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Periodical volume 26. Juni 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

304 Sitzung vom •26. Juni 1912
E s  käme n un  zweitens in  F rage ,  ob der ziehen. W enn  die Voraussetzung richtig ist, daß 
historische M o m e n t  maßgebend fü r  die Uebernahme es eine brandenburgische F e ie r  ist, ein Heimatfest, 
einer G a ra n t ie  durch die S t a d r  sein könnte. D a  wie die H erren  sagen, d ann  sind w ir  die gegebenen 
gehe ich nicht so weit und  meine F re u n d e  gehen Leute, die sich dabei auch irgendwie beteiligen müssen. 
auch nicht so weit wie H e r r  Kollege M o s g a u ,  A ndere  S t ä d t e  u rte ilen  ebenso, wie w ir  I h n e n  ja  
die Berechtigung von  G eldausgaben  für  die F e ie r  m itgeteil t  h a b e n ; auch sie haben sich a u s  denselben 
eines derart igen  historischen M o m e n ts  anzuerkennen. E rw äg un gen  dem A n trage  nicht verschlossen. D a ß  
W enn  auch H e r r  Kollege S ta d th a g e n  in der sich B e r l in  d a ra n  nicht beteiligt, liegt, glaube ich, 
Voraussetzung, daß  bei m einen  F reun de n ,  die er ja d aran , daß B e r l in  den T a g  der 500  jährigen W ieder­
doch a ls  die G egner der M onarch ie  ha t  ansprechen kehr des  E in z u g s  der Hohenzollern  seinerseits noch 
wollen, Geschichtskennrnisse vorhanden  sind, gemein: besonders feiern w ird, und  es w ird  sich a u s  diesem 
hat, daß  diese danach anerkennen m üßten , daß  die G ru n d e  bei dieser kleinen V erans ta l tung  der P r o v in z  
Hohenzollern  die Entwicklung der M a rk  gefördert B ra n d e n b u rg  nicht beteiligen. Vielleicht werden auch 
und  d a s  Volk dadurch weitergebracht hätten, so die B ra n d e n b u rg e r  noch irgend e tw as  G rö ßere s  a ls  
möchte ich demgegenüber doch bemerken, daß  auch die dieses Festspiel fü r  die F e ie r  vorschlagen. D a s  wird  
Hohenzollern  jahrzehntelang die Entwicklung der abzuw arten  sein.
M a rk  B ra n den bu rg ,  P r e u ß e n s  und  Deutschlands W ie d a s  Festspiel ausfä l l t ,  wie der Dichter zu 
nicht n u r  nicht gefördert, sondern ih r  oft genug bewerten ist, d a s  entzieht sich m einer  K e n n tn is .  D e r  
hemmend im Wege gestanden haben. M a g is tra t  ha t  sich wohl auch d a ra u f  verlassen, daß  
F ü r  u n s  kommt aber v o r  allen D in g e n  in  der Festausschuß das  genügend geprüft haben w ird , 
F ra g e ,  daß  es nicht zu den Aufgaben der S t a d t  ge­ und  hat  infolgedessen die 500  J{ b ean trag t .  Ich  
hören kann, für  solche V erans ta l tungen  Geld a u s ­ bitte  S i e ,  die Sache nicht tragisch zu behandeln. 
zugeben. I c h  w ürde mich freuen, wenn  H err  N ehm en  S i e  die V orlage an!  W enn  S i e  es nicht 
Kollege M o s g a u ,  der hier erklärte, im N am en  eines tu n ,  müssen w ir  d am it  auch zufrieden sein.
