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Periodical volume 26. Juni 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

312 Sitzung vom •26. Juni 191-2
zum Schwimmen benutzt iverden kann, ivcnn das' schwimme! und Schwimmschüler auch einen Teil zur 
Bassin nicht neu gefüllt wird. Die Füllung, welche zeitweisen Benutzung einrichten. Ich möchte bitten, 
1000 Jl kosten würde, ist durchaus unnötig. Der doch diese Wünsche weiter Kreise der Bevölkerung 
Umfang des Bassins ist so groß und der Ersatz, der Altcharlottendurgs hierbei tunlichst zu berücksich­
durch stets neu hineinfließendes und durch abfließen­ tigen.
des Wasser bewirkt wird, ist so genügend, daß stets 
ein durch seine Reinheit und Klarheit durchaus zum Berichterstatter Stadtv. Neufranz (Schluß­
Bade einladendes Wasier vorhanden sein wird. An­ w ort): Meine Herren! Ich hätte nicht noch etwas 
dererseits würden Sie sich aber täuschen, wenn Sie hinzugefügt, wenn ich nicht gerade durch die letzten 
nun etwa glauben würden, daß dieses Bassin regel­ Worte genötigt wäre, einige Bemerkungen zu machen. 
mäßig an den Tagen, an denen w ir die Benutzung Ich kann nicht die Meinung aufkommen lassen, daß. 
haben, von unseren Einwohnern zum Baden und w ir plötzlich den Charlottenburgern verheißen: w ir 
Schwimmen benutzt werden könnte. Das ist leider —  bekommen einen Ersatz für den Kochsee. Das ist nicht 
wenn nicht noch Aenderungen in der Anlage gemacht richtig, und w ir wollen auch nicht solche falsche An­
werden, die der Ausschuß Sie bittet in Anregung zu nahme entstehen lassen. Daran ist nicht zu denken. 
bringen- —  nicht der Fall, und zwar deshalb nicht, Das Bad ist nur eingerichtet, um Schwimm- und 
weil das Bassin eine zu tiefe und zu große Wasser­ Sportvereinen eine Stelle zu bieten, die sie sonst in 
menge enthält, so daß diese, abgesehen von einer Pe­ Charlottenburg nicht haben. Es werden allerdings- 
riode andauernder Hitze, zu kalt sein wird, um darin ein Turm und Sprungbretter eingerichtet iverden, 
schwimmen zu können. Das würde nur ermöglicht und es wird für diese Vereine Gelegenheit sein, dort 
werden entweder durch eine intensive Sonnenbestrah­ Schwimmübungen abzuhalten. Aber w ir können 
lung oder dadurch, daß w ir einen kleinen Teil des nicht sagen: w ir bekommen einen Ersatz für den 
Bassins, sowohl der Breite wie der Tiefe nach, ab­ Kochsee. Ich begrüße die Sache m it großer Freude 
trennen. M ir  hat der Geschäftsführer des Reichs­ und habe sie lebhaft befürwortet: aber w ir wollen 
ausschusses gesagt, daß im Interesse der Gesundheit nicht falsche Hoffnungen erwecken.
unserer Jugend und im Interesse des Ansehens der Borsteher-Stellv. Dr. Hubatsch: Nach dem An­
sportlichen Veranstaltungen unseren Schülern die E r­ trage des Herrn Kollegen Liepmann sollen im E in ­
laubnis zur Benutzung des Bassins nur erteilt werden gänge des Vertrages die Buchstaben „E . 33." und 
dürfe, wenn Lehrer anwesend sind und diese die Be­ weiter die Worte: „andererseits —  nachstehend kurz 
nutzung nach genauer Messung der Kälte des Wassers „der Unionklub" genannt" gestrichen werden, so daß 
erlauben. Darauf möchte ich hinweisen, damit S ie stehen bleibt:
nicht die Vorlage in dem Glauben annehmen, daß Vertrag
hier an mindestens 120 Sommertagen eine Bade- und zwischen der Stadtgemeinde Charlottenburg„ 
Cchwimmgelegenheit für unsere Schulen geboten ist. vertreten durch ihren Magistrat, einerseits 
Das ist nicht der Fall. Trotzdem enthält die Vorlage —  nachstehend kurz „Stadtgemeinde" ge­
so viele materielle Vorteile für unsere Bevölkerung, nannt —
die Leibesübungen obliegt, und hat eine solche ideale und
Bedeutung für die Sportkreise Großberlins wie dem Unionklub zu Berlin, vertreten durch 
Deutschlands, daß ich sie bitte, die Vorlage m it den seinen Vorstand.
