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Periodical volume 26. Juni 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

Sitzung vom 26. Juni 1912 307
Im  Übrigen soll auf Grund dieser Angaben ein ist es ebenso gegangen wie allen den anderen Aus­
Vertrag m it dem Tonkünstlerverein geschlossen wer­ schüssen, die sich m it dieser Angelegenheit zuvor be­
den. Ich nehme an, daß der Vertrag uns nicht vor­ schäftigt halten: zuerst überall Achselzucken über die 
gelegt werden soll m it Rücksicht auf die kurze Zeit, recht hohen Mehrkosten, die von uns verlangt werden, 
die bis zur Eröffnung der Halle am 1. Oktober über­ dann aber allmählich ein Abflauen der Gefühle und 
haupt noch zur Verfügung steht; schließlich das Einsehen, daß das, was gefordert 
wird, unbedingt nötig ist und daß es von Anfang an 
(zustimmendes Kopfnicken des Stadlrats hätte gefordert werden müssen, nicht aber daß es 
Dr. Schmitt) überflüssig gewesen ist und daß w ir etwa, wenn die 
Forderung zu Ansang gestellt worden iväre, davon 
sonst Würde wohl die Eröffnung um diese Zeit hätten Abstriche machen können.
kaum möglich sein. Ich habe auch dagegen kein Be­
denken. Es ist jedenfalls zu begrüßen, daß es ge­ Da w ir fast alle teils in den direkten Deputa­
lungen ist, in diesem Falle zu einer verhältnismäßig tionen, der Krankenhaus- oder Hochbaudeputation, 
angemessenen Miele am Savignyplatz einen Laden zu teils in den vereinigten Deputationen oder in den 
bekommen. Ausschüssen auf das ausführlichste über die Sache 
Ich möchte also beantragen, der Vorlage ohne unterrichtet worden sind, kann ich mich wohl kurz 
weiteres zuzustimmen. fassen und Ihnen empfehlen, nicht nur die 
Magistratsvvrlage anzunehmen, wie sie vordem war, 
Stabtrat Dr. Schmitt: Meine Herren! Die sondern auch noch in einem Falle über das hinaus­
Ö ffnungszeit fü r die Ausgabe der Musikalien ist zugehen, was uns der Magistrat vorschlug, nämlich 
speziell nach den Erfahrungen des Tonkünstlervereins die Bewilligung von 7000 j l  ertra für die gärtne­
vorgesehen worden. Ich hatte beantragt von 3 bis rischen Anlagen. Meine Herren, die gärtnerischen 
6 llh r, soweit m ir erinnerlich ist; die Herren wollen Anlagen waren ursprünglich m it 31 000 Jt veran­
cs lieber von 4 bis 7 llh r  legen, das sei die Zeit, wo schlagt. I n  dem Stadium, wo in der gemischten 
bei ihnen die allergrößte Nachfrage gehalten wird. Deputation, die aus Mitgliedern der Hochbau- und 
Das spielt ja im großen ganzen keine wesentliche der Krankenhausdeputation bestand, die Riesenmehr­
Rolle. kosten zur Sprache kamen, wurde gesagt: w ir wollen 
Was den Vertrag m it dem Tonkünstlerverein be­ herunterrechnen, wo das nur irgendwie zu erreichen ist. 
tr if f t, so ist der in seinen Grundzügen bereits in der da das am Gebäude nicht gut möglich war, sind w ir 
Vorlage enthalten. Darüber wird nicht hinausgegan­ dann n o le n s  v o le n s  auf die gärtnerischen Anlagen 
gen. Außerdem ist die Zeit von einem Jahre zunächst gekommen und haben erklärt: hier muß gestrichen 
einmal probeweise vereinbart worden, damit w ir werden. Schweren Herzens hat das die Hochbau- 
sehen, wie w ir m it der Bücherausgabe neben der verwali/ung, speziell unser Herr Hochbaurat, über 
Musikalienausgabe zurecht kommen. Ich glaube, das sich ergehen lassen und ebenso der Gartendirektor. 
