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Periodical volume 18. September 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

342 Sitzung Dom 18. September 191-2
nehme keinen Anstand, hier zu erklären, daß  auch Uebertrag  85 ,00  °/o 
unser S ta d to b e rh a u p t ,  H err  O berbürgerm eister entstehen S tö ru n g e n .  Auch das  ist auf  eine 
Schustehrus, sich vor ein oder zwei J a h r e n  einmal mangelhafte In s t a l l a t i o n  zurückzuführen. 
über die mangelnde G ü te  des Gases beklagt hat. W ir  Truckmängel in der inneren  L eitung  . . 8,5 %
haben ihm den Nachweis erbringen können, daß  seine W enn  die J n n e n le i tu n g e n  m it  all diesem 
G askrone nicht in O rd n u n g  gewesen ist. Nachdem er Zeug, d a s  ich hier kursieren lasse, verstopft 
sie hat in O rd n u n g  bringen  lassen, b renn t  d a s  G a s  sind, d a n n  ist es ganz selbstverständlich, 
wieder gut. d aß  kein G aS hindurchgehen kann. —  W as­
I m  A nsang  dieses J a h r e s  ging eine Beschwerde ser in den P r iv a t le i tu n g e n  . . . . .  2,5 % ,
ein, die von 45 B ü rg e rn  unterschrieben w ar.  I n  auch auf  schlechte V erlegung  zurückzuführen.
einer gemeinschaftlichen P e t i t io n  wurden  alle mög­ Gasmesser ü b e r l a s t e t ................... ....  . 2 ,00  %
lichen Klagen über die schlechte Beschaffenheit des M e in e  H erren , der K onsum en t  meldet 
G ases  vorgebracht. W ir  sind der Sache ganz genau bei u n s ,  daß er einen Gasmesser aufge­
auf  den G ru n d  gegangen und haben durch einen R e ­ stellt haben will, und  er gibt u n s  den unge­
vierinspektor, der speziell m i t  der P r ü f u n g  dieser B e ­ fähren K onsum  an. I m  Laufe der J a h r e  
schwerden beschäftigt w ird, sorgfältige E rm i t t lu n g e n  werden weitere K ro n e n ,  angeschlossen oder 
anstellen lassen. Und w as  w a r  d as  R e s u l ta t?  D ie  es w ird  m it  G a s  gekocht: eine M eldu ng  
Beschwerden w aren  fast durchweg grund los ,  d. H. die nach dem R ev ier  erfolgt nicht. D ie  Folge 
G a sans ta l t  t ra f  keine Schuld. A n  34 Le i tungen  sind davon ist, daß  der Gasmesser überlastet 
141 M ä n g e l  gefunden worden, und  diese M ä n g e l  ist und  natürlich  nicht genügend funk­
habe» sich in  folgender Weise verte ilt : t ion ier t .  W ü rd e  eine M e ld u n g  erfolgen, 
D ie  Düse verschmutzt 50  % ,  d a s  macht au f  die w ürden  w ir  sofort den Gasmesser a u s ­
A nzah l der M ä n g e l 21,5 % , wechseln und  einen anderen hinstellen.
Glühkörperdefekt 45 % ,  d as  macht auf die Kocher v e r s c h m u t z t ... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,25 %
A nzah l der M ä n g e l  . . . . . . .  19,00 % , d a rau f  zurückzuführen, daß die Kocher 
die P r iv a t le i tu n g e n  zu schwach angelegt . 16,00 % . nicht in O rd n u n g  gehalten werden—  und 
M e in e  H erren , die Elektrizitätswerke schließlich: I n  der Z u le i tu n g  N a p h th a l in ­
sind in dieser Beziehung  wesentlich gün­ satz .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .... 0,75 „ 
stiger gestellt a ls  die G asans ta lten !  eine 100,00 %
I n s ta l la t io n  im  I n n e r n  eines H auses darf  D a s  ist ein P u n k t ,  auf  den der H e r r  Berich t­
nicht jeder I n s ta l la te u r  machen, sondern erstatter hingewiesen hat. D ie  N ap h th a l inb i ld un g  ist 
n u r  derjenige, der hierzu besonders zuge­ ein sehr mißliches D in g  bei der P ro d u k t io n  von G a s .  