Abänderungen, die der Ausschuß vorschlagt, anzu­
nehmen. (T ie Versammlung beschließt m it großer Mehr­
Stadtsyndikus Dr. Maier: Meine Herren! Ich heit demgemäß, stimmt sodann in gesonderten Ab­
stelle anheim, dem Vorschlage des Herrn Stadtv. stimmungen den vom Ausschuß vorgeschlagenen Ab­
Liepmann über die Eingangsworte des Vertrages änderungen des Vertrages zu und beschließt mit 
zuzustimmen. Ich setze voraus und nehme als 1g roßer Mehrheit nach dem Antrage des Ausschusses, 
Willen der Versammlung an, daß der Vertrag selbst- w1 ie folgt:
verständlich nur dann abgeschlossen wird, wenn der 1. Ter Magistrat wird ermächtigt, m it dem 
Ilnionklub Korporationsrechte besitzt, sei es auf Unionklub den nach den Beschlüssen des Aus­
gründ des Landrechts, sei es auf gründ des Bürger­ schusses abgeänderten Vertrag zu schließen unter 
lichen Gesetzbuchs. dem Vorbehalt, daß ein diesen Vertrag er­
gänzender Vertrag m it dem „R  e ic h e , 
Stadtv. Braune: Meine Herren! W ir könnten a u s s c h u ß  f ü r  o l y m p i s c h e  S p i e l e "  
wohl der Vorlage aus dem Grunde zustimmen, weil geschlossen und der Stadtverordnetenversamm­
dadurch vielleicht auch ein Ersatz für den einge­ lung zur Genehmigung vorgelegt w ird; daß. 
gangenen Kochsee geschaffen werden könnte. ferner bei Verträgen der Stadt m it den Sport-, 
Turn- und Spielvereinen gemäß § 5 Abs. 4 
(Widerspruch.) des Vertrages eine Inanspruchnahme der 
Stadtgemeinde durch den Unionklub aus § 5 
Ich möchte bei dieser Gelegenheit anregen, das Bassin Abs. 2 des Vertrages ausgeschlossen wird.
so auszugestalten, daß auch Nichtschwimmer und 2. I n  den Etat für das Rechnungsjahr 1913 ist 
Schwimmschüler zeit- und teilweise es benutzen erstmalig ein Posten von 15 000 Jl „Garantie­
können, und daß es in einem Teile möglichst sich in verpflichtung gegenüber dem Unionklub für 
der Einrichtung annähernd an unsere Volksbade­ Verzinsung und Tilgung der für den Bau des, 
anstalt anschließe. Große Aenderungen ain Projekt Deutschen Stadions aufgenommenen D ar­
werden ja nicht vorgenommen werden können; aber lehnsschuld" einzustellen.
es ist noch nicht im Bau begriffen, und man kann 3. Der Magistrat wird ersucht, darauf hinzu­
wohl bei der Anlage des Bassins außer für Sport­ wirken, daß bei dem Bau des Schwimm­
zwecke. den berechtigten Wünschen der Bürgerschaft bassins im Stadion die Abtrennung eines 
Alt-Charlottenburgs Rechnung tragend, für Nicht- täglich zu füllenden Teiles vorgesehen wird.)-
        
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