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Periodical volume 26. Juni 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

818 S W im aW uv:26. ju iu  IU12
wenig Zusammenhang m it der Belichtungsfrage. T ie Summen dafür bau,lügt — , sollte doch mit Rück­
Temperatur muß mit ganz geringen Mosten herunter­ sicht auf ihre Einwohner sowohl wie auch auf die 
zubringen fein; es sind ganz geringe Anlagen dazu Stellung, die sie nach außen einnimmt und be- 
nötig, und die müssen ausreichen. W ir haben hier ansprumi, gegen totale schreienden Ui'uuiumbe Front 
überall durchbrochene Flächen: darauf kommen ein machen.
paar Ventilatoren; die schaffen das spielend. Das Es ist m ir zwar gesagt worden, daß das Recht der 
dürfte also nicht maßgebend sein für die Frage, ob Stadt, da eine Einrede zu tun, dadurch sehr beschränkt 
Moorelicht oder sonst etivas. Also die Temperatur- sei, daß ein Teil der Gelände m anderem Beptz ig. 
Verhältnisse lassen Sie, bitte, außer Frage. Jedenfalls ist aber — und das ist gerade irt_ der 
letzten Zeit noch geschehen —  bei der von der Stadt 
(Die Versammlung beschließt die Einsetzung bewirkten Umpflasterung des Weges, der von der 
eines Ausschusses von 11 Mitgliedern und wählt zu Westendchausfee nach dem Kirchhof führt, ganz ge­
Ausschußmitgliedern die Ltadv. Brode, Dr. Frank, ringes Pflaster verwendet worden. Ich halte an­
Guttmann, Harnisch, Fachmann, Dr. Liepmann. genommen, daß wenigstens jetzt nach der Richtung 
Ruß. Vogel, Wagner, Wolsfenftein und Zietsch.) hin die Stadt eingreifen und Wandel schaffen würde. 
Ich bedaure, daß der Herr Stadtbaurat für den T ief­
Vorsteher-Stellv. Dr. Hubatsch: Punkt 16 der bau nicht hier ist; aber ich muß die Lache eben hier 
Tagesordnung: endlich mal zur Sprache bringen. Von der anderen 
Seite bei der Epiphanienkirche ist ja jetzt der Zugang 
Vorlage betr. Verpachtung eines Teiles des Ererzier- gesperrt. Im  übrigen ist die Anfahrt auch dort noch 
platzqcländes südlich des Kaiserdamms. —  Truck höchst mangelhaft geblieben. Ich weiß wohl, daß 
sache 209. im Augenblick und in dieser Versammlung bei dieser 
Beratung nicht ohne weiteres Abhilfe und Wandel 
Berichterstatter Stobt». Zietsch: Ich habe der geschaffen werden kann; aber ich möchte doch Tie 
gedruckten Begründung, die der Vorlage beigegeben alle bitten, sowohl die, die ein näheres Herzens- 
worden ist. nichts hinzuzufügen und empfehle die interefse an dem Kirchhof haben, sowie auch alle, 
Annahme der Vorlage. die ein Interesse an dem guten Namen und der Re­
präsentation unserer Stadt nach außen nehmen, da­
(Bravo!) zu mitzuwirken, daß in diesen geradezu beschämenden Zustanden baldigst Wandel geschaffen wird.
Stadlv. Dr. Frank: Meine Herren! Ich möchte Stadtsyndikus Dr. Maier: Meine Herren! Die 
die Gelegenheit dieser Vorlage benutzen, um —  mit Ausführungen des Herrn Stadtv. Frank stehen zwar 
Erlaubnis des Herrn Vorstehers und der Versamm­ nur in sehr losem Zusammenhang m it der Porlgge;
lung —  eine Angelegenheit zur Sprache zu bringen, 
die'nicht nur weite Kreise der Bürgerschaft be­ (Sebr richtig!)