großen T e i l s  seiner F re u n d e  gesprochen zu haben, W a s  die B e te il igung  der S t ä d t e  a n  Angelegen­
der Gefolgschaft seiner F reun de  e tw as  sicherer sein heiten betrifft , die nicht ganz direkt d a s  kom m unale  
w ürde a ls  einer seiner Kollegen, der in  der vorigen Leben angehen, so ist da eine G renze sehr schwer 
S i tzung  bei einer anderen  Gelegenheit auch betont zu ziehen. E s  ist ganz klar, daß unsere Verhältnisse 
hat, die M ehrh e i t  seiner F re u n d e  stände h in te r  ihm, ganz an ders  geworden sind a ls  dam als ,  a l s  die 
und der trotzdem nachher bei der A bst im m ung  allein S t ä d te o rd n u n g  em an ie r t  w urde. W ir  stehen heute 
gestanden hat. nicht n u r  m it ten  im  Deutschen Reich, w i r .stehen auch, 
möchte ich sagen, m i t ten  in der W elt.  D ie  B e ­
N (Heiterkeit.) ziehungen der S t ä d t e  sind ungeheuer erweitert  
w orden: denn die S t ä d t e  sind O rg ane  des S t a a t e s ,  
Oberbürgermeister Lchustehrus: M e in e  H erren!  und  w o ran  der S t a a t  und  das  Volk beteiligt sind, 
W i r  nehmen diese ganze Angelegenheit auch nicht d a s  geht doch u n m it te lb a r  sowohl die wirtschaftlichen 
tragisch. I c h  möchte aber doch auf  die F r a g e n  des wie die ideellen In te re ssen  der S t ä d t e  an . W enn  
H errn  S t a d tv .  M o s g a u  einige W orte  zu r  A n tw o r t  w i r  z. B .  die Roseggerstiftung unterstützt haben, um  
sagen. d a s  Deutschtum in  den österreichischen L anden  zu 
D a ß  sich C h ar lo t tenburg  übe rh aup t  an heben, so ist d a s  zweifellos nicht eine Sache, die 
dieser Sache beteiligen will, daß  sich der M a g is tra t  u n m i t te lb a r  unsere In te re ssen  b erüh r t;  aber es ist 
dazu veran laß t  gesehen hat, beruht darau f ,  daß w ir  sehr wohl eine Sache, die alle denkenden M ä n n e r  
eine S t a d t  der M a rk  B ra n d e n b u rg  sind. D a ß  es in der S t a d t  C h ar lv t tenb nrg  ganz nahe angeht:  die 
sich hier um  ein hochbedeutsames, von allen Menschen H ebung  des D eutschtums im  A uslande . J e  m ehr 
auf  der W elt  a ls  solches anerkann tes  E re ig n is  der deutsche N am e  gehoben w ird , desto besser geht 
handelt, den E inzu g  der H ohenzollern  vor 500  es unserer I n d u s t r i e ,  desto besser geht es unseren 
J a h r e n  in  die M a rk  B ra n d e n b u rg ,  d a s  ha t  auch der A rbeite rn .  E s  sind unm it te lba re  Beziehungen, die 
H e r r  S ta d tv e ro rd n e te  erw ähn t.  D a ß  m a n  einen die große W elt  zu unserm Kreise hat, und  es ist 
solchen M o m e n t  feiert, d as  w ird  allen, die am gerechtfertigt, wenn  w ir  diese B ez iehungen  betonen. 
P a te r la n d e  hängen, selbstverständlich sein. S e h e n  L ie  sich die Liste der Vere ine an , die w ir  
N u n  hält  der Ausschuß, der die F e ie r  nach dem E t a t  unterstützen: S i e  werden eine große 
vorbereitet, ein Heimatsfest, wie er es nennt, A nzah l solcher Vereine finden, die m i t  I h r e r  G eneh­
für  die M ark  B ra n d e n b u rg  fü r  besonders m igung  von u n s  unterstützt werden, obgleich sie 
geeignet. D e n  Vorsitz im  Ausschuß hat der nicht In te re ssen  vertre ten, die u n s  u n m it te lb a r  zu­
Oberbürgerm eister  Koeltze; ich nehme an, gute kommen, sondern die n u r  m it te lb a r  u n s  zugute 
daß  es nicht eine S p a n d a u e r  Sache, sondern eine kommen. S o  ist es auch hier. W i r  sind ein Glied 
B ra n d e n b u rg e r  Sache ist. W i r  gehören aber nicht der P r o v in z  B ra n den bu rg ,  w i r  hängen m i t  ih r  zu­
n u r  zu r  M a rk  B ra n d e n b u rg ,  sondern w ir  sind auch sam men; es sind Im p o n d e ra b i l ie n ,  die sich nicht 
die größte S t a d t  der M ark .  W ir  haben nicht n u r  direkt deutlich und  klar aussprechen lassen, die aber 
die E hre ,  die g röß ten  S te u e r n  an  die P r o v in z  doch vorhanden  sind, die u n s  a l s  O rg a n  dieser großen 
B ra n d e n b u rg  zu entrichten, sondern im P r o v in z i a l ­ V erw a l tu ng  interessieren. G ew iß  kann es im  ein­
lan d tag  kommt auch die S te l lu n g  von C h ar lo t tenburg  zelnen F a l le  zweifelhaft sein: ist d a s  noch eine 
insofern zum  Ausdruck, a l s  der Oberbürgerm eister  Sache, zu der w ir  Geld a u s  städtischen M i t t e ln  zu r  
von C har lo t tenb u rg  seit J a h r e n  zum  zweiten V o r ­ Verfügung  zu stellen berechtigt sind, oder ist das  
sitzenden des P ro v in z ia l l a n d ta g s  gew ählt  w orden ist, nicht der F a l l ?  D a s  gebe icki ohne weiteres zu. D ie  
solange ich hier bin, und  in  Z ukunft ,  wie ich a n ­ G renzen  sind nicht überall  klar und  sichtbar zu er­
nehme, auch gewählt werden w ird .  Solche D in ge  kennen. E s  w ird  Sache des einzelnen sein, ob er 
legen gewisse Verpflichtungen auf. M a n  kann sich sich im gegebenen F a l le  noch da fü r  erklären will oder 
dem Verbände, dem m an  zugehört, doch nicht enl- nicht. B es tim m te Grundsätze können w ir  nicht an-
        
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