lassen wird. E in e  G as in s ta l la t ion  kann W i r  suchen dem Uebelstande, so g u t  es geht, beizu­
jeder anlegen. D a ß  in  G ro ß -B e r l in  die kommen. E i n  gu tes  M i t te l ,  um  diese B i ld u n g  zu 
B a u te n  nicht im m er  m it  allzu großer beseitigen, ist die K üh lu ng  des Gases, und  das  wird  
S o r g f a l t  au sgeführt  werden, ist wohl be­ so sorgsam wie n u r  irgend möglich gemacht. Trotz 
kannt. E in  großer T e i l  der B a u u n te r ­ alledem wird nicht im m er der Zweck vollkommen er­
nehm er sucht möglichst billig zu bauen ;  er reicht, und N aphthalinausscheidungen  bilden sich auch 
vergibt die Verlegung  der L e i tung  nicht später in  den R ohrle i tun gen .  W i r  haben im  letzten 
a n  denjenigen, der ihm d a s  beste und zu­ J a h r e  einen Naphthalinwäscher angeschafft. W i r  
verlässigste, sondern an  denjenigen, 'der haben lange d am it  gezögert, che w ir  ihn anschafften, 
ihm d a s  billigste P ro jek t  vorlegt. D e r  weil die Ansichten der Gelehrten  darüb e r  au se in a n d e r­
U nternehm er,  der den billigsten P r e i s  gingen, ob m a n  d am it  auch den Zweck erreichen würde. 
macht, sucht wieder diesen P r e i s  dadurch W ir  sind aber doch zu der Ueberzeugung gekommen, 
fü r  sich günstig zu gestalten, daß er an daß es g u t  sein w ürde , w enn w ir  einen solchen 
allen Ecken und  E nden  spart und  so auch Naphthalinwäscher einrichteten. D a s  haben w ir  ge­
an  der D im ension ierung  der R o h r le i tu n ­ tan . E in e  wesentliche Besserung ist aber nicht einge­
gen. S o  ergibt sich denn, daß  bei 16 %  treten. W i r  können aber nicht behaupten, daß diese 
der vorgenannten  B em ängelungen  zu ge­ N aphthalinvcrs topfungen  etwa bei u n s  in einem er­
r inge L eitungen  sich herausgestellt haben. heblich größeren M a ß e  auftre ten  a ls  wo anders .  B e i  
R os t  in  der L e i tun g  ha t  sich eben­ plötzlichen V eränderungen  der T em p era tu ren  werden 
falls b e i ... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16,00 % sich im m er N aphthalinausschcidungen  ergeben. N a t ü r ­
ergeben. I c h  bin in  der Lage, I h n e n  hier lich wirken bei schlecht gelegten ungenügenden  L e i tu n ­
einzelne P ro b e n  vorzuzeigen von den' U n ­ gen in den H äusern  diese N aphthalinvers topfungen  
reinheiten , die sich bei der Revision im  ungünstiger  a l s  bei o rd n u n g sm ä ß ig  angelegten L e i­
I n n e r n  der L eitungen  gefunden haben. tun ge n ;  denn schon die geringste Verstopfung bei 
E s  w ar  alles mögliche d a r in :  B le i  und einem ungenügend  verlegten R o h r  macht sich störend 
F i r n i s ,  zurückzuführen auf schlechte, u n ­ bemerkbar.
saubere In s ta l la t io n ,  M enn ige , a u s  dem­ I n  dieser bildlichen D ars te llung  hier können S i e  
selben G ru nd e ,  d ann  wieder F i r n i s ,  koh­ die A nzah l  der M ä n g e l  erkennen. Dieser kleine rote 
lensaurer Kalk und  vieles andere  mehr. P u n k t  auf  dieser Zeichnung ist au f  das  K on to  der 
I c h  lege diese Gegenstände auf den Tisch G a s a n s ta l t  zu setzen, w ährend für  alle anderen M ä n g e l  
des H auses  und bitte, sie kursieren zu die G a s a n s ta l t  nicht z u r  V e ra n tw o r tu n g  gezogen w er­
lassen. —  W eite r :  P r iv a t le i tu n g e n  ohne den kann. I c h  glaube also, meine H erren, daß  S i e  
Gefälle v e r l e g t .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12,5 % nach den Erk lä rungen , die ich I h n e n  gegeben habe, 
W enn  die L eitungen  nicht o rd nu ng sm äß ig  beruhigt sein können.
verlegt sind, so bilden sich Wassersäcke. Noch ein Um stand m ag vielleicht dazu beitragen, 
Selbstverständlich kann dann  d as  G a s  die M e in u n g  aufkommen zu lassen, daß  d a s  G a s  u n ­
nicht genügend durchdringen, und  dadurch_ _ _ _ _ _ _ _ ruh ig  b renn t  und  die Druckverhältnisse nicht a u s ­
85,00  % reichend sind. D a s  h äng t  m i t  unserer F e rn z ü n d u n g
        
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