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Periodical volume 19. Juni 1912

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1912

Sitzung vom 19. Juni 1912 299
stimmungen zurückgegriffen, sondern auf diese be­ w ir haben ihm aufgegeben, daß er b is zum 1. J u l i  
sondere Lage Rücksicht genommen h a t; ich nehme an, den Nachweis zu führen hat, daß er sie geheiratet hat, 
daß in einzelnen F älle so verfahren ist. Unter dieser und er soll dann die Teuerungszulage bekommen. Also 
Voraussetzung kann ich mich durcb die A usführungen die Grenzfälle sind im m er im  bejahenden S in n e  ent­
des H errn  Bürgerm eisters befriedigt erklären. schieden worden.
H ier w ar der F a ll einer Schreibmaschinendame 
Bürgermeister M atting. M eine Herren! D er erwähnt worden —  oder irgend einer H ilfsarbei­
F a ll, den H err S tad tv . S tad thagen  soeben erwähn: terin  — , die 5 M onate 11 Tage beschäftigt gewesen 
hat, scheint n u r hypothetisch zu sein: es sei möglich, ist. Ob die D am e nun m it Rücksicht darauf, daß sie 
daß solche unterhaltungsbedürftigen K inder auch über einen eigenen H aushalt hat, sonst grundsätzlich be­
16 Ja h re  h inaus in  F rage kommen. A uf G rund der zugsberechtigt gewesen wäre, steht dahin; ich weiß 
Anfrage, die die Herren A hrens und Genossen an es nicht, will es aber unterstellen. J a ,  meine Herren, 
den M agistrat.gerichtet haben, ist an sämtliche V er­ w ir können doch nicht die Unterbrechung vermeiden 
waltungsstellen A uftrag gegeben worden, sämtliche oder die F ris t für voll rechnen, bloß um den Ver­
abgelehnten A nträge und die sonst von Arbeitern er­ dacht zu vermeiden, daß eine absichtliche M aßregel 
hobenen Beschwerden dem M agistra t m itzuteilen und der V erw altung zum Zwecke einer Schädigung der 
auch die Gründe, au s denen diesen Beschwerden betr. A rbeiterin vorliegt. Schließlich, wenn die Zeit 
nicht nachgekommen ist, zu erörtern . Ich  m uß fest­ von 6 M onaten festgelegt ist, muß doch daran fest­
stellen, daß jedenfalls ein solcher F a ll nicht zur gehalten werden; sonst kommen w ir in s  Uferlose. D aß  
K enntnis des M ag istra ts gekommen ist, und darf ein solcher F a ll, wo n u r wenige Wochen an der vor­
annehmen, daß ein solcher F a ll nicht vorliegt. geschriebenen F ris t fehlen, den Eindruck einer ge­
I m  übrigen möchte ich n u r m itteilen, daß in der wissen H ärte macht, ist zu bedauern, aber unverm eid­
liberalsten Weise in allen diesen F ragen  entschieden lich, wenn m an überhaupt an  Grundsätzen festhalten 
worden ist. W ir haben z. B ., was den eigenen H aus­ will.
halt betrifft, einem M anne die Teuerungszulage au s­
gezahlt, von dem die F ra u  weggegangen ist, und  der Vertreter des Vorstehers Stadtv. Otto: D am it 
in Ehescheidung m it der F ra u  liegt; er hat angegeben, ist dieser P u n k t der Tagesordnung erledigt und die 
er müsse Alimente zahlen; schön —  haben w ir ge­ T agesordnung der öffentlichen Sitzung erschöpft.
sagt — , er hat einen eigenen H aushalt. E in  anderer 
hat keine eigene F ra u , aber einen eigenen H aushalt 
und eine W irtschafterin, die er zu heiraten gedenkt; Ich  schließe die öffentliche Sitzung.
(Heiterkeit) (Schluß der Sitzung 10 Uhr 40 M inu ten .)
        
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