betr. gärtnerische Anlagen vor den Leicht­ den müssen. Wenn w ir jetzt nicht an die Sache heran­
krankenhäusern auf dem Krankenhausgrundstück in gehen, würde dort eine große Sanddüne bleiben, die 
Westend. —  Drucksache 247. den in den Leichtkrankenhäusern befindlichen Patien­
ten eine starke Staubbelästigung eintragen und außer­
Berichterstatter Stadtv. Wils: Meine Herren! dem die Möglichkeit zum Spazierengehen sehr be­
Nachdem nunmehr die beiden Gebäude für die Leicht- schränken würde.
kranken im Gelände des Krankenhausgrundstücks in W ir haben nach allen Richtungen hin und her 
Westend fertiggestellt sind, hat sich die Notwendigkeit erwogen, in  beiden Deputationen, ob es nicht möglich 
ergeben, den Platz vor den Gebäuden sowie auch den ist, billiger wegzukommen, w ir haben mehrfach über 
Platz nördlich der großen Futtermauer m it gärtne- den Kostenpunkt eingehend beraten, und auch zu dem
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.