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Periodical volume 26. Juni 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

314 Sitzung vom •6. Jun i 1912
lassen. Ich  bitte S i e  dringend: verweisen S i e  die sind, sollen doch m it der Zeit  etwas anders  a u s ­
Sache in den Ausschuß. Ablehnen können S i e  die gestaltet werden.
Vorlage im m er noch. Ich  glaube, S ie  werden dazu 
gelangen —  nicht, wie es jetzt beantragt ist, alle drei (S ta d tv .  Harnisch: Hoffentlich nicht!)
Beleuchtungen abzulehnen, sondern mindestens eine 
oder zwei davon beizubehalten. —  M a n  kann darüber streiten.
Stadtv. Zietsch: W enn es sich bei dieser Vorlage (Skadiv. Dr. L iepm ann: D a s  ist besser a ls  schlechte 
nu r darum  handelte, persönlichen Rücksichten auf die B ilder!)
S tad tverordneten  nachzukommen, dann würden 
meine Freunde auch für die glatte Ablehnung der —  Die Flächen, wie sie jetzt sind, wirken auch nicht 
Vorlage zu haben sein. Aber ich sehe doch eine größere gut. M a n  hat an Gobelinmuster gedacht, nicht allzu 
Bedeutung in der Begründung und in der Vorlage bunte, nicht zu lebhafte, die sich in die auch meiner 
selbst, a ls  sie H err College Harnisch herausgelesen zu Ansicht nach zu reiche Ornamentik des ganzen S a a le s  
haben scheint. einigermaßen einstigen. Ich  habe das Empfinden, 
D ie  Angelegenheit der Ausgestaltung des daß die künstlerische Ausgestaltung des R aum es,  so­
Stadtverordnetensitzungssaals ist meinem E m p ­ weit die Holzflächen in F rage  kommen, ganz über­
finden nach immer noch ein P rov isor ium ; es ist nichts trieben ist.
Endgültiges, Abgeschlossenes, ebenso wie verschiedene 
Räumlichkeiten im Rathause noch nicht fix und fertig (S e h r  richtig!)
ausgestaltet sind, sondern noch der Vollendung harren. 
F ü r  diese Zwecke sind ja auch gewisse M it te l  in einem E s  ist ungeheuer schwer, etwas Passendes noch in den 
F o n d s  angesammelt worden, die nach und nach dafür S a a l  hineinzubringen,
ausgegeben werden sollen. W enn nun für den S t a d t ­
verordnetensitzungssaal die obere Deckenbeleuchtung (S e h r  richtig!)
geplant worden ist, so ist das, wie der H err B a u ra t  
schon hervorgehoben hat, infolge verschiedener anderer wenn m an nicht von G run d  auf die ganzen Schnitze­
Aenderungen, die in dem Sitzungssaal vorgenommen reien herausnehmen will. D a ra n  wird die S t a d t ­
werden sollen, geschehen. M a n  kann, wie m ir  von verordnetenversammlung aber nicht denken wollen. 
künstlerisch veranlagten Leuten gesagt worden ist, Deswegen m uß versucht werden, nach Möglichkeit ein 
darüber zweifelhaft sein, ob es einen besonders gün­ klein wenig mehr Leben und S t im m u n g  zu schaffen, 
stigen Eindruck machen würde, wenn über der G la s ­ die jetzt meiner Ansicht nach in der Dekoration des 
decke die Beleuchtung angebracht würde. D aß  die G la s ­ S a a le s  fehlen. I n  Verbindung m it  diesen Gobelins 
decke da oben eine Ausgeburt von Geschmack und S t i l -  hat man sich nun  die Oberdeckenbeleuchtung gedacht, 
reinheit ist, das möchte ich wenigstens nicht behaupten. die dann harmonisch wirken wird. D a m i t  würde ich 
D arüber können die Ansichten aber —  ich gebe das also auch einverstanden sein. Dagegen verspreche ich 
zu —  auseinandergehen. N u n  will ich aber durchaus m ir  nicht allzu viel von der Anbringung der B e ­
nicht befürworten, daß wir, wenn die Oberdecken­ leuchtungskörper an den Seitenflächen des S a a le s .  
beleuchtung eingeführt würde, noch ein anderes G las- Aber das ist eine Frage, die näher geprüft werden 
gcmälde an der Decke bekommen. kann.
T ie  Vorlage ist doch jedenfalls so ernst zu 
(Heiterkeit.) nehmen, daß m an sie auch ernstlich prüfen soll, und 
wenn das im P le n u m  nicht möglich ist, so sollte man 
D a s  würde die Sache noch teurer machen. die P rü fu n g  in einem Ausschuß vornehmen,
W as  mich veranlaßt, für die Oberdeckenbeleuch­
tung einzutreten, sind vor allen D ingen sanitäre, (Widerspruch)
hpgienische Rücksichten. W ir  klagen häufig genug, 
wenn die Sitzungen bis 12 Uhr, % 1  Uhr in  der Nacht um den Herren vom M agistra t Gelegenheit zu geben, 
dauern, über die unerträgliche Tem peratur , die im u n s  eingehend die Vorschläge zu begründen. M eine 
S a a le  herrscht. Namentlich die älteren Herren haben Freunde  werden jedenfalls für die Ausschußberatung 
darunter stark zu leiden. stimmen.
(Widerspruch bei der vereinigten alten Fraktion .) Stadtv. R uß: M eine  Herren! N am ens  meiner 
Freunde kann ich erklären, daß w ir nach den A u s­
W ir  haben auch Fraktionsmitglieder, welche die lange führungen des H errn  B a u ra ts  seinem A ntrage auf 
Zeit  hindurch hier nicht aushalten können. E s  ist Ausschußberatung selbstverständlich zustimmen 
wiederholt versucht worden, eine bessere T em pera tur werden.
in den Sitzungssaal hineinzubringen. Ich  glaube, 
wenn w ir das offene Licht aus  dem S a a l  heraus­ (Widerspruch bei den Liberalen, Zurufe  und
bekommen würden und die Beleuchtung über der Heiterkeit.)
Decke läge, daß dann zum Teil die V entila tion  gründ­
licher vorgenommen und die Lust verbessert werden —  Ich  kann sogar hinzufügen, daß, für den Fall  
könnte. ein Ausschuß eingesetzt werden sollte, bereits in  der 
Fraktionssitzung am M o ntag  unsere Kandidaten für 
(Widerspruch.) einen solchen nom iniert  worden sind.
F erner möchte ich m ir  gestatten, wenngleich die 
E s  kommt noch ein anderes M o m en t hinzu, das Sache in  einen Ausschuß kommen und dort genauer 
mich veranlaßt, für die Oberbeleuchtung einzutreten. geprüft werden wird, einige Wünsche, die ich auf 
D ie  Flächen, die jetzt m it rotem Sackleinen bespannt dem Herzen habe, auszusprechen. Ich  cflaube, wir
        
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