schäftigt, sondern auch bei vielen Verstimmung her- 
vorgerusen hat. Es handelt sich bei dieser Vorlage 
um die Ausgestaltung des Geländes im Süden und trotzdem w ill ich darauf ganz kurz antworten.
im Westen der Stadt. Es ist nun seit langer Zeit Soweit die Stadtgemeinde als Jnteressentin 
— und m it vollem Recht —  über die großen Mängel in Betracht kommt oder als diejenige, die in der Lage 
und Uebelstände geklagt worden, die sich in der Um­ ist, eine Besserung der gerügten Zustände herbeizu­
gebung des Kirchhofs der Luisengemeindc in Westend führen, wird sie es daran nicht fehlen lassen. Sollte 
geltend machen. Ich selbst bin auch persönlich inter­ irgend etwas bis jetzt versäumt worden fein, so wird 
essiert, weil ich dort ein Erbbegräbnis habe, in dem dafür gesorgt werden, daß es nachgeholt wird.
liebe Tote ruhen, muß aber sagen, daß ich sowohl Es handelt sich insbesondere um die Instand­
wie jeder von denen, die öfter den Kirchhof besuchen, haltung des Weges, der vom Spandauer Berg nach 
immer m it gleicher Empörung über die Umgebung dem Friedhof führt. Es ist ein alter Weg, der von 
des Kirchhofs von dort zurückkehre. Wenn Sie sich uns im Jahre 1886 übernommen worden ist. Der 
von Westenb her auf den Kirchhof begeben, dann Weg selbst ist aus Anlaß des Bahnhofes verlegt 
werden Sie finden, daß zunächst auf der rechten worden, und w ir haben ihn nur in der primitiven 
Seite ein Rummelplatz schlimmster Sorte ist, bei Form eines Weges und nicht einer Straße zu unter­
dem die Polizei schon eingegriffen hat, um Ordnung halten. Tenn es ist keine öffentliche städtische Straß?. 
zu schaffen, und dann ist dort noch eine Hundeklinik, W ir werden also immerhin eine Unterhaltung dieses 
die neuerdings noch m it einem großen Schilde de­ Weges nur in einer Form vornehmen können, die 
koriert wurde —  ich bemerke ausdrücklich: erst in zwar eine zweckmäßige und bequeme Kommunikation 
neuester Zeit — ; dieses Schild ist m it einer An­ ermöglicht, aber niemals die Annehmlichkeiten einer 
preisung der Sundeklinik und Hundepension gerade definitiv aufgebauten Straße bietet. Wenn die 
vor dem Eingang des Kirchhofs breit in die Straße Forderung des Herrn Stadtv. Dr. Frank dahin geht, 
gelegt. Auf der andern Seite, von der Epiphanien­ dort einen asphaltierten Zugang zu schaffen, so 
kirche her, sind die Ställe für die Abfuhrgesellschaft, würden w ir dazu nicht in der Lage sein. Dagegen 
und dann kommt, dicht an den Kirchhof angrenzend, sind w ir selbstverständlich bereit, den Weg ange­
eine Kutscherkneipe. Ich glaube nicht, daß irgendwo messen zu unterhalten, d. h. so zu unterhalten, daß eine 
in einer größeren Gemeinde ähnliche Zustände ge­ bequeme, der Sache angemessene Kommunikation 
duldet werden könnten, und eine Stadt wie Char- stattfindet. Dazu sind w ir auch verpflichtet. ^ In s o ­
lottenburg, die in so reichem Maße und in so opu­ fern w ill ich der Anregung des Herrn Stadtv. 
lenter Weise Tausende und Tausende für ästhetische Dr. Frank namens des Magistrats entgegenkommen.
Zwecke auch nach außerhalb belegenen Ortschaften Aus die Ausnutzung der Privatgrundstücke sind 
stiftet —  w ir haben ja heute erst wieder große w ir vollständig einflußlos. Soweit sich die Aus-
        
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