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Periodical volume 4. September 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

324 Sitzung vom 4. September 1912
scheinen, wenn m an sich aus den Z irkularen des Ver­ W enn auch in zunehmendem M aße das Auto den 
bandes davon überzeugt, daß seinem P räsid ium  und Pferdebestand der Großstädte herabm indert, so bleibt 
V orstand Nam en wie Henkel von Donnersmarck ange­ doch im m erhin ein ganz außerordentlich starkes 
hören, außer verschiedenen P rinzen  und Königlichen Interesse auch für die großstädtische Bevölkerung an 
Hoheiten weiter die reichsten Herzöge und Fürsten in der Aufzucht eines gesunden kräftigen Widerstands­
P reußen  sowie eine ganze Anzahl von Persönlich­ und leistungsfähigen P ferdem ateria ls bestehen. Und 
keiten aus dem Hochadel und dem Bürgerstand, die wenn m an annehmen darf —  ich glaube, das ohne 
allgemein a ls  M illionäre  und M ultim illionäre  be- weiteres vertreten zu dürfen —> daß das Deutsche 
bekannt sind. Halbblut und dessen Aufzucht fü r die großstädtische 
Bevölkerung sowohl wie für die landwirtschaftliche 
(H ört, hört!) von W ert ist, so liegt für u ns schon darin  eine V er­
Bei dieser Sachlage erscheint m ir die Ausgabe auch anlassung, diese Bestrebungen zu unterstützen.
Jl E s  kommt aber noch ein näherliegender G rund von 500  unangebracht und ungerechtfertigt. Ich  hinzu: das ist der einer gewissen R epräsentation, die 
bitte S ie  deshalb, die Vorlage abzulehnen. der H err S tad tv . Dr. F la ta u  verm ißt. M eine Herren, 
(B ravo!) wenn dieser allgemeine G rund nicht maßgebend und ausschlaggebend ist, so besteht doch die Tatsache, daß 
Stadtv. Dr. Liepmann: M eine Herren! Auch diese V eranstaltung auf der G runew aldrennbahn, 
meine F rak tion  schließt sich dem A blehnungsantrage also in unserer allernächsten Nähe und gewissermaßen 
an. I m  großen und ganzen sind für u ns die S p a r ­ auch un ter unseren Auspizien stattfindet. W ir haben 
samkeitsgründe maßgebend, die eben der H err Redner bei vielen anderen Gelegenheiten —  denken S ie  
der liberalen F raktion  angeführt hat. Jedoch glaube an Obstausstellungen, Federviehausstellungen oder 
ich nicht, daß so geringe Chancen für eine vermehrte Ausstellungen ähnlicher9trt —  abgesehen von dem all­
Aufzucht von Halbblutpferden in Deutschland vor­ gemeinen nationalen Interesse ein unm ittelbares I n ­
handen sind, wie der H err V orredner meint, und daß teresse unserer S ta d t  anerkannt, wenn eine solche 
seine geäußerten Bedenken über die Zweckmäßigkeit V eranstaltung in den M auern  unse rer. S ta d t  statt­
einer S te igerung  der inländischen P roduktion  durch­ fand. N un  bietet unsere S ta d t  in  ihren M auern  
schlagend sind. Auch hier sollte der Schutz der ja keine Gelegenheit zu einer derartig sportlichen 
nationalen  Arbeit für u ns mitsprechen. Ganz be­ V eranstaltung; aber die G runew aldrennbahn ist 
sonders aber möchte ich der M einung entgegentreten, etwas, w as w ir nach den A usführungen des H errn  
daß für unser Votum  die G ründe maßgebend sind, S ta d tv . Dr. F la ta u  im m erhin, sagen w ir einm al, als 
die der H err R edner der sozialdemokratischen m it unserer V erw altung verknüpft ansehen dürfen.