Ganze wird sich sehr glatt und gut abwickeln. Es ist möglich gewesen, auf 24 000 Jt herunterzu­
kommen, allerdings nicht zum Vorteil der Anlagen. 
(Die Versammlung beschließt nach dem Antrage Etwas größere Bäume, die bei dem 31 000 Jt* 
des Magistrats, wie folgt: Projekt gewaylr waren, und die ganz sicher dort am 
1. Der Einrichtung einer Musikalien- und Bücher» Platze sind, haben auf dem Papier schwächeren 
ausleihestelle der Volksbibliothek in  dem Hause Bäumen weichen müssen, um eben die Kosten in 
Savignyplatz 1 wird zugestimmt. etwas herabzudrücken. W ir sind nun in dem Aus­
2. Ter Anmietung der von dem Hausbesitzer de schuß m it großer Mehrheit darüber klar geworden, 
Pries in dem Hause Savignyplatz 1 angebote­ daß, wenn Sie an irgendeiner Stelle nur ein bischen 
nen Ladenräume zum Preise von 1800 j i  jähr­ opulenter sein wollen, es gerade hier die Stelle sein 
lich wird zugestimmt. müßte, die etwas reichlicher ausgestaltet werden 
3. Aus dem Dispositionsfonds werden bewilligt: sollte. Das wurde uns im Ausschuß auch sehr hübsch 
a) Für die Ausstattung der Räume von einem Herrn charakterisiert; er sagte: ich habe 
m it Inventar als einmalige Aus­ leider oft in Krankenhäusern gelegen, ich habe in 
gabe ................................................  1850 Jl einem Krankenhause gelegen, wo ich vom Fenster 
b) A ls laufende Ausgaben für das aus nur die Nachbarhäuser sah, und dann wieder 
Etatsjahr 1912 . . . . . _ J3 5 5 0 _ „. in einem Krankenhause, wo ich von meinem Belte 
zusammen 5400 JI) aus ins Grüne sah; der Herr sagte aus: Sie glauben 
nicht, wie das den kranken Mann erfreut, wie es 
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Vorsteher-Stellv. Dr. Hubatsch: Das Protokoll Herz und Gemüt bebt, wie der Mensch, wenn er 
vollziehen heute die Herren Stutz, Zander und zum ersten M al an Krücken wieder ins Freie kriecht, 
Zietsch. erfreut ist, wenn er sich unter den Schutz eines wirk­
lichen Baumes setzen kann. Das, was m it 24 000 Jt 
W ir kommen zu Punkt 12 der Tagesordnung dort angelegt werden könnte, wären kaum wirkliche Bäume, sondern Bäumchen. Bon diesem Gesichts­
Bericht des Ausschusses über die Vorlage betr. Bau­ punkt ausgehend, haben w ir uns schließlich im Aus­
entwurf für Schwesternhaus, Verwaltungsgebäude schuß. ich möchte sagen, freudig bereit erklärt —  
und Leichenhaus des geburtshilflichen Kranken­ wenigstens in der großen Mehrzahl — , statt der 
hauses. —  Drucksachen 192, 220. 24 000 dH die ursprünglich geforderten 31 000 Jt 
wieder einzusetzen. Ich bitte Sic recht sehr, meine 
Berichterstatter Stadtv. Harnisch: Meine Herren, tun Sie das ebenso, bewilligen Sie uns die 
Herren! Dem Ausschuß, den Sie zur Prüfung der .31 000 Jt wieder, damit die gärtnerischen Anlagen, 
Mehrforderungen für die geburtshilflichen Anlagen die um das Krankenhaus herum geschaffen werden, 
in der Sophie-Charlotie-Straße eingesetzt haben, nicht etwa opulent und lururiös, aber doch wenigstens
        
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