Path:
Periodical volume 26. Juni 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

316 Sitzung Dom 28. Ju n i 1912
und er sollte daher doch wissen, daß die Wahr immerhin beachtenswerter Punkt, jedenfalls ein 
scheinlichteil des Zusammentreffens von Ereignissen Punkt, der auch noch im Ausschuß geprüft werden 
ein Bruch ist, der gewonnen wird durch Multipli könnte.
tation derjenigen Brüche, Ich bitte also die Herren, die nicht etwa unter 
allen Umständen entschlossen sind, alles abzulehnen, 
(erneute Heiterkeit) einer Ausschußberatung zuzustimmen. Ich hoffe, 
daß aus der Ausschußberatung mindestens die Akku­
durch die die Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Er mulatorenbatterie gerettet werden wird, vielleicht 
eignisse dargestellt werden, noch mehr.
(große Heiterkeit und Bravo!) «tadtv. Dr. Frank: Meine Herren! Ich möchte 
auf den technischen Teil in etwas zurückkommen, weil 
daß also die Wahrscheinlichkeit eines derartigen Zu hier auch in den Ausführungen des Herrn Stadtbau- 
sammentreffens von Ereignissen außerordentlich ge rals noch einiges unberücksichtigt geblieben ist. Die 
ring, d. h. daß ein solches Zusammentreffen außer­ Glasdecke, die wir über uns haben, ist aus Kathedral- 
ordentlich unwahrscheinlich ist. Das also würde gegen glas zusammengestellt, einem Glas, das in bezug auf 
die Einhaltung einer Akkumulatorenbatterie sicherlich Durchleuchtungskraft doch etwas geringer ist als das' 
nicht sprechen. Glas, das für Mistbeetfenster benutzt wird. Wenn 
Auch die — witzige möchte ich nicht sagen die Beleuchtung hier über der Decke angebracht wird, 
leichtherzige Hinweisung darauf, daß Magistrat und dann müssen wir überhaupt ein anderes Glasdach 
Stadtverordnete ja immer so erleuchtet sind, daß sie haben.
auch weiter tagen werden, selbst wenn die Beleuch 
tunct versagt — meine Herren, das sind Argumente (Zuruf: Na also!)
die doch nicht sehr ernst ins Gewicht fallen. Wenn 
wirklich einmal die Beleuchtung versagt, dann wird Wenn das Licht durch die jetzige Glasdecke kommt, 
eben das Weitertagen verhindert sein, und wir dann erhalten wir ein sehr unreines und schmutziges
werden uns dann auf die vom Gehirn ausgehenden Licht
Leuchtpunkte nicht verlassen tonnen, (Sehr richtig!)
(Heiterkeit)
und sehr schlechten Beleuchtungseffekt. Ich weiß nicht, 
sondern wahrscheinlich die Sitzung abbrechen müssen. ob sich der Herr Stadtbaurat mal die Decke genau 
angesehen hat. Ich habe mit Glasmalereien ziemlich 
(Zurufe: Wenn schon!) viel zu tun gehabt und kann mir da wohl ein Urteil 
vindizieren. Diese Sache ist jedenfalls nicht voll be­
Deshalb ist es nicht so ohne weiteres von der Hand rücksichtigt worden. Wir müssen oben eine sehr starke 
zu weisen, daß man für den Fall eines Versagens Lichtquelle haben, um überhaupt durchzudringen, und 
der Beleuchtung durch einen Defekt im Elektrizitäts­ elbst wenn wir diese wirken lassen, bekommen wir 
werk einen sich automatisch einschaltenden Ersatz durch sier unten doch nur eine knappe und unklare Be- 
die Akkumulatorenbatterie bekommt, zumal dieser euchtung. Das allein wäre schon für mich ein Grund, 
Ersatz mit einem Aufwande von nur 6000 Jl zu gegen diese Anlage zu stimmen, obwohl ich ein großer 
schaffen ist. Meine Herren, 6000 Jl sind unter Um­ Freund des Moorelichtes bin. Aber wo dasselbe bisher 
ständen ein erheblicher Posten, aber unter Umständen angewandt wurde, ist es nicht für Oberbeleuchtung 
auch ein sehr geringer Posten, und bei dem ganzen angewandt, sondern nur für indirekte seitliche Be­
Bau unseres Rathauses und den Aufwendungen, die leuchtung. Namentlich wird es in Amerika vielfach 
wir für unser Rathaus zu machen haben, kann 'ich oenutzt. Es wäre ganz erwünscht, wenn die Stadt in 
nur sagen: die 6000 Jl für eine solche Akkumu­ irgendeinem Festraume damit einmal versuchsweise 
latorenbatterie können hier nur als ein geringer vorgehen wollte. Nebenbei bemerkt, braucht das 
Posten ins Gewicht fallen. Daher, meine, ich, ist Moorelicht ziemlich viel Elektrizität. Das könnte 
diese Frage doch wohl wert, in einem Ausschuß uns anderen Konsumenten gegenüber als Elektrizitäts­
näher geprüft zu werden. verkäufer ganz angenehm fein;
Ebenso die andere Frage der Oberlichtbe­
leuchtung. Das sind 15 000 JL Ich gebe zu, man (Heiterkeit)
kann mit der Beleuchtung jetzt auch zufrieden sein 
und könnte sagen: die Oberlichtbeleuchtung brauchen aber hier für den Sitzungssaal würde ich entschieden 
wir nicht, wir lehnen diese 15 000 Jl ab und begnügen gegen Moorelicht sein.Es ist auch schon darauf hingewiesen worden, 
uns mit der Akkumulatorenbatterie. Ich für meine daß die weitere Annahme des Herrn Kollegen Zietsch, 
Person bin geneigt, einer solchen Oberlicht­ daß eine wesentliche Verbesserung der Luft und der 
beleuchtung den Vorzug zu geben, namentlich auch 
mit Rücksicht darauf, daß die Temperatur dadurch Temperatur dieses Saales durch die Anlage erzielt würde, unzutreffend ist. Die ganze Wärmeentwick­
zweifellos in dem Saale gewinnen wird. Sicherlich 
kann die Ventilation auch noch auf andere Weise lung, die durch die Lampen bewirkt wird, kann ich hier nicht gleich nachrechnen; aber icf) kann Ihnen 
etwas verbessert werden; aber das bleibt nun einmal nur sagen, daß sie wesentlich geringer ist als bei der 
richtig, daß diese Anzahl von Beleuchtungskörpern, Gasbeleuchtung, und daß, wenn man hier ventilieren 
die wir haben, eine bestimmte Temperatur im Saale wollte, man mit einem ganz kleinen elektrisch betrie­
verbreitet und dazu beitrügt, daß die Temperatur benen Ventilator, der vielleicht 1, 2 PS in der Stunde 
zu Zeiten hoch wird. Wenn das also gemildert wird braucht,
— und das muß durch Verlegung der Beleuchtung 
über die Decke gemildert werden —, so ist das ein (Sehr richtig!)
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.