F rak tion  ausgeführt hat. M eine Herren, die hart A us diesen beiden Gesichtspunkten begründet 
arbeitende ländliche Bevölkerung hat ebensowohl das sich jedenfalls die Vorlage des M agistrats, und ich 
Recht auf Berücksichtigung seitens des S ta a te s  wie möchte sie deshalb nicht unverteidigt in  diesem S aa le  
die städtische und die großstädtische, und w ir können lassen.
es nicht für richtig und zulässig halten, wenn in D aß  ich den A usführungen des H errn  S tad tv . 
solchen Ausdrücken, wie es geschehen ist, von Leuten S tu lz  nicht zustimmen kann, das möchte ich hier 
geredet ist, die sich der schwierigen Aufgabe widmen, natürlich noch ganz besonders betonen.
'u n s  m it den notwendigen N atu ra lien  zu versehen. 
Ich  hielt es fü r meine Pflicht, dies zu erklären, dam it (D ie Versammlung lehnt den A ntrag  des M a ­
m an in der Ö ffentlichkeit nicht glaubt, daß das fast g istrats ab.)
einstimmig ablehnende V otum  der Versammlung Borsteher Kaufmann: W ir gehen dann zu
irgendwie auf eine B eurteilung der ländlichen B e­
völkerung und ihrer Bedürfnisse zurückzuführen ist, P u nk t 5 der T agesordnung über:
wie sie der Redner der sozialdemokratischen F raktion  Vorlage betr. Bestellung ständiger Stellvertreter des 
hier auszusprechen beliebt hat. Vorsitzenden des Versicherungsamtes. —  Druck­
sache 229.
Bürgermeister M atting: M eine Herren! Ich 
habe bei dem Beschluß des M ag istra ts nicht mitge­ (D ie Versam mlung erhebt gegen die Bestellung
wirkt und kann infolgedessen n u r diejenigen Gesichts­ 1. des S ta d tra ts  Boll,
punkte geltend machen, die m ir für die M ag istra ts­ 2. des M ag istra tsra ts  Dr. Landsberger,
vorlage zu sprechen scheinen. Auch der zuständige 3. des Magistratsassessors W im mel
Dezernent des M agistrats ist leider im Augenblick als ständige S tellvertre ter des Vorsitzenden des 
nicht anwesend. Versicherungsamtes keine E inw endung.)
M eine Herren, ich will mich nicht auf eine E r ­
örterung m it H errn  S ta d tv . Dr. F la ta u  darüber P unk t 6 der Tagesordnung:
einlassen, ob die Aufzucht des H albblu ts für die 
deutsche Landwirtschaft von besonderem V orteil ist Vorlage betr. Festsetzung von Fluchtlinien der J o -  
oder nicht. Ich  glaube, diejenigen Herren, die an achimSthaler Straße zwischen Hardenbergstraße und 
der Spitze der Bewegung stehen, werden das ent­ Kurfürstenallee, sowie Umgemeindung einer Straßen- 
schieden besser beurteilen können a ls  lvir. Jedenfa lls landflächc. —  Drucksache 230.
aber haben w ir, ganz abgesehen von dem ganz all­
gemeinen nationalen  S tandpunkt, den H err S tad tv . Berichterstatter Stadtv. Harnisch: M eine
Dr. Liepm ann eben betont hat, auch in  der G roßstadt Herren! S ie  wissen, daß die Jvachim sthaler S tra ß e  
doch sicherlich gemeinsam m it den ländlichen B e­ nach der S e ite  des Zoologischen G artens verbreitert 
völkerungskreisen das Interesse an der Aufzucht eines worden ist. D ie S tra ß e  inacht einen verhältnism äßig 
guten P ferdem aterials. breiteren Eindruck, a ls  sie in  Wirklichkeit ist; das 
kommt daher, daß der am Bahnhof liegende T eil der 
(S e h r  richtig!) S tra ß e  später nicht mehr S tra ß e  bleiben wird.
        
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